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Fast 450.000 Euro regionale Kofinanzierung für Wirtschafts- und Tourismusprojekte

Beim Wettbewerb 2021 vor allem „Gründerfreundliche Kommunen“ erfolgreich
01.07.2021 | 

Seit 2014 schiebt der Verband Region Stuttgart mit dem „Programm zur Kofinanzierung regionaler Modellprojekte und Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Tourismus“ interkommunale, innovative Vorhaben von Kommunen und kommunalen Einrichtungen an. Übernommen werden jeweils bis zu 50 Prozent der Projektkosten. Ein neuer Schwerpunkt in der Förderrunde 2021 ist die „Gründerfreundliche Kommune“. Mit der Aufnahme dieses Themenfelds, bei dem anders als bei anderen Projektanträgen kein interkommunaler Ansatz vorausgesetzt wird, wurden 100.000 Euro an zusätzlichen Fördermitteln eingestellt. So stehen insgesamt 450.000 Euro zur Verfügung. Als weiterer neuer Förderschwerpunkt wurde außerdem erstmalig die „Touristische Vermarktung von Landschaftsparkprojekten“ aufgenommen. Damit soll das Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart ergänzt werden, das Maßnahmen zur Verbesserung der „grünen Infrastruktur“ unterstützt. Mehrere Fraktionen unterstrichen in ihren Wortbeiträgen die große Bedeutung der neuen Förderschwerpunkte – auch, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und Innenstädte zu stärken.

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung am Mittwoch erhielten einstimmig sechs Projekte den Zuschlag. Sie werden mit insgesamt 444.728 Euro unterstützt. 2020 waren die Anträge noch gleichmäßig auf Wirtschaft und Tourismus verteilt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt durchgängig im Bereich Wirtschaft, wobei sich mehrere Projektideen zur „Gründerfreundlichen Kommune“ durchgesetzt haben. Als „roter Faden“ zieht sich das Ziel, die Innenstädte in der Region lebenswert zu gestalten und erhalten, durch die prämierten Projekte.

Die geförderten Projekte

Mit 238.767 Euro erhält ein Vorhaben von gleich zwölf kommunalen Partnern die höchste Kofianzierung: „MachES: Transformation Landkreis Esslingen“ will durch Vernetzung und Zusammenführung von einzelnen, ansonsten möglicherweise doppelt organisierten Angeboten eine gemeinsame landkreisweite gründerfreundliche(re) Atmosphäre mit erleichtertem Zugang zu Beratungsangeboten schaffen. Kernstück ist die Internetplattform „MachES“ mit virtuellen Beratungs-, Buchungs- und Austauschmöglichkeiten so­wie Informationen zu Raumangeboten. Weitere Bausteine sind Fortbildungen und Veranstaltungen für Gründer in verschiedenen Kommunen vor Ort sowie ein partizipativer Ideenentwicklungsprozess für die Esslinger Innenstadt, der neue Ansätze wie etwa Pop-up-Stores verfolgt.

Ebenfalls mit Konzepten für den stationären Einzelhandel beschäftigt sich das Projekt „1+1=Erfolg“, mit dem fünf Kommunen aus dem Rems-Murr-Kreis den Einzelhandel stärken und zukunftssicher machen wollen. Mit 75.900 Euro wird hier unter anderem der Einsatz von „Digitalmachern“ unterstützt, die bestehenden Einzelhandelsbetrieben ihr Wissen rund um Websites und Online-Shops, Social Media oder Online-Marketing vermitteln. Hinzu kommt der Aufbau eines interkommunalen Citylogistiksystems, um Lieferservices für die Kunden anzubieten.

Die Stadt Waldenbuch konnte für ihr „Aktionsjahr Genuss trifft Innovation“ 20.000 Euro an Kofinanzierung gewinnen. Ziel des Projektes ist es, die Innenstadt von Waldenbuch wieder als einen le­bendigen Ort der Begegnung zu entwickeln, Leerstände zu beseitigen und die Bevölkerung in diesem Zusammenhang für das Thema „Gründungen“ zu sensibilisieren. Durch den Themenschwerpunkt „Genuss“ stehen insbesondere Einzelhandel und Gastronomie im Fokus. Gemeinsam mit Weil der Stadt war Waldenbuch gleich mit einem weiteren Projekt im Kofinanzierungswettbewerb erfolgreich: Für „Stadtführungen neu gedacht“ bekommen die beiden Kommunen 46.361 Euro, um mit Erlebnis-Stadtführungen per Pedes und per Rad Touristen in ihre Innenstädte zu locken. Dabei sollen Gastronomie und Einzelhandel bewusst einbezogen werden.  

In Schorndorf soll der Leerstand von derzeit sieben Locations mit Pop-up-Stores angegangen werden und so die Innenstadt attraktiv erhalten werden. Gleichzeitig soll damit potenziellen Gründern, lokalen Produzenten und Künstlern eine Plattform geboten werden, ihre Produkte und Geschäftsideen in einem temporären, experimentellen Rahmen zu erpro­ben. Konkret mietet der Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement Schorndorf dafür unter dem Motto „Startrampe“ selbst leerstehende Räume an und vermietet sie günstig an Einzelhandels-Gründer weiter. Dafür erhält Schorndorf 41.200 Euro Kofinanzierung.

Gründer noch umfassender und effizienter unterstützen wollen auch die drei Standorte von Gründerzentren im Landkreis Göppingen, Salach, Göppingen und Geislingen. Dafür bündeln sie ihre Öffentlichkeitsarbeit und entwickeln eine gemeinsame Dachmarke, unter die auch weitere Kommunen hinzukommen dürfen. In Gründerbootcamps und Workshop-Wochenenden mit Bustour wird Gründern der Rahmen geboten, um ihre Geschäftsideen zu verfeinern und möglichen Investoren vorzustellen. 22.500 Euro ist der Region die Unterstützung dieses Konzepts wert.

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