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Bewegung für Bücherwürmer

Literarische Radwege in der Region führen durch die fruchtbare Literaturlandschaft
28.09.2012 | 

Die Region Stuttgart ist ein Land der Literatur. Trotz oder wegen des harten Bodens des Pietismus breitet sich hier eine fruchtbare Literaturlandschaft aus, die ihresgleichen sucht. Um Geist und Körper zu verbinden, bieten sich die literarischen Radwege in der Region geradezu an. Per Pedal zur Poesie nennt sich das Konzept, das von der Arbeitsstelle für literarische Museen in Marbach entwickelt wurde. Die vorgeschlagenen Radtouren führen entlang der unzähligen Literaturmuseen und -gedenkstätten des Landes. Sie berühren Handlungsorte von literarischen Texten und wichtige Schauplätze der südwestdeutschen Literaturgeschichte. Alle Routen sind als Tagestouren entworfen, jedoch ebenso integrierbar in längere Wanderungen.

Von bislang zehn ausgewiesenen Radwegen in Baden-Württemberg schlängeln sich allein fünf durch die Region Stuttgart. Zwei weitere zwischen Neckartal und Hohenlohe sowie Nagold und Pforzheim liegen nur ein paar Radkilometer weiter. Ganz nach dem persönlichen literarischen Gusto sind Besuche bei Dichtern und Schriftstellern unterschiedlichster Couleur möglich: Ob klassischer Schiller, revolutionärer Brecht, genialer Hölderlin, ungezähmter Schubart, romantischer Uhland oder die Dicht- und Fabulierkunst einer Ottilie Wildermuth, Sophie La Roche und Isolde Kurz.

Der Radweg rund um Lauffen a. N., Brackenheim, Cleebronn und Bönnigheim führt durch eines der schönsten und größten Weinbaugebiete Baden-Württembergs mitten ins Land der Poeten - so nannte es der hier geborene Theodor Heuss. Neben bekannten Größen werden viele unbekannte und unerwartete Spuren der Literaturgeschichte lesbar, so jene, die schreibende Frauen um 1800, allen voran Sophie La Roche, hier hinterließen. Der Wiener Erzähler Heimito von Doderer machte hier einen schwäbischen Eisenbahntunnel zum wichtigsten Ort eines Kriminalromans und meinte, es sei "hier eigentlich viel italienischer als jenseits der Alpen."

Knapp ausserhalb der Region, zwischen Hohenlohe und dem Neckartal verbindet der zweite Radweg magische Stätten der württembergischen Literaturgeschichte miteinander. Die Tour beginnt im Geburtsort von Albrecht Goes, und Eduard Mörike Den Endpunkt bildet Weinsberg, wo Justinus Kerner als Arzt und Dichter seine Spuren hinterlassen hat. Sein Wohnhaus und die von ihm geschützte Ruine der Burg Weibertreu waren im 19. Jahrhundert Wallfahrtsorte der schwäbischen Romantiker.

Die nächste Route beginnt an der literarischen Weihestätte Baden-Württembergs schlechthin, der Marbacher Schillerhöhe, wo sich sich das Dreigestirn, Deutsches Literaturarchiv, das Schiller-Nationalmuseum und das Literaturmuseum der Moderne präsentieren. Der Hohenasperg und Ludwigsburg sind weitere Stationen, bei denen sich Friedrich Schiller, Ottilie Wildermuth, Christian Schubart, Eduard Mörike, Justinus Kerner entdecken lassen.

In Nürtingen, wo Friedrich Hölderlin oft Zuflucht fand, nachdem er der "Galeere der Theologie" entflohen war, beginnt eine Tour, die über das ehemalige Kloster Denkendorf und zahlreiche Pfarrhäuser führt. Theologische Bildung verband sich in der Region Stuttgart oftmals mit literarischer Produktivität . Der Ulrichstein tief im Wald inspirierte nachhaltigWilhelm Hauff, Gustav Schwab und Peter Härtling.

Richtig Strampeln muss man auf der Tour von Kirchheim/Teck auf die Alb hinauf, über Owen, Schopfloch, Ochsenwang, Weilheim/Teck bis Bad Boll. Dafür lernt man den Dichter-Ingenieur Max Eyth kennen, der Technik und Literatur fortschrittsgläubig verband. Im abgelegenen Ochsenwang hat Eduard Mörike mit dem "Maler Nolten" seine erste eigenständige Veröffentlichung zum Druck gebracht. Nach Bad Boll ins schwäbische Lourdes pilgerte die mondäne Welt zu den charismatischen Heilpfarrern Blumhardt. Neben Hermann Hesse und Gottfried Benn suchten auch die Vorbilder literarischer Figuren Theodor Fontanes und Thomas Manns hier Rat und Heilung.

Neckaraufwärts beginnt am Tübinger Hölderlinturm, einem der bekanntesten Orte der Literatur, eine Tour entlang des Flusses in die ehemalige Freie Reichsstadt Reutlingen, die lange Zeit als zensurfreier Druckort Profil zeigen konnte. Am Rossberg vorbei geht es nach Gomaringen, wohin Gustav Schwab sich zurückzog und "Die schönsten Sagen des klassischen Altertums" zum Druck brachte. Zurück führt der Weg in die Universitätsstadt Tübingen, in der seit 1477 viele Fäden der württembergischen und der europäischen Literatur- und Geistesgeschichte zusammenlaufen.

Von Nagold aus passiert der Radwanderer die Ausläufer des Nordschwarzwalds und des Heckengäus, die in Berthold Auerbachs Dorfgeschichten Spuren hinterließen. Eine Station ist Calw, wo der Nobelpreisträger Hermann Hesse, dessen 50. Todestag in diesem Jahr begangen wird, aufwuchs. Das benachbarte Hirsau machte Lion Feuchtwanger zum Schauplatz und dessen berühmtes Benediktinerkloster reizte Ludwig Uhland zum Dichten. Die Tour endet in Pforzheim, aus der Johannes Reuchlin stammt. Der Humanist setzte sich als Anwalt des Judentums für einen Dialog zwischen den Kulturen ein.

Sämtliche Touren sind inklusive pdf-downloads und Karten im Internet abrufbar.

www.literaturland-bw.de/radwege/

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