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Bilderbuchmonster als Filmstar

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Das Ludwigsburger Trickfilmstudio Soi hat den englischen Bilderbuchklassiker Grüffelo in Szene gesetzt

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Das Ludwigsburger Trickfilmstudio Soi hat den englischen Bilderbuchklassiker in Szene gesetzt

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Das Ludwigsburger Trickfilmstudio Soi hat den englischen Bilderbuchklassiker Grüffelo in Szene gesetzt

Stuttgart, 03.12.2010 | 

Was tun, wenn man eine kleine Maus ist und durch einen tiefen, dunklen Wald seinen Weg suchen muss, während überall gefräßige Feinde lauern? Die Maus zeigt sich klug und gewitzt. Sie nutzt ihren Einfallsreichtum und gaukelt einen starken Freund vor - den Grüffelo, der angeblich am liebsten Fuchsspieß, Eule mit Zuckerguss und Schlangenpüree frisst. Zunächst existiert das Monster nur in der Phantasie der Maus, doch plötzlich steht es leibhaftig vor ihr. Viele Kinder kennen die Fabel, die vor elf Jahren veröffentlicht wurde. Autorin ist die Britin Julia Donaldson. Illustriert wurde sie phantasievolle Geschichte von dem Deutschen Axel Scheffler. Die Geschichte des Grüffelo ist mittlerweile in 26 Sprachen übersetzt worden.

Zwei Jahre waren nötig, bis der englische Bilderbuchklassiker vom Ludwigsburger Trickfilmstudio Soi in Szene gesetzt war. Letztes Jahr zu Weihnachten hatte die halbstündige Bestsellerverfilmung ihre Uraufführung im englischen Fernsehkanal BBC und lockte zehn Millionen begeisterte Zuschauer vor die Fernsehgeräte. Dieses Jahr strahlt das ZDF den "Grüffelo" auch hierzulande aus.

Seinen ersten Auftrag bekam das 2002 gegründete Filmstudio, in dem mittlerweile 25 Leute arbeiten, von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Das Gründungsteam von sieben Absolventen der Ludwigsburger Filmakademie fing mit kleinen Geschichten für das Sandmännchen an. Mit diesen ersten Referenzen zogen sie bald andere Kunden an Land.

Unternehmen wie McKinsey oder die Deutsche Bahn bestellten Spots und Lehrfilme. Das ZDF und Arte gaben Kurzfilme für ihre Kinderprogramme in Auftrag. Eine regelrechte Zeitenwende aber erlebten die Macher von Soi, als der englische Animationsfilmproduzent Michael Rose ("Wallace und Gromit", "Chicken Run") bei den Ludwigsburger Kreativen anklopfte, ob sie dem Grüffelo das Laufen beibringen könnten. Rose war durch prämierte Festivalbeiträge auf das Studio aufmerksam geworden. Plötzlich betrug der Etat, den das Studio zur Verfügung hatte, eine Million Euro. Das Soi-Team krempelte die Ärmel hoch, zog ins Ludwigsburger Film- und Medienzentrum und stellte mehr Leute ein.

Die Besten fanden sich gleich um die Ecke, in der benachbarten Filmakademie. "Deshalb ist Ludwigsburg der beste Standort für uns", sagt Carsten Bunte, einer der Geschäftsführer. Die Filmakademie gehört zu den renommiertesten Ausbildungsstätten für Film und Medien in Deutschland und genießt auch international einen exzellenten Ruf. 2010 setzte die renommierte Fachzeitschrift "The Hollywood Reporter" die Filmakademie als einzige deutsche Einrichtung auf die Liste der besten Filmhochschulen weltweit.

Zwei Jahre lang arbeitete ein Team von rund 60 Leuten an der filmischen Umsetzung des Grüffelo-Themas. "Große Spielfilme sind nochmals aufwendiger und können nur von riesigen Firmen durchgezogen werden", sagt Bunte. Nach ersten Handskizzen wurden die einzelnen Figuren digital verarbeitet und am Computer zum Leben erweckt. "Animatoren führen ihre Figuren wie Marionetten. Der Computer ersetzt die Fäden," erklärt Johannes Weiland, der beim zweiten Teil der Monsterfabel Regie führt. "Das ist das Handwerk." Die Kunst dabei sei es, der einzelnen Figur eine Seele zu geben, erläutern die Macher der animierten Trickfiguren.

Derzeit wird in Ludwigsburg bereits an einer Fortsetzung gearbeitet. Wenn es in die heiße Phase geht, arbeiten die Trickfilmmacher auch nachts. "Im Unterschied zu den großen Realfilmen, wo der Regisseur das Sagen hat, ist im Animationsbereich jeder auf die Handwerkskunst des anderen angewiesen", sagt Carsten Bunte. Allerdings stößt die Technik in manchen Bereichen an ihre Grenzen. "Alles, was aus der Natur stammt, ist am Rechner extrem schwer umzusetzen", sagt Weiland. Modellbauer schufen deshalb 20 verschiedene Sets eines Kunstwaldes. Diese Kulisse wurde aus allen möglichen Perspektiven gefilmt und dann im Computer mit der virtuellen Welt verschmolzen.

Dieses Jahr zu Weihnachten strahlt das ZDF "Grüffelo" aus. Statt Helena Bonham Carter, Robbie Coltrane und John Hurt, die in der englischen Fassung den Figuren ihre Stimmen leihen, werden Heike Makatsch, Christian Ulmen und der Bud-Spencer-Synchronsprecher Wolfgang Hess in die Rollen der Erzählerin, der Maus und des Grüffelos schlüpfen.

Vielleicht ist auch bald die nächste Auszeichnung für das Studio in Sicht. Bei Soi stapeln sich mittlerweile zahlreiche internationale Trickfilmpreise. Beim diesjährigen Prix Jeunesse, der als einer der international wichtigsten Preise für Kinder- und Jugendfernsehen gilt, hat das kreative Studio gleich drei Auszeichnungen abgeräumt.

www.studiosoi.de

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