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Erfolg mit familienfreundlicher Firmenkultur

Unternehmen in der Region Stuttgart setzen auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf - 17 Prozent höhere Mitarbeiterproduktivität
17.11.2011 | 

Es geht eben doch. Flexible Arbeitszeiten, Home-Office und Betreuungsangebote ermöglichen es, Familie und Beruf miteinander zu verbinden. Davon profitieren beide Seiten, denn Familienfreundlichkeit zahlt sich für Unternehmen aus. Die Industrie- und Handelskammer geht davon aus, dass in zwei Jahren in der Region Stuttgart rund 80.000 Fachkräfte fehlen werden. Studien zeigen, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern heute mehr bieten müssen, als ein gutes Gehalt und einen Dienstwagen, um als attraktiver Arbeitgeber zu gelten. Familienfreundlichkeit wird von Arbeitnehmern höher bewertet als finanzielle Anreize. In der Region Stuttgart haben das viele Firmen erkannt, denn sie sind auf gut qualifizierte Frauen wie Männer angewiesen.

Flexible Arbeitszeiten alleine reichen nicht aus, um Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Dies funktioniert nur, wenn es entsprechende Betreuungsangebote gibt. Nicht jeder hat Großeltern, andere Familienmitglieder oder Nachbarn in der Nähe, die flexibel einspringen oder aushelfen, wenn die Eltern bei der Arbeit sind. Kinderbetreuung ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor für Unternehmen. Deshalb haben in den vergangenen Jahren viele Unternehmen die Initiative ergriffen, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen.


Beides geht: Betriebskitas und Belegplätze

Seit einigen Jahren reservieren Unternehmen in bestehenden Kindertagesstätten eigene Plätze für Mitarbeiterkinder. Eine Vorreiterrolle hat dabei die Firma Trumpf aus Ditzingen eingenommen. Das global agierende Familienunternehmen mit einer Frau an der Spitze, die selbst Mutter von vier Kindern ist, hat bereits im Jahr 2004 hat mehrere Plätze in einem Kindergarten gekauft, die für den Nachwuchs der Mitarbeiter reserviert sind. Auch die Autoschmiede AMG aus Affalterbach hat sich vor zwei Jahren dafür entscheiden, Belegplätze in einem Kindergarten in Affalterbach zu kaufen, der Säuglinge und Kleinkinder von zwei Monaten bis zu drei Jahren betreut.

Andere Unternehmen bauen gleich ihren eigenen Kindergarten. Das Esslinger Unternehmen Eberspächer, weltweit gefragter Spezialist für Angastechnik und Fahrzeugelektronik, hat 2008 eine großzügig gestaltete, firmeneigene Tagesstätte gegründet. Im dritten Obergeschoss des Service Center mit Blick auf den Neckar liegt ein kleines Spiel-und Lernparadies mit Piratenschiff und allem, was ein Kinderherz begehrt. Insgesamt bietet es 35 Plätze für Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren, welche in einem offenen, altersübergreifenden Konzept gemeinsam betreut werden. Die langen Betreuungszeiten von 7.30 Uhr bis 17.45 Uhr decken ein weites Spektrum ab. Auch die benachbarten Firmen Index (Maschinenbau) und Bechtle (Verlag der Esslinger Zeitung) nutzen die Kita, die nicht teurer ist, als andere städtische Einrichtungen. Die Differenz zwischen den Gebühren, die die Eltern berappen und den tatsächlichen Kosten eines Kita-Platzes teilen sich die Stadt Esslingen und der Arbeitgeber.


Familienfreundlichkeit genießt Priorität

An anderen Industriestandorten haben sich verschiedene ortsansässige Unternehmen zusammengeschlossen. Im Step (Stuttgarter Engineering Park) ist das Bildungshaus Steppkes etabliert worden. Träger der Einrichtung ist der Verein Kind, in dem haben. Die Kindertagesstätte und eine Grundschule, die auf pädagogischer und organisatorischer Ebene eng verzahnt arbeiten, befinden sich unter einem Dach.

Die Einrichtung bietet insgesamt 90 Plätze für Kinder im Alter von sechs Monaten bis zehn Jahre. Die Betreuungszeiten werden individuell auf die Bedürfnisse der Eltern zugeschnitten und sind ganztags, halbtags oder als flexibler Teilzeitplatz variabel gestaltbar. Bundesweit gesehen, haben 80 Prozent aller Unternehmen Familienfreundlichkeit auf ihre Prioritätenliste gesetzt. Dies beleget der "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit", den das Institut für Wirtschaft in Köln regelmäßig erhebt. Im Jahr 2003 waren es lediglich 46 Prozent.

Um Kommunen und Unternehmen bei der gemeinsamen Planung zu unterstützen wurde von Südwestmetall das Projekt Familiy-Net ins Leben gerufen. Dahinter stehen mehrere Regionalnetzwerke, in denen sich Arbeitgeber, Gemeinden und Institutionen austauschen, aber auch Beratung erhalten, wenn es etwa darum geht, einen Betriebskindergarten zu gründen oder Belegplätze zu mieten. In Neuhausen auf den Fildern hat man auf die Hilfe von Family-Net gesetzt.

Die dort ansässige Firma Balluff - ein Spezialist für Sensortechnik - möchte, wie viele andere Unternehmen auch, nicht auf gut ausgebildete Frauen und Männer in der Familienphase verzichten. Bereits 2007 ist daraus eine Kooperation mit der Gemeinde und dem Verein Kinder- und Elternzentrum entstanden. Die Kindertagesstätte Nesthäkchen nimmt Kinder von zwei Monaten bis zum Kindergartenalter an. Zwischen 7 - 17 Uhr sind die Kinder dort bestens versorgt, so dass berufstätige Eltern unbelastet ihre Arbeit leisten können.


Familienfreundlichkeit als Standortfaktor

Es muss nicht immer ein Kindergarten sein, um jungen Eltern zu helfen und im Beruf zu halten. Die Kreissparkasse Göppingen unterstützt ihre Mitarbeiter mit flexiblen Arbeitszeiten, Ferienbetreuung und individueller Unterstützung. Davon profitieren vor allem berufstätige Mütter. Sie treffen sich während der Elternzeit bei einem speziell eingerichteten Stammtisch, um den Kontakt mit Kollegen zu halten. Darüber hinaus lädt die Kreissparkasse zu regelmäßigen Informationsveranstaltungen und Schulungen ein, um diejenigen, die gerade nicht im aktiven Berufsleben stehen, auf dem Laufenden zu halten. Dies zahlt sich aus. "Rund 90 Prozent der Mütter kehren an ihren Arbeitsplatz zurück," freut sich Gabriele Lepp von der Personalabteilung der Kreissparkasse.

Eine ähnliche Strategie verfolgt die WEKO GmbH. Das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen mit rund 130 Beschäftigten vertreibt Technik zur Anwendung im Maschinen- und Anlagenbau. Die motivierte Belegschaft verdankt Weko den besonders familienfreundlichen Arbeitsbedingungen. Sie liegen der Unternehmensleitung am Herzen. Bei familiären Veränderungen sucht die Geschäftsführung gemeinsam mit den betroffenen Arbeitnehmern nach individuellen Lösungen, die für alle Beteiligten sinnvoll und umsetzbar sind. So etwa, als eine Mitarbeiterin kurzfristig nach einer neuen Tagesmutter suchen musste. In diesem Fall wurde ein Teilzeitplan vereinbart, der bei Betreuungsproblemen nach Absprache kurzfristig geändert werden kann.


Familienfreundlichkeit zahlt sich aus

Die Stuttgarter PR- und Event-Agentur Ansel & Möllers aus Stuttgart hat Familienfreundlichkeit zur Firmenphilosophie erhoben. Wenn eine Mitarbeiterin im Augenblick verhindert ist, springen Kollegen ein. Schließlich ist auch in anderen Unternehmen niemand jederzeit und immer erreichbar. Die Kunden aus der Industrie wissen das und haben keinerlei Probleme damit.

Sogar der Führungskreis des Unternehmens besteht zu 50 Prozent aus Teilzeitkräften. " Wir sind eine Familienagentur, die weniger auf monetäre Ziele ausgerichtet ist, sondern auf Work-Life-Balance", so formulieren es die Agenturinhaber, die mit diesem Modell seit 15 Jahren sehr erfolgreich sind. Im diesjährigen Wettbewerb "W&V Familie", der unter der Schirmherrschaft von Kristina Schröder steht, ist Ansel & Möllers dafür ausgezeichnet worden.

Bei Stihl, dem Weltmarktführer für Motorsägen aus Waiblinger gibt es neben Teilzeit- und Telearbeitsplätzen, Betreuungsplätzen in der Kindertagesstätte "Piccolo Paradiso" zusätzlich ein dreiwöchiges Sommerferienprogramm. Es wird seit vier Jahren gemeinsam mit der Firma Bosch organisiert und angeboten. Zusätzlich haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Essen aus der hauseigenen Kantine von Stihl mit nach Hause zu nehmen - statt Kochen mehr Zeit für die Kinder.

Die Unternehmen aus der Region Stuttgart wissen, dass sich ihr Engagement auszahlt. Firmen mit einer familienfreundlichen Firmenkultur weisen eine um 17 Prozent höhere Mitarbeiterproduktivität auf als ihre Konkurrenten. Dies belegt eine neue Studie des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik (FFP) an der Universität Münster und der Steinbeis Hochschule Berlin.

Das Familienportal der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart bietet einen Überblick zum Betreuungsangebot:

www.region-stuttgart.de/sixcms/list.php

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