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S4: Die S-Bahn fährt durchs Murrtal

zwei neue S-Bahn-Ringe - größte Netzerweiterungen seit über 30 Jahren
Stuttgart, 08.12.2012 | 

Acht neue S-Bahn-Stationen. Vier umgebaute S-Bahnhöfe. 28 Kilometer neue S-Bahn-Strecken. Mit der heutigen Eröffnung der S4-Verlängerung von Marbach (Neckar) nach Backnang und der S60 Böblingen-Renningen erlebt das S-Bahn-Netz die größte Erweiterung seit über 30 Jahren. Erstmals gibt es im sternförmig auf Stuttgart zulaufenden S-Bahn-Netz nun auch Querverbindungen, die neue Direktanschlüsse ermöglichen - zeitsparend, komfortabel und zum festen S-Bahn-Takt.

"Die S-Bahn verbindet die Region und ihre Einwohner, das ist auch der Grundgedanke der heutigen Feierlichkeiten", so Regionalpräsident Thomas S. Bopp vom Verband Region Stuttgart. Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Eckart Fricke, sieht diesen Tag als einen herausragenden Meilenstein in der Geschichte der S-Bahn Stuttgart. "Durch die beiden Ringschlüsse erzielen wir mit dem diesjährigen Fahrplanwechsel eine deutliche Steigerung des Verkehrsangebots."

Der Verband Region Stuttgart als Finanzierungsträger der S-Bahn und die Deutsche Bahn AG als Bauherrin und Betreiberin haben in Kooperation mit Städten und Gemeinden ein Eröffnungsprogramm für die Bürger entlang der Strecken auf die Beine gestellt. Bei kostenlosen Pendelfahrten können die neuen Strecken ausführlich getestet werden.

S-Bahn als Wachstumsmotor für den Nordosten der Region

"Die Region rückt zusammen", bringt der Wirtschaftsdirektor des Verbands Region Stuttgart, Dr. Jürgen Wurmthaler, die Vorteile der beiden neuen S-Bahn-Ringe auf den Punkt. Die S-Bahn sei darüber hinaus ein Wachstumsmotor. Städte mit S-Bahn-Anschluss seien attraktiv für Bewohner und Unternehmen. "Der S-Bahn-Ausbau ist also ein Stück regionale Strukturpolitik", so Dr. Wurmthaler.

"Nach gerade mal sechs Monaten Bauzeit haben wir die S4-Verlängerung aufs Gleis gesetzt", führt Eckart Fricke aus. "Wir haben mit Hochdruck und vollem Einsatz an dem Projekt gearbeitet. Alle Bahnsteige der neuen S-Bahn-Stationen wurden modernisiert und durch Rampen oder Aufzüge barrierefrei." Dank elektronischer Anzeigetafeln sei auch die Fahrgast-Information auf dem aktuellen Stand der Technik. Er kündigte an, dass im Bahnhof Marbach im nächsten Jahr die Bahnsteige an den Gleisen 1 und 2/3 erhöht und mit einem Blindenleitsystem ausgestattet werden.

Voraussetzung für die S4-Verlängerung war der Bau des zweiten S-Bahn-Gleises zwischen Freiberg und Benningen. Seit Mitte 2010 ist es in Betrieb. Die Beseitigung dieses "Nadelöhrs" brachte einen zeitlichen Puffer, der den S-Bahn-Betrieb über Marbach (Neckar) hinaus überhaupt erst möglich machte.

Anschluss "in alle Richtungen"

Wer mit der neuen S4 von Backnang nach Ludwigsburg fährt, ist künftig nur noch 33 Minuten statt bisher knapp einer Stunde unterwegs. "Anschluss "in alle Richtungen", verlässliche Taktzeiten und ein nahezu doppelt so großes Verkehrsangebot wie bisher", nennt Dr. Wurmthaler als Vorteile. Davon können etwa 80.000 Einwohner im Einzugsbereich der S4-Verlängerung profitieren. Die S-Bahn fährt auch an Wochenenden. In den Wochenendnächten und den Nächten vor Feiertagen fahren dreimal Busse nach Marbach oder Backnang.

Beim Ringen um die Finanzierung der S4-Verlängerung habe jeder Partner seinen Beitrag geleistet. Selbst Affalterbach und Murr beteiligen sich solidarisch anteilig an den Betriebskosten, obwohl sie nicht direkt an der Strecke liegen. Nach der Finanzierungsvereinbarung aus dem Jahr 2008 teilen sich die 11 Millionen Euro Bau- und Planungskosten das Land (6,5 Mio. Euro), der Verband Region Stuttgart (3,1 Mio. Euro), der Rems-Murr-Kreis (830.000 Euro) und der Landkreis Ludwigsburg (550.000 Euro). "Etwa 40 Prozent der gesamten Baukosten entfallen auf Arbeiten zur Barrierefreiheit", rechnet Dr. Wurmthaler vor. "Wir leisten also einen gewaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen".

"In der aktuellen Prognose der Baukosten deuten sich Nachträge an", so Eckart Fricke. Grund dafür seien allgemeine Preissteigerungen, unvorhersehbarer Mehraufwand bei der Bauausführung, ergänzender Sicherheitsschutz für die Fußgängerüberführung am Bahnhof Kirchberg sowie aufwändigere Hang- und Böschungssicherungen in diesem Bereich. Erst wenn die Arbeiten im nächsten Jahr abgeschlossen sind, werde man mit der Bahn und dem Land über die Finanzierung sprechen, so Dr. Wurmthaler. Fest stehe, dass die Kommunen nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden.

Minister Hermann: Ringschluss als gute Investition

Im Norden des "VVS-Sterns" ist eine neue S-Bahn-Tangente entstanden. Die sternförmigen S-Bahnlinien werden ergänzt um den Ringschluss zwischen Marbach und Backnang. Dadurch wird das Nahverkehrsangebot in der Region Stuttgart deutlich verbessert, vor allem in einem Randbereich des Ballungsgebiets. Das ist aus meiner Sicht vor allem für Pendlerinnen und Pendler unter Ausnutzung einer vorhandenen Trasse eine gute Investition.

Landrat Johannes Fuchs: Ein Quantensprung in der Verkehrserschließung

Mit der S-Bahn als modernster Form der "schwäbischen Eisenbahn" werden in den Kommunen Entwicklungspotentiale für Gewerbe und Handel freigesetzt, aber auch die Attraktivität als Wohnort ist gestiegen. Der gesamte Norden der Region wird mit neuen, umsteigefreien Direktverbindungen besser vernetzt. Das ist ein Quantensprung in der Verkehrserschließung. In einem beeindruckenden Schulterschluss konnte auch in finanziell schwierigen Zeiten die Finanzierung des 11-Millionen-Euro-Projekts gestemmt werden. Allen, die hierzu entscheidend beigetragen haben, gilt heute mein Dank!

Landrat Dr. Rainer Haas: Eine feine Sache für die Mobilität

Die Verlängerung der S4 von Marbach nach Backnang ist eine feine Sache für die Mobilität der Menschen im nordöstlichen Bereich des Landkreises Ludwigsburg - der bei uns bereits sehr gut ausgebaute ÖPNV wird dadurch weiter optimiert.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper: Backnang ist S-Bahn-Stadt par excellence

Mit dem Ringschluss wird Backnang zur begehrten Endstation von zwei S-Bahnlinien und steigt damit zur S-Bahn-Stadt par excellence auf.

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