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Astronaut wird zum "Regionauten"

Stuttgart, 23.09.2010 | 

Erstmals wurde mit dem Stuttgarter Wissenschaftler Prof. Dr. Ernst Messerschmid ein Wissenschaftler mit dem Hans-Peter-Stihl-Preis ausgezeichnet. Gewürdigt wurde das umfangreiche Engagement des Preisträgers für den Hochschulstandort Region Stuttgart. Die Festveranstaltung fand am gestrigen Montag bei der Universität Stuttgart statt.

Der undotierte Hans-Peter-Stihl-Preis wird jährlich von Forum und Verband Region Stuttgart vergeben. Ausgezeichnet werden Personen und Einrichtungen, die sich für die Fortentwicklung der Region Stuttgart einsetzen.

Unter Bezugnahme auf die Kriterien für die Vergabe des Hans-Peter-Stihl-Preis, die unter anderem einfordern, dass der Preisträger ein innovatives und einmaliges Projekt verkörpert, verwies der Forum-Vorsitzende, Edmund Hug, darauf, dass der Preisträger dies in einmaliger Weise erfülle. Messerschmid, so Hug, war bislang der einzige Mensch aus der Region Stuttgart, der im Weltall war. Der Forum-Vorsitzende hob hervor, dass mit der Auszeichnung auch die Verbundenheit des Preisträgers zur Region unterstrichen wird. Messerschmid entschied sich 1986, direkt nach seinem Raumflug, für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Stuttgart, die bis heute andauert.

Bereits in seiner Einführung hatte der Rektor der Universität, Prof. Dr. Wolfram Ressel, den Preisträger als "wichtigen Impulsgeber für die Realisierung der Menschheitsträume für Weltraumreisen" und als "Wissenschaftskosmopolit von höchstem Rang" bezeichnet. Ressel ging darauf ein, dass 1910 die erste Vorlesung für Luftfahrttechnik an der Technischen Hochschule in Stuttgart stattfand. 1911 wurde dann vom König von Württemberg eine ordentliche Professur für "Luftschiffahrt, Flugtechnik und Kraftfahrzeuge" eingerichtet. Dies war der Auslöser für eine Erfolgsgeschichte, die im kommenden Jahr in der Eröffnung des Raumfahrtzentrums Baden-Württemberg auf dem Universitätscampus in Vaihingen gipfelt.

Wie umfassend das Netzwerk ist, das rund um das Institut für Raumsysteme in der Wirtschaftsregion Stuttgart entstanden ist, schilderte der Vorsitzende des Verband Region Stuttgart, Thomas Bopp. Insbesondere wies er dabei auf das Kompetenzzentrum für Luft- und Raumfahrt hin, das derzeit auf dem Flugfeld in Böblingen errichtet wird. Am Beispiel "Future Aerospace Network", das sich auf die Europäische Metropolregion Stuttgart erstreckt, zeigte Bopp den Erfolg einer großräumigen Zusammenarbeit im Bereich der Spitzentechnologie an diesem Standort auf.

Der Kuratoriumsvorsitzende des Forum Region Stuttgart, Hans Jochen Henke, machte auf die Bedeutung der Hochschulen für die Region Stuttgart aufmerksam. Am Beispiel der Drittmittelgewinnung werde die Rolle der Universität Stuttgart als deren Flaggschiff deutlich. Rund ein Viertel der Einnahmen aller baden-württembergischen Hochschulen in Höhe von über 900 Millionen Euro gehen an die Stuttgarter Universität. Die Region Stuttgart, so der Kuratoriumsvorsitzende nehme gemeinsam mit East of England mit einer Investition in Höhe von 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts die Spitzenposition im Forschungs- und Entwicklungs-Ranking in Europa ein. Damit wird das Innovationspotenzial unseres Standortes mehr als deutlich, so Henke.

Ein Höhepunkt der Preisverleihung war der Auftritt des ehemaligen Bundesforschungsministers, Prof. Dr. Heinz Riesenhuber. Dank seines großen Engagements war es in dessen Amtszeit überhaupt möglich, dass die bemannte Raumfahrt in Deutschland eine so große Rolle spielt. In einer launigen Ansprache schilderte der Laudator, wie die Auswahl der deutschen Astronauten in den 80-er Jahren stattfand. Ausgehend von einer Annonce in den Tageszeitungen hatten sich kurzfristig 2.000 Bewerber gemeldet, für die nun ein Auswahlverfahren gefunden werden musste. Neben körperlicher Fitness und Ausdauer standen vor allem die Erfahrungen der Bewerber im Vordergrund. Dem Preisträger kam dabei zu Gute, dass er in dieser Hinsicht bereits bei vielen namhaften europäischen Forschungseinrichtungen tätig war.

Als einen besonderen Menschenschlag, vom Fuße der Schwäbischen Alb, beschrieb der Namensgeber des Preises, Hans Peter Stihl, den Ausgezeichneten. Messerschmid, der in Reutlingen geboren ist, kamen diese Eigenschaften im Laufe seines Berufslebens zu Gute. Ausdauer, Zähigkeit, Zielstrebigkeit, Kreativität, präzises Arbeiten, gesunder Ehrgeiz und Bodenständigkeit. Dies alles, so Stihl, sind die Voraussetzungen, um solch eine denkwürdige Reise überhaupt erst antreten zu können.

Zum Abschluss schilderten sechs Repräsentanten aus Einrichtungen und Initiativen, mit denen der Preisträger verknüpft ist, Erlebnisse aus persönlichen Begegnungen. Prof. Dr. Johann Löhn, langjähriger Leiter der Steinbeis Stiftung beschrieb den Preisträger, den er bei einer Delegationsreise kennen lernte, als "findiges Schlitzohr", der sofort wusste, wie er sich die Steinbeis-Stiftung zu Nutze machen kann.

Mit Florian Renk, Doktorand 2009 und inzwischen Mitarbeiter bei der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) wurde aus erster Hand deutlich, wie wichtig dem Preisträger eine gute Zusammenarbeit mit seinen Studenten ist. Renk ging auch auf dessen Bemühen ein, für seine Absolventen die richtigen Türen zu öffnen.

Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender der Festo AG, unterstrich dies, indem er das Verhandlungsgeschick und das Einfühlungsvermögen von Messerschmid verdeutlichte. Er gab zu, dass seiner anfänglichen Skepsis, die Leitung des Innovationsbeirates gemeinsam mit einem Wissenschaftler zu übernehmen, schnell aufrichtige Begeisterung für diesen folgte.

Auch der ehemalige Leiter des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums, Prof. Dr. Sigmar Wittig, hob die besondere Art Messerschmids hervor, seine Ziele auf sympathische und überzeugende, aber auch ruhige und sachliche Weise zu erreichen.

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