Suche

presseservice.region-stuttgart.de

Keine Schnapsidee - ein Schnapsglas reicht

Die Lubrix-GmbH aus Kirchheim/Teck hat den Landespreis für junge Unternehmen gewonnen: Neue Schmierstofftechnik schützt Mensch und Umwelt und ist kostengünstiger
Kirchheim unter Teck, 02.12.2008 | 

Wenn Werkzeugmaschinen arbeiten, dann geht es hart zur Sache. Ohne Schmiermittel läuft gar nichts, wenn beispielsweise die Gewinde von Werkstücken geformt werden. Ohne Ölfilm könnte das Metall nicht bearbeitet werden. Mit der Hilfe des Schmierstoffs wird die Reibung verringert und die dabei entstandene Wärme abgeleitet. Lange Zeit konnte diese Wirkung nur mit sehr hohen Ölmengen erreicht werden. Je nach Maschine oder Vorgang wurden dabei zehn bis zwanzig Liter pro Stunde verbraucht. Mit der sogenannten Minimalschmiertechnik, reichen deutlich geringere Mengen aus - nur noch zehn bis zwanzig Milliliter - das ist gerade einmal ein Schnapsglas voll.

Ein führender Anbieter dieser Technik ist die Lubrix GmbH aus Kirchheim/Teck. Sie hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das in der Anwendung enorme Vorteile zu herkömmlichen Verfahren hat. So hat das junge Unternehmen schon jede Menge Preise einsammeln können. Die Lubrix GmbH gehört zu den zehn ausgezeichneten Preisträgern des Landespreises für junge Unternehmen, vom Land und von der L-Bank vergeben wird und mit einem Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro bundesweit zu den höchstdotierten zählt. Ausgezeichnet werden junge Unternehmen für ihr Konzept, ihre unternehmerische Leistung und ihren wirtschaftlichen Erfolg.

Ingo Grausam hat sein Unternehmen im Jahr 2001 gegründet. Nachdem sein ehemaliger Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste, wagte er den Sprung in die Selbständigkeit. Der Ingenieur war sich sicher, die herkömmliche Schmiertechnik verbessern zu können. Statt auf ein Öl-Wasser-Gemisch setzt der schwäbische Mittelständler auf ein neues Verfahren zum Schmieren und Kühlen der Werkzeuge in modernen Werkzeugmaschinen. "Wir verwenden Druckluft, die mit kleinen Ölpartikeln versetzt ist"", beschreibt Lubrix-Chef Ingo Grausam das Verfahren der Minimalschmiertechnik (MMS). Die je nach Werkzeug individuell benötigte Ölmenge lässt sich über die Software-gesteuerte Sprühdüse je nach Werkstück genauestens dosieren.

Die Herausforderung des Luft-Öl-Gemisches besteht darin, die Schmierstoffpartikel so klein zu erzeugen, dass sie sich in schnell rotierenden Werkzeugen nicht vom tragenden Luftstrom lösen. Dies funktioniert nur bei einer Größe unter 1 Mikrometer. Hier hat Lubrix die Nase vorn und so bleibt bei dem Verfahren das Werkstück weit gehend trocken, erklärt der Lubrix-Chef. Daraus entstehen viele entscheidende Vorteile. So müssen die Werkstücke nicht mehr zeitaufwendig gereinigt werden. Die Maschinen können effektiver produzieren, weil schädliche Thermoschockreaktionen an den Schneidkanten der Werkzeuge vermieden werden. Die weitgehend "trockene"Bearbeitung verbessert somit die Standzeit der Werkzeuge und Oberflächenqualität der bearbeiteten Werkstücke.

Die winzigen Partikel dieses Ölnebels schützen vor allem Mensch und Umwelt. Da die bearbeiteten Werkzeuge sehr heiß werden, mussten bislang Kühlschmierstoffe zugesetzt werden, die aggressive Zusätze enthalten, um die Lebensdauer der Wassergemische zu verlängern. Der Verbrauch an Kühlschmierstoffen liegt bei rund einer Million Tonnen jährlich. In der Minimalschmiertechnik von Lubrix werden ausschließlich reine Öle verwendet, die keine derartigen Zusätze benötigen. So ist die Belastung für die Menschen am Arbeitsplatz und die Umwelt kaum noch spürbar. Ausserdem benötigen die Maschinen weniger Platz, weil die aufwändige Spülung mit Emulsion verzichtet werden kann. Die teure Entsorgung von Altöl entfällt. Auch aus diesem Grund ist das neue Verfahren deutlich kostengünstiger.

Weltweit werden jährlich mehrere hundert Werkzeugmaschinen mit MMS-Systemen aus dem Hause LUBRIX ausgerüstet, wobei höchste Ansprüche an Funktionalität und Leistungsfähigkeit der Technologie erfüllt werden. Sowohl große, als auch kleine und mittelständische Produktionsbetriebe entscheiden sich für die Aerosol-Technologie der LUBRIX MMS-Systeme. Hierzu gehöret auch die Riege der großen Autokonzerne: Daimler, BMW und Audi vertrauen auf die Technik von Lubrix, ebenso wie Siemens, MAN und Getrag. Die Mitarbeiterzahl ist seit der Gründung des Unternehmens konstant gewachsen. Mittlerweile beschäftigt LUBRIX 13 Leute.

Der Landespreis für junge Unternehmen ist bereits die vierte Auszeichnung, mit der sich das innovative Unternehmen schmücken kann. Im Jahr 2003 gab es den Innovationspreis des Landkreises Göppingen sowie den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr konnte Lubrix-Geschäftsführer Ingo Grausam den Innovationspreis des Landkreises Esslingen entgegennehmen.

www.lubrix.de

Wirtschaftsförderung Region Stuttgart auf Twitter

Mit den besten #Startups Europas netzwerken könnt ihr am 23.2 bei der Pitch and Play Time im #Theaterhaus Stuttgart… https://t.co/D0IkTgtSJs · vor 4 Stunden
Für alle in der #RegionStuttgart, die Interesse an #VirtualReality und #AugmentedReality haben: Am 17.2. um 17 Uhr… https://t.co/eba93bTj65 · vor 1 Tag
Ganz im Zeichen der #Architektur: Die Februar-Ausgabe von 'in medias res' – dem Newsletter für die… https://t.co/1SRANcCJsK · vor 4 Tagen