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14 mal umgezogen - mit großem Erfolg

Stuttgart, 04.03.2011 | 

Als vor 150 Jahren, am 11. Februar 1861 der Stuttgarter Börsenverein gegründet wurde und die Vorgängerin der heutigen Stuttgarter Börse ihren Dienst zur Abwicklung von Wechsel-, Fonds- und Geldgeschäften aufnahm, wurde eine Erfolgsgeschichte eingeleitet, die bis heute andauert.

Mittlerweile belegt die Börse Stuttgart im Handel mit verbrieften Derivaten europaweit eine Spitzenposition. In Deutschland ist sie unter den Präsenzbörsen Marktführer bei Unternehmensanleihen und Fonds und hat sich von einer ehemaligen Regionalbörse zu einer führenden Spezialbörse entwickelt.

Motor der industriellen Revolution

Die Börse Stuttgart war ein Motor der industriellen Revolution, die zur Mitte des 19. Jahrhunderts voll im Gange war. Erfindungen, neue Technologien und Produkte mussten finanziert werden. In dieser Zeit blühte die Region Stuttgart auf. Der Handel von Aktien und Anleihen an der Tagesbörse in Stuttgart trug dazu bei, den Motor der Wirtschaft im Südwesten anzukurbeln.

Bereits wenige Tage nach der Eröffnung befanden sich im ersten inoffiziellen Kursblatt des "Schwäbischen Merkur" 71 Werte von Industrieunternehmen und Staatspapieren. Das "Wirtschaftswunder" fand auch an der Börse Stuttgart statt. Lange handelte man im Königsbau, der zwischen 1991 und 2002 erneut als Interimsschauplatz diente, bis die Börse in den heutigen Neubau gegenüber vom Haus der Wirtschaft zog.

Schwieriger Neustart nach dem 2. Weltkrieg

Nach 1945 war die Börse Stuttgart als regionale Wertpapierbörse für die Finanzierung der südwestdeutschen Wirtschaft auch im Rahmen des "Wirtschaftswunders" von entscheidender Bedeutung. 1956 erfolgt der Umzug in den Neubau der Württembergischen Hypothekenbank in der Heustraße 1. Es wird vermeldet, dass die Anzahl der amtlichen Makler auf drei angestiegen sei.

Die traditionell hohe Sparquote der Menschen im Südwesten sicherte der Börse Stuttgart darüber hinaus einen breiten, aufnahmefähigen Kundenkreis. Durch die Popularisierung der Aktie und des Sparens mit festverzinslichen Wertpapieren wurde dieser Kundenkreis ständig größer. Beim 100-jährigen Bestehen im Jahr 1961 waren an der Börse Stuttgart bereits 140 Aktienwerte und 550 festverzinsliche Wertpapiere notiert. 1974 begann die Ära der elektronischen Datenverarbeitung, Geschäfte wurden per EDV der ersten Generation abgewickelt.

Globaler Marktplatz für Privatanleger

Die Börse Stuttgart handelt heute vorrangig im Interesse privater Anleger. Globalisierung und Digitalisierung haben die Kapitalmärkte im 21. Jahrhundert grundlegend verändert. Die Börse Stuttgart hat die damit verbundenen Chancen sehr früh erkannt und sich neu positioniert: Als Bindeglied zwischen Finanzinstituten und Privatanlegern ist sie zugleich Marktplatz und Dienstleister.

Das hat die Börse Stuttgart zu dem gemacht, was sie heute ist - Haupthandelsplatz in Deutschland für verbriefte Derivate (Euwax), die 1999 eingeführt wurden und Marktführer bei Unternehmensanleihen. Als größte Börse im deutschen Parketthandel ist die Börse Stuttgart nach Oderbuchumsatz der zweitgrößte Handelsplatz in Deutschland und nimmt auf europäischer Ebene den zehnten Platz ein.

Heute können die Anleger äglich in über 500.000 notierte Wertpapiere investieren. Eine Innovation im Anleihenhandel ist das im vergangenen Jahr eingeführte Segment "Bondm". Hier erhalten Privatanleger erstmals die Möglichkeit, Anleihen zukunftsorientierter mittelständischer Unternehmen zu zeichnen, während die Firmen zugleich einen weiter gespannten Investorenkreis ansprechen.

Erfolg durch nnovative Konzepte

Dieses Konzept hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen. In dem Anleihensegment "Bondm" wird der Handel von Anleihen mittelständischer Unternehmen organisiert. Die Stückelung liegt bei nominal 1.000 Euro - anderswo liegt die Mindestgröße bei 50.000 oder 100.000 Euro. "Das ist für Privatanleger zu viel", sagt Börsenchef Lammersdorf.

Die Börse Stuttgart hat in den vergangenen zehn Jahren eine Reihe von Innovationen auf den Weg gebracht, die sich verstärkt ausgezahlt haben: das Referenzmarkt- und das Best-Price-Prinzip (1995), eine nachvollziehbare und zu anderen Börsen äquivalente Preisgestaltung, ebenso wie der Aktienhandel ab einem Stück (1997), privatanlegerfreundliche Handelszeiten bis 20 Uhr.

Mit dem Erwerb der zweitgrößten Börse in Schweden, der Nordic Growth Market, verfolgt der Stuttgarter Handelsplatz konsequent den europäischen Weg, um sein erfolgreiches Marktmodell in andere Länder zu exportieren. Künftig wird die Börse Stuttgart für einige Produkte ihre Handelszeiten ausweiten. Aktien, Anleihen und Genussscheine können von April an ab acht Uhr und damit handelstäglich bereits eine Stunde früher als bisher gehandelt werden, erklärte Börsenchef Lammersdorf anlässlich der 150-Jahr-Feier.

Hohe Umsätze im neuen Gebäude

Im Februar setzte die Börse Stuttgart über 10 Milliarden Euro um. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Handelsvolumen um mehr als 40 Prozent. Das Handelsvolumen im Aktienhandel lag bei über 1,1 Milliarden Euro und stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 65 Prozent. Den höchsten Umsatzanteil erzielte die Börse Stuttgart im Handel mit verbrieften Derivaten. Mit einem leichten Plus wurden in dieser Anlageklasse im vergangenen Monat insgesamt fast 5,2 Milliarden Euro umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Anstieg von über 34 Prozent.

Im Laufe ihrer Geschichte mussten die Börsenhändler viele Male umziehen und ihre Sachen packen - zum Teil auch kriegsbedingt. Zu Beginn tätigte man die Geschäfte in einem der ersten Häuser am Platz, dem Königsbau, den die Börsianer zwischen 1991 und 2002 erneut nutzten. In der Zeit dazwischen zog die Börse insgesamt zwölf Mal um. Die Unterkünfte reichten von der Gewerbehalle über Bank- aber auch Privathäuser, der Stuttgarter Handelskammer, dem ehemaligen Haus des Württembergischen Kunstvereins bis hin zum Stuttgarter Rabattverein, wo die Börse 1944 Unterschlupf fand. Seit 2002 residiert sie in einem neuen, lichten Gebäude, das den heutigen Anforderungen entspricht. Der Handelssaal ist mit 800 Quadratmetern doppelt so groß wie im vorhergehenden Domizil.

Historische Sammlung

Bis Ende April zeigt die Börse in ihren Räumen eine Sammlung historischer Lithographien, Kupfer-, Stahl- und Holzstiche der Börsen unserer Welt und ihre Geschichten. Die Ausstellung umfasst graphische Börsenabbildungen aus dem 17., 18., und 19. Jahrhundert aus über 25 Städten. Neben interessanten Bildern und Geschichten rund um die jeweiligen Börsen, gibt es auch einige besonders interessante Exponate: Kupferstiche aus den Jahren 1620 und zwei Guckkastenbilder der Börsen in Mailand und London.

Vom 18.03.2011 - 20.03.2011 findet in den Messehallen am Flughafen die jährliche Invest statt.

www.boerse-stuttgart.de

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