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Bürgermeister Peter Pätzold und asp Architekten informieren die Region über den Sachstand und Planung des Rosensteinquartiers

Pätzold: „Das Rosenstein ist ein sehr bedeutendes Projekt für die Landeshauptstadt. Es ist beabsichtigt, mindestens 50 Prozent geförderten Wohnraum zu schaffen.“
28.04.2022 | 

Urban+Gemischt, Sozial+Lebendig, Vernetzt+Klima angepasst, so soll das Rosensteinquartier werden. Peter Pätzold, Bürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, berichtete im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart gemeinsam mit Vertretern der asp Architekten GmbH, über den Sachstand und die weiteren Schritte bei der Planung und Umsetzung des Rosensteinquartiers.

„Wir wollen hohe Dichte mit hoher Qualität in zentraler Lage“, betonte Pätzold gleich zu Beginn. Angesichts des Wohnraummangels in der Landeshauptstadt werden man eine Bruttowohndichte von 310 bis 375 Einwohnern pro Hektar haben. Dies sei deutlich mehr als die Vorgabe. Dabei sei beabsichtigt, mindestens 50 Prozent geförderten Wohnraum zu schaffen. Der Wohnraummangel sei auch der Hauptgrund, weshalb man das Quartier schnell umzusetzen möchte. „Wir machen Dampf, dass Stuttgart 21 im Jahr 2025 in Betrieb geht, damit wir die Flächen zügig entwickeln“, so Pätzold. Zudem hob er die Bedeutung der S-Bahn mit der neuen Haltestelle Mittnachstraße hervor: „Künftig ist man in sieben Minuten von der Mittnachtstraße bei Porsche.“

Cem Aras von dem zuständigen Architekturbüro asp Architekten GmbH, die den Zuschlag für die Entwicklung des Projekts erhalten haben, betonte: „Im Rosensteinquartier soll ein robuster, zukunftsfähiger und klimaangespasster Stadtteil entstehen, der von der Größe fast die Innenstadt spiegelt.“ Es solle ein Stadtteil der kurzen Wege werden in dem gewohnt und gearbeitet werde, weshalb man die Produktion wieder in Stadt holen wolle. Alle entstehenden Teilbereiche hätten unterschiedliche Charaktere, jedoch sei überall Wohnen, Gewerbe und Soziales geplant. Da man innerstädtisch sehr dicht baue werde es als Ausgleich viel Freiraum geben. So sind beispielsweise Nachbarschaftsplätze mit blau-grüner Infrastruktur, also einer Mischung aus Natur und Wasser, vorgesehen. Auch Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sind in hohem Maß vorgesehen. Konkret sind acht Schulstandorte und zwei Campus-Standorte geplant. Den Verkehr möchte man schon am Rand abfangen, den Anteil der Autos reduzieren und den Anteil des Fuß- und Radverkehrs erhöhen, deswegen soll es auch keine Tiefgaragen geben. Zudem schaffe man mit dem neuen Quartier eine vernetzte Stadt, mit einer Verbindung zwischen dem Stuttgarter Norden und Osten.

Derzeit werden die Planungen den Bezirksbeiräte und Gremien präsentiert, bevor es von Mitte Juni bis Ende Juli in die Öffentlichkeitsbeteiligung geht. Die Anregungen aus der Öffentlichkeit werden anschließend ausgewertet, der Rahmenplan im Herbst abgestimmt und im Dezember dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) ermunterte die Verantwortlichen zur Umsetzung und befürwortete, wenn dies zeitnah geschehe. Jedem Quadratmeter komme eine vernünftige Zuordnung zugute. „Das Ganze ist in einem Guss und man sollte es so umsetzen, wie es jetzt auf dem Papier ist und nichts herausbrechen“, appellierte er. Für den Verband Region Stuttgart biete Stuttgart 21 einen verkehrlichen Quantensprung. Das Rosenstein zeige aber, dass Stuttgart 21 einen enormen Gewinn an Bauflächen und Wohnraum bedeute.

Ingrid Grischtschenko (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) gab zu bedenken, dass man neben den dort wohnhaften Personen auch den Einpendelverkehr berücksichtigen müsse. Zudem habe sie in den Plänen die S-Bahn mit der Mittnachtstraße und dem Nordbahnhof vermisst.

Laut Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) sehe man am Rosenstein sie städtebauliche Ernte von Stuttgart 21. Er komplimentierte die Verantwortlichen auch für die sinnvollen und soliden Beteiligungsprozesse.

Regina Traub (SPD) lobte, dass nicht schon vor zehn bzw. zwanzig Jahren geplant habe, da das Augenmerk damals gewiss nicht auf Resilienz und Klimaaspekte gelegen hätte. „Sicherlich eine sehr zukunftsträchtige Planung.“

Für Joachim Hülscher (AfD/FR) sei das Projekt architektonisch ambitioniert und zeitgeistig. Er sei gespannt wie die Akzeptanz in der Realität sein werde, da Modellvorhaben oft nicht die große Akzeptanz fänden.

Kai Buschmann (FDP) betonte: „Der städtebauliche Lohn von Stuttgart 21 darf nicht durch einen Ergänzungsbahnhof gefährdet werden. Es ist eine großartige, perfekt Sache.“

Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) thematisierte die kritische thermische Belastung durch die Bebauung und appellierte, dass beim Wohnungsbau die Rendite nicht dominieren dürfe.

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