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Täuschend echt: der Flugsimulator

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Das Cockpit entspricht dem einer echten Boeing 737.

Stuttgart, 13.03.2012 | 

Die meisten schaffen es nur bis zum Badewannenkapitän. Wer ein bisschen höher hinaus will, begibt sich in den Businesspark von Filderstadt-Bernhausen und bleibt dennoch bodenständig. In einem dort aufgebauten Simulator der Firma simINN lässt sich der Traum vom Flugkapitän verwirklichen. Nur wenige hundert Meter weiter starten und landen die echten Maschinen, darunter viele vom Typ Boeing 737.

In einer aufwendig gestalteten Halle steht ein detailgetreu nachgebautes Cockpit dieses häufig eingesetzten Modells für Kurz- und Mittelstrecken. Farbige Markierungen auf dem Boden weisen den Weg in die Flugzeugattrappe. Auf einem Monitor sind wie am Gate Zielflughafen und Abflugzeit angeschrieben. Über eine Rampe gelangt der Besucher samt Bordkarte in die sonst verschlossene Welt hinter der Cockpittür.

Atmosphärisches Design

Die Szenerie ist bereits jetzt mit zwei Designpreisen für Ausstellungsarchitektur ausgezeichnet worden. "Wir haben großen Wert darauf gelegt, eine ansprechende Atmosphäre zu schaffen", erklärt Andreas Wolf, einer der zwei Geschäftsführer des Betreibers simINN GmbH und für Vertrieb und Marketing verantwortlich. "Wir sind der einzige Betreiber in Europa, der Simulatoren herstellt und gleichzeitig als Event vermarktet", ergänzt Jörg Weinmann, der für die technische Seite zuständig ist.

Vor acht Jahren begann er Flugsimulatoren zu konstruieren, die vorrangig an private Interessenten verkauft wurden, denn Flugkapitänssimulanten gibt es zuhauf. "Es gibt einige, die sich ein entsprechendes Gerät in den Keller oder auf den Dachboden stellen", plaudert Wolf aus dem Nähkästchen.

Wie im echten Flugzeug

Um den Traum vom Fliegen für jedermann zu realisieren, haben beide einen sechsstelligen Betrag investiert "zwar zum Teil mit einem Gründerdarlehen jedoch ohne Risikokapitalgeber oder Business Angels", wie Wolf betont. Das Geschäft rund um den 230-Grad-Bildschirm im Cockpit läuft. 25.000 Destinationen weltweit lassen sich unter der Anleitung von ausgebildeten Verkehrspiloten ansteuern. Vorkennntisse sind nicht notwendig.

Nur die nachgestellte Bewegung der Kabine fehlt. "Das ist für das Kopfkino nicht notwendig und würde sich im Preis für eine Flugstunde niederschlagen", sagt Wolf. Doch das Flugpanorama täuscht genügend Realität vor. Dazu gibt es originale Wind- und Triebwerksgeräusche. Auch wenn die Landeklappen oder das Fahrwerk bewegt werden, ist es nicht vom Erlebnis eines echten Fluges zu unterscheiden.

Wer am Steuerknüppel sitzt, konzentriert sich so oder so schnell auf die Instrumente, wie den künstlichen Horizont, die Geschwindkeitsmessung oder die Schubleistung. Trotzdem ist es beeindruckend, nebenbei einen Blick aus dem "Fenster" zu werfen, den Neckar oder die Schwäbische Alb zu identifizieren und dann geht"s zum Landeanflug auf Stuttgart - ganz von Hand und mit weicher Landung. Na bitte, "wo geht"s hier zur Umschulung", fragt sich der stolze Laie.

Unterschiedliche Kunden

Neben Corporate Events, die von Firmen gebucht werden, interessieren sich vor allem Privatleute für das Flugerlebnis. Viele unter ihnen haben entsprechendes Fachwissen, weil sie Modellflieger sind oder seit Jahren per Flugsimulator-Software am heimischen Rechner durch die ganze Welt fliegen. "Die kommen zu uns und wollen alles so professionell und perfekt machen wie möglich. Dazu gehört es auch extreme Bedingungen wie Hagelschauer, böigen Wind, den Funkverkehr oder schwierige Landungen an außergewöhnlich gelegenen Flugplätzen zu meistern", erzählt Andreas Wolf.

Männer seien bislnag deutlich in der Überzahl, während der begleitende Pilot die Erfahrung gemacht hat, dass "Frauen meist umsichtiger sind als Männer". Auch Piloten kommen zu ihnen, "die sich vor einer Vorstellungsrunde noch mal fit machen wollen, was Extremsituationen betrifft." Selbst Kinder dürfen sich im Cockpit versuchen. Ab neun Jahren sind Körpergröße, motorische und intellektuelle Möglichkeiten soweit entwickelt, dass es sinnvoll ist, einen virtuellen Flug zu buchen.

Große Pläne

Die Macher von simINN haben noch weitere Pläne. Demnächst wird ein "Kids Club" eröffnet, der interessierte Kinder einmal wöchentlich an das Thema Fliegen heranführt. In Kooperation mit einem Psychologen bietet das Unternehmen Seminare gegen Flugangst an.

In den kommenden Monaten wird das Flugangebot um das Cockpit eines virtuellen Learjets, einem typischen Privatflugzeug für Geschäftsreisende, erweitert werden. Zusätzlich ist ein Hubschrauber geplant. "Platz ist noch genügend da", sagen die beiden Unternehmer und schon kommen die nächsten willigen Flugkapitäne, die statt Computertasten lieber Cockpitschalter bedienen.

www.siminn.de

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