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„Die Region Stuttgart ist schön“

Studie zur Freiraumqualität in der Region Stuttgart zeigt: überdurchschnittlicher Einwohnerzuwachs bei unterdurchschnittlicher Flächeninanspruchnahme
29.01.2014 | 

Viel Flächenverbrauch bringt hohes Einwohnerwachstum. Diese Rechnung geht nicht auf, wie der Bericht „Freiraumqualität in der Region Stuttgart“ des Verbands Region Stuttgart eindrucksvoll belegt. Danach verzeichnete die Region Stuttgart von 2006 bis 2012 im Vergleich zum Land einen überdurchschnittlichen Einwohnergewinn bei unterdurchschnittlicher Inanspruchnahme unbebauter Flächen. Die Untersuchungsergebnisse wurden heute im Planungsausschuss vorgestellt und diskutiert. „Der Freiraum hat vielfältige wichtige Funktionen in einer so hochverdichteten Region“, sagte Planungsdirektor Thomas Kiwitt. „Die Freiraumqualität ist ein wesentlicher Standortfaktor“. Kernaufgabe der Regionalplanung sei es, die unterschiedlichen Anforderungen zu koordinieren. Mit Erfolg, wie die Studie zeigt. 

„Qualität, Wachstum und Flächensparen lassen sich unter einen Hut bringen“
Der Flächenanteil für Siedlung und Verkehr beträgt in der Region Stuttgart 22 Prozent. Von 2006 bis 2012 legte dieser Flächenverbrauch um 5,5 Prozent (2 Hektar pro Tag, insgesamt 4.000 Hektar) zu. Landesweit stieg die Flächeninanspruchnahmen um durchschnittlich 10 Prozent. In der Region Stuttgart lag die Einwohnerzunahme mit
1,5 Prozent überdurchschnittlich im Vergleich zum Land (0,9 Prozent). Setzt man diese beiden Größen in Bezug, so wird deutlich: Bei halben Flächenverbrauch erzielte die Region Stuttgart im Vergleich zum Landesdurchschnitt einen nahezu doppelt so großen Bevölkerungszuwachs. Unterm Strich ist der Flächeneinsatz in der Region Stuttgart bezogen auf die Einwohnerentwicklung also viermal so effizient. Für Thomas Kiwitt ist das der Beleg: „Flächenverbrauch bringt nicht unbedingt mehr Wachstum. Im Gegenteil: Qualität, Wachstum und Flächensparen lassen sich unter einen Hut bringen.“ 

Trotz dieser guten Nachrichten gibt es einen Wermutstropfen: der Flächenzuwachs ging fast vollständig zu Lasten von Äckern. Landwirtschaftliche Flächen gingen in der Region Stuttgart in den letzten 25 Jahren um vier Prozentpunkte zurück. 78 Prozent der Flächen in der Region Stuttgart sind nicht bebaute Freiräume. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegen die verfügbaren Freiflächen in der Region Stuttgart mit 1.100 Qudratmetern pro Einwohner deutlich unter dem Landesdurchschnitt, wo für einen Einwohner 2.900 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Blickt man jenseits der Landesgrenze in europäische Verdichtungsräume, ergibt sich ein anderes Bild: „Im Vergleich dazu ist die Region ausgesprochen ‚grün‘, gerade auch in qualitativer Hinsicht“, stellt Thomas Kiwitt fest. Die Hälfte der Regionsfläche ist als gesetzliches Schutzgebiet, also Natur-, Landschaftsschutz oder Natura 2000-Gebiete, ausgewiesen. Das Landschaftsbild hat eine sehr hohe Qualität. Oder, wie Thomas Kiwitt sagt: „Die Region ist schön.“ Für einen Ballungsraum habe die Region Stuttgart einen „überraschend guten Erholungscharakter“. 42 Prozent der Fläche ist für ruhige Erholung besonders geeignet, weitere 15 Prozent sind „schön, aber nicht ruhig“. Dennoch: Selbst im dicht bebauten Zentrum der Region dauert es nur um die 15-Gehminuten, um ins Grüne zu kommen.  

Alle Sprecher von Fraktionen und Gruppen lobten die Studie als wertvolle Grundlage für die weitere Arbeit.  

Udo Goldmann (CDU) formulierte: „Nicht zuletzt durch die Regionalplanung und Raumordnung haben wir es hinbekommen, mit geringem Flächeneinsatz Einwohnerentwicklungen zu ermöglichen, die andernorts so nicht eintreten.“ Die Untersuchung bestätige die „sorgfältige Ausarbeitung des Regionalplans“. „Der Bericht ist ein Erfolgsnachweis der Region während des letzten Jahrzehnts“, sagte Matthias Hahn (SPD). Der Schutz der Freiräume setzte eine kompakte Siedlungsentwicklung voraus, die sich bewährt habe. „Wir haben eine Region mit hoher Lebensqualität, die auf das Zusammenwirken vieler Faktoren, darunter auch der Regionalplanung, zurückzuführen ist“, unterstrich Alfred Bachofer (Freie Wähler). Vorgaben zur Einwohnerdichte seien flächenwirksam, dies sei bei Bedarfsberechnungen nicht der Fall. Dorothee Kraus-Prause (Grüne) fühlt sich in der Auffassung ihrer Fraktion bestätigt, dass die Grünzüge im Regionalplan „nicht zur Disposition gestellt werden dürfen“. Deutlich werde, dass „das Problem eher im ländlichen Raum liegt“. Kai Buschmann (FDP) sieht in dem Bericht „Zündstoff“ für weitere Diskussionen. „Es geht darum, die Interessen der Wirtschaftsregion Stuttgart mit dem Freiraumschutz in Ausgleich zu bringen.“ Christoph Ozasek (Linke) sagte: „Die Verkehrs- und Siedlungsfläche frisst sich weiter in den Freiraum.“ Die heutige Generation entziehe damit künftigen Generationen die Lebensgrundlage. Nach Ulrich Deuschle (Republikaner) trage die Regionalplanung eine Mitverantwortung dafür, dass die Region Stuttgart bei der Wachstumsdynamik nicht mehr spitze ist.

Presseinformation (als pdf-Datei)

 

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