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Bericht zur S-Bahnqualität 2018 vorgestellt

Fahrgastzahlen der S-Bahn steigen 2018 weiter. Beurteilung der Sicherheit und Sauberkeit übertrifft Zielwert. Zugpünktlichkeit bleibt verbesserungswürdig.
10.04.2019 | 

Immer mehr Menschen in der Region Stuttgart steigen auf die S-Bahn um.  So nutzen täglich über 430.000 Personen die S-Bahn. Betrachtet auf das Jahr sind es über 131 Millionen Personen, was einem Anstieg von rund 30 Prozent in zehn Jahren entspricht. Dieses Ergebnis wurde heute im Zuge des Berichts zur S-Bahnqualität dem regionalen Verkehrsausschuss präsentiert. Neben steigenden Fahrgastzahlen gab es Veränderungen in der Qualitätsbewertung. Während sich die Sicherheit und Sauberkeit der S-Bahn kontinuierlich verbessert (Fahrgastnote 2,1 und 2,4), gibt es bei den Pünktlichkeitswerten weiterhin Nachholbedarf.

Die Gesamtpünktlichkeitswerte bei Verspätungen unter sechs Minuten haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 96,7 Prozent auf 96,1 Prozent reduziert. Der Pünktlichkeitswert bei Verspätungen unter drei Minuten sank von 88,2 Prozent im Jahr 2017 auf 86,8 Prozent. In der Hauptverkehrszeit lag 2017 der Anteil der Verspätungen unter drei Minuten bei 79,3 Prozent, 2018 waren es 78,4 Prozent. Bei der Verspätung unter sechs Minuten ist in der Hauptverkehrszeit der Wert von 94,5 Prozent auf 93,8 Prozent gesunken. Diese Werte sind zwar besser als die vergleichbarer S-Bahnnetze im süddeutschen Raum, liegen aber unter den vereinbarten Zielvorgaben des Verband Region Stuttgart und der DB Regio. Für die DB Regio resultieren daraus Strafzahlungen in Höhe von 1,29 Millionen Euro. „Wir fordern von allen Beteiligten weiter Verantwortung zu übernehmen und mit hoher Intensität an Verbesserungen weiterzuarbeiten“, appellierte daher Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling.

Die Gründe für die Verspätungen sind vielfältig. Bei der Betrachtung der Pünktlichkeit müsse man laut Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart, die Rahmenbedingungen am Schienenknoten Stuttgart berücksichtigen. „Die Qualität der S-Bahn Stuttgart wird bestimmt durch die Limitierung der Stammstrecke, die Mischverkehre und die eingleisigen Streckenabschnitte im Netz“, so Dr. Rothenstein. Durch Verkehrszuwächse und Verspätungen von außen, die sich insbesondere in eingleisigen Abschnitten bemerkbar machen, kam es 2018 zu einem Anstieg der Verspätungen.

Im Zusammenhang mit der Verschlechterung der Pünktlichkeit appellierte Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling ein besonderes Augenmerk auf die Fahrgastinformation zu legen, da auch in Zukunft mit zahlreichen größeren Baustellen zu rechnen sei.

Neben Beeinträchtigungen durch Baustellen ist die Hälfte alle Verspätungsminuten auf die Zugfolge zurückzuführen. Diese wirken sich aus, wenn eine S-Bahn wegen Vorrang anderer Züge aus ihrer eigenen Trasse verdrängt wird. Zudem ist die aktuelle Signaltechnik auf der Stammstrecke der S-Bahn mit 24 Zügen die Stunde ausgeschöpft. Deswegen, und um dem wachsenden Mobilitätsbedarf in der Region gerecht zu werden, ist eine Umrüstung auf das digitale Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System) unumgänglich. Die Regionalversammlung hat die notwendigen Weichen dafür bereits gestellt. Neben der Umrüstung der Infrastruktur auf ETCS ist die Beschaffung von 58 weiteren S-Bahn-Zügen seit Anfang dieses Jahres beschlossen. Damit kann die Betriebsleistung der S-Bahn um jährlich 1 Million Zugkilometer erhöht und die Pünktlichkeit spürbar verbessert werden.

Rainer Ganske (CDU) lobte den offenen und selbstkritischen Bericht von Dr. Dirk Rothenstein. Es sei eindrucksvoll wie sich die S-Bahn entwickelt habe. Zudem sei erfreulich wie sich die Bewertung des Sicherheitsgefühls weiterhin verbessert habe. „Wir haben investiert und unsere Hausaufgaben gemacht“, resümierte er „nun müssen anderen ihre Hausaufgaben machen.“ Es sei nicht akzeptabel wie die Kommunikation im Störungsfall verlaufe und ein „Unding“, wenn die Fahrgäste am Bahnsteig stünden und nicht wüssten was Sache sei. „Regeln Sie die Fahrgastinformation nicht nur bei der S-Bahn, sondern im gesamten DB-Konzern!“, forderte Ganske. Darüber hinaus kritisierte er das
P+R-Konzept der Bahn, welches im Gegenzug zum regionalen Konzept gewinnorientiert sei. Aus seiner Sicht „zockt es die Nutzer ab und ist für das Ziel, Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen, kontraproduktiv.“

Auch Eva Mannhardt (Grüne) kritisierte die Informationspolitik der Bahn. „Die Auskünfte im Störungsfall auf der Anzeigentafel und der App stimmen nicht überein“, stellte sie fest. Dies sei insbesondere angesichts der Zunahme der Störfälle nicht akzeptabel. „Service muss in allen Bereichen großgeschrieben werden“. Einen Lösungsansatz bot Eva Mannhardt ebenfalls an. Sie regte an, den Service der S-Bahnhelfer auch auf die Abendstunden auszuweiten. Diese leiten die Fahrgäste, helfen bei der Fahrgastverteilung innerhalb der Züge und tragen somit zur Pünktlichkeit bei. Eine weitere Maßnahme zur Verkürzung der Ein- und Ausstiegszeiten und somit Erhöhung der Pünktlichkeit könnte auch die Verbesserung der Barrierefreiheit sein.

Harald Raß (SPD) wünschte sich eine detailliertere Vorstellung der Störungsursachen. Zudem kritisierte er den mangelnden Informationsgehalt der Fahrgastinformationen. „Wenn der Zug mitten auf der Strecke stehen bleibt, kann man sich denken, dass es ein außerplanmäßiger Halt ist und die Fahrt fortgesetzt wird, sobald die Strecke frei ist.“ Außerdem stellte er die Hierarchie der Züge in Frage. Die S-Bahn müsse immer warten, wenn ein ICE käme, hierzu sollten Alternativen gesucht werden.

Für Bernhard Maier (Freie Wähler) wurde deutlich, dass man sich auf allen Seiten um Verbesserungen bemühe. Er erwartete in naher Zukunft jedoch „keine Wunder“. „Durch die Inbetriebnahme von S21 wird mit einer Entlastung der S-Bahn um 20 Prozent gerechnet“, stellte er fest. ETCS würde ebenfalls bei der Pünktlichkeit und der Ausweitung des Angebots helfen. Diese Maßnahmen würden jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Laut Ingo Mörl (Die Linke) hänge die Attraktivität des ÖPNV von drei Faktoren ab: dem Angebot, einem übersichtlichen Tarifsystem und der Zuverlässigkeit. „In Puncto Angebot und Tarifsystem haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.“ Bei der Zuverlässigkeit appellierte er an die Bahn „Erfüllen Sie Ihre Verträge!“

Gudrun Wilhelm (FDP) bekräftigte die Forderung der FDP nach einem „sicheren Wagon“. Sie sei überzeugt, dass das Sicherheitsgefühl stark zwischen den Geschlechtern und nach Uhrzeit variiere. Zudem stellte sie fest: „Die S-Bahn ist in der Hauptverkehrszeit pünktlicher als das Auto.“

Dr. Burghard Korneffel (Innovative Politik) betonte, die S-Bahn stünde im regionalen ÖPNV an erster Stelle. Sie müsse eigenständig werden und ihre eigene Strecke festlegen, damit kein Mischverkehr mehr stattfinde.

Die Presseinformation als PDF-Download

 

 

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