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Kunst am Faden

Literarisches Marionettentheater in Esslingen: Die kleinste Bühne der Region feiert ihr 25-jähriges Bestehen
09.01.2010 | 

Das wohl kleinste Theater in der Region begeht seinen 25. Geburtstag. Das Literarische Marionettentheater, kurz LIMA genannt, liegt versteckt in der malerischen Esslinger Altstadt. Im weinberankten alten Zunfthaus der Schuhmacher in der Landolinsgasse zieht Andreas Weiner die Fäden der Marionetten und bringt Dramen der Weltliteratur auf die kleine Guckkastenbühne. Darüber spannt sich ein gotisches Kreuzgewölbe. Die Zuschauer sitzen in der ehemaligen Hauskapelle der Schuhmacherzunft. In dieser einzigartigen und sehr intimen Atmosphäre - gerade einmal 25 Personen fasst das Miniaturtheater - entdecken die Besucher Dramen der Weltliteratur auf ganz neuartige Weise, sei es Shakespeare, Goethe oder aktuell Taminos Traum, eine Wortoper, die auf Mozarts Zauberflöte basiert.

"Die Intimität ist ideal für das Anliegen des Marionettentheaters", sagt Andreas Weiner, "da das Phänomen der Verwandlung auf der Theaterbühne mit den indirekt geführten Marionetten einfacher funktioniere als mit menschlichen Schauspielern," da sich die Zuschauer schneller auf die Figuren einließen. Dabei ist die technische Beherrschung des Marionettenspiels nur ein Teil der Sache. Die andere besteht darin, auf dem Umweg über die Fäden mittels der Bewegungen, den Charakter und die Rolle der Figuren in die starre Spielfigur hineinfließen zu lassen. Und zu alledem benötigen die Spieler eine gehörige Portion körperliche Kraft. "Es ist ein fortgesetzter Kampf gegen die Schwerkraft", bestätigt Weiner. Das Marionettenspiel verlange höchste Konzentration und exaktes Zusammenspiel. Ton und Musik werden im LIMA synchron eingespielt, "da die Stimmen zu den Figuren passen müssen und sprechen und spielen gleichzeitig neben Koordinationsungenauigkeiten mangelnde Authentizität des Rollencharakters mit sich bringt", erläutert Weiner.

Das Bühnenbild und die Gestaltung der Marionetten sind auf das Wesentliche reduziert und lassen den Besuchern viel Raum und Phantasie, dem Spiel zu folgen. So wird ein Klassiker wie Faust zu einem völlig anderen, berührenderen Erlebnis als es eine übliche Bühneninszenierung vermag.
Marionettentheater ist keineswegs ein Kindertheater, auch wenn vielen wohl meist die Augsburger Puppenkiste, die ihre eigenen Meriten hat, vor Augen steht. Das Figurentheater hatte in der Vergangenheit eine angesehenere Stellung als heute. Ägypter, Griechen und Römer nutzten es bei Aufführungen und die Wanderbühnen der vergangenen Jahrhunderte nahmen darin die feudale Obrigkeit und ihre Machtausübung aufs Korn.

Vor 25 Jahren gründete Wilhelm Preetorius, ein Schauspieler an der Württembergischen Landesbühne, das Literarische Marionettentheater. 1991 hat Andreas Weiner die Federführung übernommen, ist sowohl für die künstlerische als auch verwaltungstechnische Seite zuständig. Je nach Inszenierung unterstützen ihn wechselnde Mitspieler. Da die öffentlichen Mittel knapp sind, hat sich ein Förderkreis gebildet, der seit nunmehr fünfzehn Jahren das Literarische Marionettentheater in allen Belangen zu unterstützen versucht und zu seiner Erhaltung und Entwicklung beiträgt.

Aktueller Spielplan

TAMINOS TRAUM

Eine Wortoper mit W.A. Mozart und E. Schikaneder.

Über Raum und Zeit hinweg hat sich die "Zauberflöte" zum unsterblichen Mythos in der Opernwelt entwickelt. Ihre zeitlose Zugkraft verdankt sie nicht allein einer idyllischen Märchenhaftigkeit. Die rätselhafte Symbolik und die Kraft der Musik dieses Opernspektakels können die magische Formel zur Wirkung des Gleichnisses zwischen Geisterwelt und Utopia sein. Die Inszenierung TAMINOS TRAUM nimmt eine Akzentverschiebung vor, indem sie der Tonalität des Wortes den Vorrang gewährt, um somit mehr Licht auf den abstrus anmutenden Text des Librettos der Zauberflöte zu geben. Das LIMA zeigt mit seinem Schauspiel TAMINOS TRAUM wie sich der Komponist Mozart und der Librettist Schikaneder im selbsterdachten Spiel der "Zauberflöte" wiederfinden und bewähren müssen.

Darüber hinaus werden in den Räumen des LIMA weitere Veranstaltungen angeboten.
In der Reihe "Bödiger liest !" stellt der Schauspieler und Rundfunkmoderator Wolfgang Bödiger aus Berlin in loser Folge seine Lieblingsautoren und -texte vor. Eine weitere Veranstaltungsreihe - magic moments - präsentiert Ungewohntes, Außergewöhnliches, Neues, Freches, Schräges - im Mittelpunkt steht allerdings die Zauberkunst. Mitglieder des Magischen Zirkels Stuttgart und andere Künstler gestalten diese Abende.

www.lima-theater.de

Geschlossene Sonderaufführungen sind auf Anfrage möglich.

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