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Ein Star auf dem Finanzparkett

Stuttgarter Wertpapierbörse mit neuem Rekordergebnis: größte deutsche Parkettbörse und europaweit die Nr. 1 im Derivatehandel
Stuttgart, 29.01.2008 | 

Wer Börse sagt, denkt meist an Frankfurt. Neben dem Finanzzentrum am Main hat sich die Stuttgarter Wertpapierbörse zum zweitgrößten Handelsplatz in Deutschland entwickelt. Die größte Parkettbörse hat hier ihren Sitz und europaweit ist sie Marktführerin im Handel mit Derivaten. 2007 glänzte die Börse im zweiten Jahr hintereinander mit einem neuen Umsatzrekord von185 Milliarden Euro. Damit übertraf sie ihr Rekordergebnis des Jahres 2006 von 128 Milliarden Euro und verzeichnete eine Steigerung um 44 Prozent.

Längst nicht so auffällig und im medialen Blickpunkt des Geschehens hat sich die seit bald 150 Jahren bestehende Stuttgarter Börse von der kleinen grauen Maus, der noch vor zwei Dekaden der Untergang, mindestens aber das Herabsinken in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit prophezeit wurde, zu einem Star auf dem Finanzparkett entwickelt, der die Privatanleger um sich schart und sich einen erfolgreichen Nischenmarkt gesichert hat.

Unter den Parkettbörsen hat die Stuttgarter Wertpapierbörse im vergangenen Jahr, was den Marktanteil betrifft, Frankfurt überholt. Die dortige Börse dominiert weiterhin im rein elektronisch geführten Aktienmarkt, der hauptsächlich auf Xetra stattfindet. Selbstverständlich arbeitet auch die Stuttgarter Parkettbörse mit einem IT- Handelssystem. Rund 120 Handelsteilnehmer, das sind Beauftragte von Banken-, Handels- und Brokerhäusern, die im Auftrag ihrer Kunden oder als Eigenhandel kaufen und verkaufen, sind mit der Börse Stuttgart verbunden.

Der Erfolgsgarant ist die European Warrant Exchange (EUWAX), ein Börsensegment, in dem zum Teil sehr risikoreiche Papiere gehandelt werden, die sogenannten verbriefte Derivate. Dies sind beispielsweise Optionsscheine, Zertifikaten und Aktienanleihen. Wer damit Geld verdienen will, benötigt Mut und eine gewisse Abenteuerlust, denn bei diesen speziellen Wertpapiere setzt der Anleger auf steigende oder fallende Kurse, Währungen oder Zinsen. Flapsig gesprochen - je nachdem, ob er richtig "gewettet" hat - gewinnt oder aber verliert er. Noch bessere Nerven und schnelle Entschlüsse sind bei sogenannten Knock-Out-Papiere vonnöten, hochspekulative Anlagen, die den Anleger - zögert er zu lange - innerhalb von Stunden mehr als nur ein sprichwörtliches blaues Auge kosten können.

Die Showeffekte, die der Laie im Kopf hat und an der Wall Street noch gepflegt werden - brüllende Makler, die mit hochrotem Kopf immer knapp an der Blutdruckobergrenze an 20 Telefonen gleichzeitig mit Millionensummen handeln - gehören hier längst der Vergangenheit an. Äußerlich ungerührt schieben die Finanzjongleure aufregende Summen ganz nüchtern mit Hilfe modernster Rechner hin und her. Die Stuttgarter Börse verdankt ihren durchschlagenden Erfolg den verbrieften Derivaten. Vor rund zehn Jahren preschte sie mit dieser bis dahin noch wenig beachteten und innovativen Geschäftsidee vor.

Die strategische Neuausrichtung der Börse im Jahr 1999 spann mehrere Facetten erfolgreich zusammen. Die Stuttgarter Börse besetzte eine Nische und sie war die erste, die den Privatkunden Realtime-Kurse anbot - heutzutage eine Selbstverständlichkeit - dazu eine Fülle an Informationen im Internet sowie eine nachvollziehbare und zu anderen Börsen äquivalente Preisgestaltung (Best-Price-Prinzip), aber auch keine handelbare Mengenbegrenzung (Best-Size-Prinzip). Die Handelszeit wurde bis 20 Uhr verlängert und setzte mit diesem Service sowie höchsterTransparenz neue Maßstäbe in der Börsenlandschaft, die rasch Nachahmer fanden.

Rund 270.000 verschiedene Wertpapiere werden mittlerweile in Stuttgart gehandelt. Vor 12 Jahren waren es gerade einmal 4000 Stück. Täglich werden rund 800 Millionen Euro über den virtuellen Ladentisch der Börse geschoben, im Monat sind das fast 1.5 Mio. Orders, die ausgeführt werden. Im Handel mit sogenannten verbrieften Derivaten wurde im Handelssegment EUWAX (European Warrant Exchange) im vergangenen Jahr 2007 ein Handelsvolumen von knapp 137 Milliarden Euro (plus 49 Prozent) umgesetzt. Drei Viertel aller Geschäfte in diesem Bereich werden mittlerweile in der baden-württembergischen Landeshauptstadt getätigt. Damit ist der Stuttgarter Handelsplatz die absolute Nummer Eins in Europa.

Allen, die einmal Börsenluft schnuppern möchten, steht die Besuchergalerie werktags von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr offen. Wer Näheres über den Handel an der Börse Stuttgart erfahren möchte, kann eine Gruppenführung an und vereinbaren.Eine Voranmeldung ist notwendig.

Telefon: 0711 / 222 985 505 oder s
E-Mail: boersenbesuch@boerse-stuttgart.de

www.boerse-stuttgart.de

Struktur der Börse Stuttgart:

Die Börse Stuttgart Holding GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. In sie hat die Vereinigung ihre Beteiligung an der Euwax AG eingebracht. Über Verträge mit der Euwax AG und der Börse Stuttgart AG werden auf der Ebene der Börse Stuttgart Holding GmbH die Entscheidungen getroffen, die für den operativen Betrieb der Stuttgarter Börse und die dabei erbrachten Dienstleistungen maßgeblich sind.

Die Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH ist der Träger der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse und des an ihr stattfindenden Freiverkehrs. Sie stellt der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse, eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts, die Mittel bereit, die die Börsenorgane zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben benötigen. Die Organe der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse - Börsengeschäftsführung, Börsenrat, Zulassungsstelle, Handelsüberwachungsstelle und Sanktionsausschuss - sorgen für die Aufstellung der Regelwerke und die öffentlich-rechtliche, neutrale Überwachung des Börsenhandels. Bei ihrer Tätigkeit werden die Börsenorgane und die Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH durch die Börsenaufsichtsbehörde, das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, kontrolliert. Die öffentlich-rechtliche Organisation des Börsenhandels schafft Vertrauen bei den Privatanlegern und unterscheidet die Börse von außerbörslichen Handelssystemen.

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