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17 Hektar Natur

Am Neckar bei Ludwigsburg entsteht eine Auenlandschaft wie früher
21.06.2012 | 

Böse Zungen behaupten, der Neckar in der Region Stuttgart sei eigentlich kein Fluss, sondern eine Schifffahrtsrinne. In der Tat ist in dem dicht besiedelten Gebiet das Ufer oft nur schwer zugänglich. Industrialisierung, Schifffahrt und Hochwasserschutz haben dem Fluss ihren Stempel aufgedrückt. Erst in den vergangenen Jahrzehnten ist das Bewusstsein für die ökologische Funktion und den besonderen Erlebniswert des Wassers wieder stärker in den Vordergrund gerückt - mit sichtbaren Ergebnissen.

Ein markantes Beispiel ist das Gebiet Zugwiesen in Ludwigsburg. Hier ist eine großflächige Auenlandschaft entstanden mit Inseln, Stillgewässern, Auwäldern und Auwiesen. Wasservögel, Fische und Amphibien sind dabei, sich ihren traditionellen Lebensraum zurückzuerobern. "Flußregenpfeifer und Eisvogel sind bereits zurückgekehrt", freut sich Rainer Schilling. Als Abteilungsleiter Grünflächen und Ökologie bei der Stadt Ludwigsburg ist er einer der Väter des Ökoprojekts Zugwiesen und legt Wert auf eine möglichst naturnahe Besiedlung: "Wir verzichten darauf, bestimmte Arten auszusetzen, denn nur Tiere, die sich selbst ansiedeln, haben in dem Biotop eine Überlebenschance."

Ein neu angelegter 1,7 Kilometer langer Bach überwindet die sieben Höhenmeter der Staustufe Poppenweiler und lässt heimische Fische wie Nase und Barbe wieder stromaufwärts wandern. Als Laichplatz und Kinderstube für Fische dienen Schilf- und Röhrichtzonen in den Seitengewässern. Tümpel ohne Verbindung zum Fluss bieten dem Laich von Fröschen und Kröten einen Schutzraum gegen gefräßige Neckarfische.

Von der neu entstandenen Pracht soll auch der Mensch etwas haben. "Fußgänger und Radfahrer können die Natur am Neckar hautnah erleben, Massentourismus wollen wir keinen", betont Schilling. Eine Besucherplattform sorgt dafür, dass sich Mensch und Tier nicht ins Gehege kommen. Gekrönt wird sie von einem potenziellen Publikumsliebling der Biotoplandschaft: In luftiger Höhe wartet ein Storchennest auf Bewohner. Potenzielle Mieter auf Wohnungssuche sind bereits in Poppenweiler und im nahen Bottwartal gesichtet worden.

Die Renaturierung der rund 17 Hektar großen Auenlandschaft kostet rund acht Millionen Euro, die Hälfte davon trägt die Stadt Ludwigsburg über Ausgleichsabgaben für Baugebiete. An der Finanzierung beteiligen sich auch der Verband Region Stuttgart über das Projekt Landschaftspark Neckar, das Land Baden-Württemberg sowie das Wasser- und Schifffahrtsamt. Selbst die EU schießt etwas zu. Eine abschließende Aufgabe bleibt noch zu tun: Ende des Jahres wird mit dem alten Damm die letzte Barriere zwischen Altneckar und Neuneckar komplett abgerissen.

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