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Die neue Stuttgarter Stadtbibliothek im Europaviertel

Alles drin in einem Würfel mit ästhetischem Zauber: Buchkultur und digitale Dienstleistung
Stuttgart, 01.11.2011 | 

Bahnreisende konnten in den vergangenen drei Jahren Tag für Tag zusehen, wie ein riesiger Betonwürfel im künftigen Europaviertel, einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt, entstanden ist. Dort hat nun die neue Stadtbibliothek am Mailänder Platz 1 ihr Domizil bezogen.

In dem nahezu quadratischen Würfel mit einer Grundfläche von 44 mal 44 Metern und 40 Metern Höhe sind auf 20.000 Quadratmetern Fläche rund 500.000 Medieneinheiten untergebracht - 80.000 mehr als bisher im Wilhelmspalais. Zugänge finden sich an allen vier Seiten. Die Gebäudehülle ist eine Doppelfassade aus Glasbausteinen, zwischen denen ein begehbarer Erlebnisraum entstanden ist. Rund 79 Millionen Euro hat die neue Bibliothek gekostet.

Die digitale Welt hat ihren Platz

Digitale Medien spielen eine unübersehbar große Rolle, nicht nur zum Ausleihen. Gleich im Eingangsbereich empfangen Flatscreens die Besucher mit digitaler Kunst. Die "Galerie b" wird Netz- und Medienkünstlern eine Plattform bieten sowie experimentelle Formate der Literaturvermittlung präsentieren. Eine neue Datenbank erlaubt es, sich durch achthundert Tageszeitungen in 25 Sprachen zu klicken. 140 Laptops zum Ausleihen und weitere fest installierte Rechner und Kurzzeit-Rechercheplätze stehen im gesamten Haus zur Verfügung. Mediales Hightech hält auch der "Showroom" im ersten Untergeschoss bereit. Der mit hochwertigen Computern ausgestattete Raum wird als digitales Laboratorium für Workshops zu neuartigen Informationstechnologien, innovativen Computerspielen, als auch für Expertenrunden genutzt werden.

Das neue Konzept der Stadtbücherei geht über die traditionelle Rolle des Wissens- und Ideenspeichers hinaus. Es gehe darum, die digitale Lesekompetenz ihrer Besucher zu stärken. Darunter versteht die Direktorin Ingrid Bussmann nicht nur den versierten Umgang mit Multimediageräten und dem Internet, sondern auch den kritischen Diskurs über die Netzkultur.

Ein Haus mit Herz und Struktur

Jedem Stockwerk ist ein übergeordnetes Thema zugewiesen. Die Musikbibliothek ist im ersten, die Kinderbücherei im zweiten Stock untergebracht. Darauf folgen die Sachliteraturebenen Leben, Wissen und Welt. Fremdsprachige und deutsche Belletristik sowie die Kunstbestände versammelt der Galeriesaal, der sich ab der fünften Ebene über dem Herz der neuen Stadtbibliothek erhebt.

Tagsüber präsentiert sich die Bibliothek als ein schlichter Kubus in gedecktem Grau mit symmetrischer Fensterreihung. In der Dunkelheit wird sie zu einer geheimnisvoll bläulich schimmernden Laterne, wenn hinter den symmetrisch gereihten Fenstern das Licht angeht.

Für Bücherwürmer und Wißbegierige

Eine ganze Ebene gehört allein den Kindern. Sie bietet mehr als doppelt so viel Platz zum Lesen und Stöbern. Themeninseln widmen sich unterschiedlichen Bereichen und bieten Rückzugsmöglichkeiten. Der pädagogische Bereich ist großzügig ausgestattet. Insgesamt bietet die Kinderbibliothek rund 150 Veranstaltungen an. Neun Gruppenräume stehen zur Verfügung und für Schulklassen ein Gruppensatz Netbooks.

In der Stadtbibliothek beginnt eine neue Ära. Die Bibliothekare verwandeln sich von Bücherverwaltern zu Wissenskuratoren, die eine aktive Rolle in der Kompetenzvermittlung übernehmen, so erklärt es die Direktorin Ingrid Bussmann. Sie und ihr Team - rund hundert Mitarbeiter, werden beim Einordnen, Bewerten und Strukturieren der Datenfluten helfen. In diesem Zusammenhang sind Studiolos eingerichtet worden. In der Renaissance bezeichnete man damit kleine Studierstuben. Hier stellen die Bibliotheksmitarbeiter zu einem speziellen Schwerpunkt unterschiedliche Medien zusammen, um den Besucher zur Auseinandersetzung mit einem Thema einzuladen. Literaturempfehlungen zu einem bestimmten Sachgebiet bieten Orientierung im riesigen Bücherdschungel.

Bibliothek mit technischen Finessen

Die neue Stuttgarter Stadtbibliothek kommt Umberto Ecos Vorstellung einer "lustvollen Bibliothek" sehr nahe, "in die man gerne geht und die sich allmählich in eine große Freizeitmaschine verwandelt". Ein praktisches Prunkstück der anderen Art ist die automatische Sortieranlage, in ihrer Art einzigartig in Europa. Vom Förderband wandert das Buch auf eines der 70 elektromotorgetriebenen Wagen, die alle Rückgaben rund um die Uhr ins richtige Stockwerk fahren. Dank RFID-Technik erkennt der Wagen die auf dem Buch gespeicherte Nummer und gibt der Datenbank die Rückbuchung weiter.

Auch beim Energieverbrauch liegt die Stadtbibliothek gut im Rennen. Er liegt zu 40 Prozent unter der Energieeinsparverordnung. Photovoltaik-Anlagen und Geothermiepfähle, um Erdwärme- und kühle zu nutzen, bilden ein ausgeklügeltes System, so dass auf künstliche Lüftungsanlagen fast komplett verzichtet werden kann.

Im achten Obergeschoss befindet sich das Café LesBar mit 40 Sitzplätzen, von denen aus die Besucher einen fantastischen Blick über die Stadt genießen. Abends wird die Stadtbibliothek dort zu literarischen Veranstaltungen einladen. Betrieben wird das Café LesBar von den Neckartalwerkstätten, die im Caritasverband Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen bieten.

Allgemeine Informationen

Die Öffnungszeiten: an sechs Tagen zwölf Stunden täglich. Die "Bibliothek für Schlaflose" stellt außerhalb der Öffnungszeiten ein kleines Mediensortiment zur Ausleihe zur Verfügung.

Der Weg: Die Haltestelle Türlenstraße bietet den Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs den besten Anschluss.Von dort führt ein Steg direkt zum Westeingang der Bibliothek. Vom Hauptbahnhof aus ist man zu Fuß knapp zehn Minuten im neuen Büchertempel. Nördlich der Bibliothek soll in einigen Jahren das Einkaufzentrum Milaneo entstehen.

Der Architekt: Eun Young Yi wurde 1956 in der südkoreanischen Stadt Daejeon geboren. Sein Architekturstudium absolvierte er an der Hanyang Universität in Korea und der RWTH Aachen. Danach arbeitete er ein Jahr im Büro von Oswald Mathias Ungers, dem Hauptvertreter des deutschen Rationalismus. Seit 1991 hat Yi sein eigenes Büro in Köln, seit 2000 ist er Professor an der Hanyang Universität. 2010 gewann er den Wettbewerb für den Neubau des niedersächsischen Landtags in Hannover.

www1.stuttgart.de/stadtbibliothek/

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