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Ein Unternehmen ohne eigene Fabrik

Die Ideenschmiede Dialog Semiconductor aus der Region Stuttgart versorgt die Kommunikations-Giganten mit ausgeklügelter Technik
Stuttgart, 14.03.2011 | 

Der Chef ist selten da, produziert wird auf einem anderen Kontinent, aber die Entwickler arbeiten in der Region Stuttgart. Im beschaulichen Nabern, einem Ortsteil von Kirchheim unter Teck liegt ein Unternehmen, wie es globaler nicht sein könnte. Hier spricht man kein Hochdeutsch, aber Schwäbisch und Englisch. Die Dialog Semiconductor PLC bezeichnet sich selbst als einen der weltweit führenden Entwickler und Lieferanten von integrierten Mixed-Signal-Schaltungen. Diese Schaltkreise beinhalten sowohl analoge als auch digitale Schaltungsteile. Der Name des Unternehmens ist Programm: Semiconductoren sind Halbleiter, ohne die in unserer digitalisierten Welt nichts mehr läuft.

Mixed-Signal-Schaltungen gehören zu den energieeffizientesten Halbleiterprodukten. Verwendung finden die Produkte von Dialog Semiconductor vor allem im Multimedia- und Hörfunkbereich. Dabei hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren auf die Geschäftsfelder Mobilfunk und Automobil spezialisiert. Computer, Telefone, Smartphones, MP3-Player, Radios, Fernsehgeräte, Navigationssysteme, digitale Wasserwaagen, sie alle brauchen die kleinen Wunderwerke, um zu funktionieren. In beinahe jedem dieser Geräte steckt das Know-how der Ingenieursschmiede aus der Region Stuttgart. Zu den größten Abnehmern zählen unter anderem Apple, Bosch und Sony Ericsson. Die Anzahl der Teile, die in den vergangenen Jahren an Kunden ausgeliefert worden sind, beläuft sich auf über eine Milliarde.

Der Chef von Dialog Semiconductor, Jalal Bagherli, betreibt die Firma als reines Entwicklungsunternehmen. Ingenieure tüfteln hier an den Prototypen. Sie werden von TSMC in Taiwan gebaut, einem Chip-Riesen, dessen Produktionsgelände die Größe einer Kleinstadt umfasst. Danach werden die fertigen Chips, deren Innenleben durch Gehirnleistung aus der Region Stuttgart entstanden ist, an anderen Orten in die entsprechenden Geräte eingesetzt.

Der gebürtige Iraner Jalal Bagherli studierte und promovierte in England im Fach Elektronik. Er war unter anderem Manager bei Texas Instruments. Im Jahr 2005 übernahm Bagherli die Leitung des desolaten Unternehmens, das 1981 in Silicon Valley gegründet wurde und am Neuen Markt strauchelte, und krempelte es komplett um. Bagherli ist fasziniert von den Möglichkeiten, die Chips bieten. Kaum noch fingernagelgroß managen die Chips unsere Welt und unsere Kommunikation. Ein entscheidendes Kriterium bei der Weiterentwicklung ist mittlerweile allerdings weniger die Größe, sondern die Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz. Hier spielen integrierte Mixed-Signal-Schaltungen ihre Stärke aus. Für digitale Aufnahmegeräte von Sony lieferte Dialog Semiconductor Bauteile, die bei höherer Klangqualität eine höhere Energieeffizienz garantieren. Udo Kratz, Vice President und zuständig für den Bereich Audio, ist stolz darauf, "dass wir für diese Entwicklung nur 12 Monate gebraucht haben."

Auch in anderen Bereichen sind die Entwicklungen der Ingenieure aus der Region Stuttgart hoch innovativ. Vor wenigen Wochen hat Dialog Semiconductor einen weltweit einmaligen Chip vorgestellt, mit dem sich Videos auf Smartphones und Tablet PCs von 2D auf 3D konvertieren lassen. Zusätzlich wurde eine Steuerung eingebaut, die es erlaubt, 3D-Videos ohne entsprechende Brille zu betrachten. Mark Tyndall, für Entwicklung und Strategie zuständig, erklärt, dass es bislang kaum Anwendungen in 3D gibt. "Umso praktischer ist es, dass wir mit unserem neuen Produkt diese Möglichkeit bieten. Die Umwandlung von zweidimensionalen Inhalten in 3D ist so ausgelegt, dass keine zusätzliche Akkuleistung beim Handy oder Tablet PC abgezogen wird." Im Bereich Automotive ist Dialog Semiconductor ebenfalls präsent. Europas fünf führende Automobilfirmen nutzen das Know-how des Kirchheimer Unternehmens im Bereich Steuerchips für intelligentes Motorenmanagement.

Erst kürzlich hat der Halbleiterkonzern das niederländische Unternehmen SiTel mit 140 Mitarbeitern übernommen, ein Anbieter von Technologien für die drahtlose Kommunikation im Nahbereich und VoIP-Anwendungen (Internet-Telefonie). Die Produkte von SiTel sind in vielen mobilen Endgeräten zu finden, darunter schnurlosen Digitaltelefonen, professionellen drahtlosen Headsets, Spielekonsolen sowie tragbaren medizinischen Geräten. Sie "ergänzen unser Portfolio in idealer Weise, um unsere Geschäftsergebnisse weiter zu steigern", erläutert Jalal Bagherli.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Dialog Semiconductor hat das Geschäftsjahr 2010 mit einem kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg abgeschlossen. Der Umsatz legte um 36,3 Prozent auf den neuen Rekordwert von 296,6 Millionen US-Dollar zu. Der Konzerngewinn wuchs von 32,7 auf 42,5 Millionen US-Dollar. Um das persönliche Engagement der Mitarbeiter zu fördern, hat Bagherli ausnahmslos alle Mitarbeiter bis hin zur Sekretärin über Aktien am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen inklusive der Neuübernahme von SiTel jetzt rund 550 Leute, in Kirchheim sind es 150. Dialog Semiconductor wächst weiter und sucht Entwicklungsingenieure für den Stammsitz. Weitere Niederlassungen des börsennotierten Unternehmens sind über die ganze Welt verteilt, unter anderem in Japan, Korea, China und den USA.

www.dialog-semiconductor.com

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