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Geld verdienen mit dem eigenen Auto: Privates Carsharing gewinnt an Fahrt

Autonetzer.de aus Stuttgart bietet eine besondere Form des Carsharings: Hier können Privatleute ihr Auto an Nutzer aus der näheren Umgebung vermieten - Versicherungsschutz inklusive.
08.06.2012 | 

Klaus hat einen Citroën Berlingo, den er nur selten nutzt. "Mein Auto steht die meiste Zeit im Hof und wird nicht gefahren", sagt der Schreiner aus Ludwigsburg. Und weil er als Familienvater pragmatisch denkt, teilt er seinen Kombi seit Kurzem mit Bekannten und Nachbarn.

Auto besser auslasten, Geld verdienen und nebenbei etwas für die Umwelt tun

Auch Sebastian aus Stuttgart wollte sein Auto besser auslasten. Zur Arbeit in Untertürkheim fuhr er mit öffentlichen Verkehrsmitteln, für Ausflüge in die Innenstadt nahm er lieber das Rad. Verkaufen mochte er seinen Audi A2 dennoch nicht. Deshalb hat er den Wagen - wie Klaus auch - auf der Plattform www.autonetzer.de eingestellt. Der Unterschied zwischen Klaus und Sebastian? Für Klaus ist Autonetzer ein netter Zusatzverdienst, für Sebastian Ballweg ein Full-Time-Job. Denn der 35-jährige Stuttgarter hat sich mit Autonetzer seine Vision vom eigenen Unternehmen erfüllt.

Nach sieben Jahren im Einkauf bei der Daimler AG war für ihn der Zeitpunkt gekommen, etwas Neues zu machen. Am Anfang hat er sogar mehrere Gründungsideen parallel verfolgt, bis er merkte: Die Sache wird zu groß. Er entschied sich schließlich für das Projekt Autonetzer und treibt es seit April 2010 gezielt voran.

Vom Weltkonzern in die Welt der Start-ups

Zunächst war das Geschäft mit dem privaten Carsharing für den studierten Betriebswirt eine "Selbstständigkeit auf Probe": Zwei Tage "schaffte" er weiterhin beim Daimler, den Rest der Woche feilte er am Businessplan und an dessen Umsetzung. Doch schon bald stellten sich erste Erfolge ein und mit ihnen die Gewissheit, dass das Konzept Autonetzer funktionieren kann.

Kurz nach dem Projektauftakt ging Sebastian Ballweg auf Markus Gössler zu. Der Unternehmensberater stieg bei Autonetzer ein und gemeinsam gründeten die beiden "Konzernmenschen" im August 2010 ihr eigenes Unternehmen. "Wenn man aus der Corporate-Welt kommt, ist die Gründung eines Start-ups wie ein Sprung ins kalte Wasser", erinnert sich Sebastian Ballweg. "Vieles ist komplett neu, und um alles muss man sich zunächst einmal selbst kümmern."

Versicherungspauschale deckt alle eventuellen Schäden ab

Besonders intensiv kümmerten sich die beiden Gründer in den folgenden Monaten um eine Versicherungslösung. Denn alle Autos, die über Autonetzer vermittelt werden, sind vollkaskoversichert - unabhängig von der KFZ-Versicherung des Vermieters. "Andernfalls würde wohl kaum jemand sein Auto an einen quasi Fremden ausleihen", so Sebastian Ballweg. Heute buchen die Nutzer der Plattform die Versicherung für einen geringen Pauschalbetrag automatisch mit. 8,90 Euro kostet beispielsweise der Versicherungsschutz für einen ganzen Tag Autofahren. Dazu kommen - je nach Auto - noch einmal zwischen 15 und 50 Euro für die Fahrzeugmiete.

Beim Start der Plattform sah das Modell noch anders aus. "Die größte Herausforderung in der Anfangsphase war, eine Versicherung zu finden, die so flexibel ist wie unser Geschäftsmodell", erklärt Sebastian Ballweg. Deshalb boten die Autonetzer ihren Kunden zunächst eine Flottenversicherung an. Um diese nutzen zu können, mussten die Autobesitzer allerdings ihre alte Versicherung kündigen.

Die Bilanz nach einem Jahr: 1.000 Fahrzeuge und 5.000 registrierte User

Trotz dieser Hürde konnte die Plattform nach dem Go-live im Februar 2011 bald erste Nutzer gewinnen. 50 Fahrzeuge und 250 registrierte User waren es am Ende der Testphase. Im September 2011 nahm Autonetzer dann richtig Fahrt auf. Zuvor hatten die Gründer ihre Plattform einem kompletten Relaunch unterzogen und außerdem auf das heute gültige flexible Versicherungsmodell umgestellt. "Seither wachsen wir monatlich zweistellig", freut sich Sebastian Ballweg. "Deutschlandweit haben bis heute 1.000 Fahrzeugbesitzer ihr Auto bei uns eingestellt. Insgesamt zählen 5.000 registrierte User zur Autonetzer-Community."

Die Registrierung ist kostenlos und unverbindlich. Wer sein Auto aus irgendeinem Grund doch nicht vermieten will oder für den angefragten Zeitraum selbst benötigt, kann jederzeit absagen. Ein Nutzungsvertrag kommt erst zustande, wenn beide Seiten - Mieter und Vermieter - verbindlich zugesagt haben. Die komplette Abwicklung - von der Vertragsausfertigung über die Bezahlung bis hin zur Nutzerbewertung - läuft über Autonetzer. Bezahlt wird über PayPal, Lastschrift oder Kreditkarte.

Ein Netzwerk für Gründer ist bares Geld wert

Nachdem sich das Geschäft mit dem privaten Carsharing nun auch finanziell rechnet, zeigen sich immer mehr Investoren an Autonetzer interessiert. "Wir haben einen Großteil der Fehler eliminiert, die Plattform intensiv getestet und bewiesen, dass das Konzept funktioniert. Das Risiko für einen Geldgeber ist also inzwischen relativ gering", glaubt Sebastian Ballweg. Bislang haben er und Markus Gössler das Unternehmen aus eigenen Mitteln finanziert. Einer Beteiligung wären sie dennoch nicht abgeneigt.

Über Baden-Württemberg Connected e.V. (bwcon) haben sie unlängst einen Business Angel kennen gelernt, der ihnen gleichzeitig wertvolle Kontakte in die Industrie vermittelte. "bwcon war für uns in mehrfacher Hinsicht ein Türöffner", erklärt Markus Gössler. "Der Zugang zu einem solchen Netzwerk ist für Gründer wie uns bares Geld wert."

Wofür sie das "frische" Kapital verwenden würden - auch das wissen die Jungunternehmer bereits: "Wir würden mit dem Geld schnell skalieren", sagt Sebastian Ballweg. Das bedeutet zuallererst, das Team aufzustocken, Marketing und Vertrieb auszubauen und natürlich am Produkt zu feilen: "Wir arbeiten gerade an einer Mobile App, damit die Plattform noch attraktiver und benutzerfreundlicher wird."

Über Baden-Württemberg Connected e.V. (bwcon)
Die Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg Connected - bwcon - fördert und unterstützt Start-ups aus der IT- und Hightechbranche mit einer Reihe von Serviceangeboten. So wie mit dem landesweiten Unterstützungsprogramm Coach & Connect Plus+, das vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wird. In Beratungsgesprächen erhalten junge, expandierende Hightech-Unternehmen und innovative Gründer Rat und Hilfe zu Themen wie Businessplanung und Finanzierung. Zusätzlich veranstaltet bwcon regelmäßig Workshops, Seminare, Roundtables und Fachforen zu spezifischen Gründerthemen. Zudem geben erfahrene Manager im Rahmen der bwcon: Coaching Group ihr Wissen an junge Unternehmer weiter. Und schließlich steht den Start-ups über bwcon ein Netzwerk aus über 480 Unternehmen und Forschungseinrichtungen und mehr als 4.600 Mitgliedern für das Networking und den Erfahrungsaustausch offen.

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