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Die Computerforensik ist Wirtschaftverbrechern auf der Spur

Die Datenrettungsspezialisten von Kroll Ontrack in Böblingen retten, was zu retten ist
Stuttgart, 17.02.2006 | 

Was tun, wenn das Notebook ins Hafenbecken von Hongkong fällt? Dort findet die erste Hilfe nicht im roten Badeanzug statt, sondern mit Köpfchen. Denn hier sind die Datenrettungsspezialisten von Kroll Ontrack in Böblingen zur Stelle und retten, was zu retten ist. Oder sie stellen den Spitzbuben der Datenautobahn nach. Diese meinen ihre virtuellen Spuren gut verwischt zu verhaben. Doch den Spürhunden von Kroll Ontrack gelingt es, gelöschte Daten wieder freizulegen. So werden entscheidende Beweismittel gesichert.

Ursprünglich ging das Böblinger Unternehmen 1996 mit zwei Mitarbeitern an den Start. Inzwischen beschäftigt es rund 50 Mitarbeiter in ganz Deutschland und 1300 weltweit. Seit etwa drei Jahren engagiert sich Kroll Ontrack verstärkt in der Computerforensik, wo sich das Unternehmen zum Marktführer entwickelt hat. Hier geht es darum, Daten zu finden, eindeutig auf kriminelle Machenschaften hinweisen. Während die IT-Forensik anfangs gerade einmal 0,5 Prozent des Geschäftsvolumens einnahm, bestreitet der Datenrettungsspezialist nun bereits 10 Prozent seines Umsatzes mit diesem Geschäftsbereich . "Wenn wir auf die letzten drei Jahre zurückblicken, dann hat sich das von Null-Business explosionsartig gesteigert", erinnert sich Geschäftsführer Peter Böhret.

Der Grund: Es dauerte einige Zeit, bis die Dienstleistung erkannt und als Angebot vom Markt angenommen wurde. Bei vielen Unternehmen sei inzwischen das Bewusstsein gestiegen, dass bei Wirtschaftskriminalität häufig der PC oder elektronische Mittel eingesetzt würden. "Aufgrund der Struktur der Daten und der Art und Weise der Datenspeicherung, gelingt es uns in vielen Fällen, wertvolle Beweismittel zu sichern", erklärt Böhret.

Ein markantes Beispiel war die Suche nach veruntreuten Geldern und die Überprüfung eines zweifelhaften Firmenverkaufs. Mit Kenntnis aller Betroffenen wurde der Emailverkehr eines bestimmten Personenkreises sichergestellt und mit Werkzeugen untersucht, die speziell dafür von Kroll Ontrack entwickelt wurden. Alle Daten wurden nach bestimmten Suchbegriffen durchforstet. Dabei fanden sich eindeutige Hinweise, die einen Missbrauch belegten. "Unsere Vorgehensweise ist vor Gericht anerkannt", betont man bei Kroll Ontrack.

Andere Aufträge sind eher unter der Rubrik Pleiten, Pech und Pannen einzuordnen. Einem Geschäftsmann rutscht das Notebook in der Badewanne aus, eine Kundin vergisst ihren Laptop auf dem Autodach und fährt anschließend darüber. Bei der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Sommer gab es auch einige Fälle, bei denen Kroll Ontrack der Retter in der Not war. Wasser und Brand sind aus Datenrettungssicht relativ einfache Fälle, weil in aller Regel die Daten bis zu 100 % wieder hergestellt werden können.

Neu im Programm ist die Datenrettung über eine Internetverbindung, das Remote Data Recovery (RDR), welche auch noch möglich ist, wenn der Rechner nicht mehr funktionieren sollte. Die Kunden, private Nutzer, Behörden, Institutionen und Unternehmen, nehmen sie allerdungs relativ selten in Anspruch. "Obwohl es die schnellste Möglichkeit ist, um an die Daten wieder ranzukommen, sagen viele Kunden: Holt ihn ab oder ich schicke Euch den Rechner lieber", meint Böhret. Das RDR wird inzwischen auch für die Linux-Gemeinde angeboten.

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