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Große Geburtstagsparty im Lindenmuseum

Vom Württembergischen Verein für Handelsgeographie zu einem der bedeutendsten Völkermuseen
19.05.2011 | 

Das Linden-Museum in Stuttgart gehört zu den herausragenden Völkerkundemuseen Europas. Die Sammlungen enthalten Spitzenobjekte aus Nord- und Lateinamerika, Ostasien, Südasien, der Südsee, Afrika und dem islamischen Orient. Ethnografica stehen dabei neben erstklassigen archäologisch-kunsthistorischen Zeugnissen. Diese Sammlungskombination ist eine Besonderheit, durch die sich das Linden-Museum von anderen ethnologischen Museen unterscheidet.

Früher waren es nur die Ausstellungsobjekte, die das Museum zu bieten hatte, heute stehen auch vielfältige Angebote auf dem Programm. Sie reichen vom Crashkurs Sanskrit, einem Vortrag zur Wunderwelt des Amazonas, einer Führung, die verschlüsselte Informationen auf Textilien und Tongefäßen erklärt bis zu zum Blog-Projekt "Ein Ding aus meiner Welt".

Der Vorläufer des Linden-Museums war der Württembergische Verein für Handelsgeographie und Förderung Deutscher Interessen im Ausland e.V., der von führenden Wirtschaftsvertretern aus der Region 1882 gegründet wurde. 1889 wandelte der Vorsitzende des Vereins, Graf Karl Heinrich von Linden (1838-1910), das daraus hervorgegangene Handelsgeographische Museum in der Gewerbehalle in ein Völkerkundemuseum um, das nach wissenschaftlichen Grundsätzen arbeiten sollte.

Am 15. Januar 1910 starb Karl Graf von Linden, wenige Tage nach Baubeginn des schließlich nach ihm benannten Museums. Der Oberkammerherr sah sein Lebenswerk in der Errichtung eines Völkerkundemuseums, stellte unter großem persönlichen Einsatz dessen Finanzierung sicher und war maßgeblich an der Entwicklung der Inhalte beteiligt.

Beste Beziehungen zu Königshaus und Staatsregierung, eine enge Vernetzung mit der Wissenschaft und eine systematische Sammlungspolitik legten den Grundstein für eines der großen Völkerkundemuseen Europas. Maßgebliche Beiträge zum Aufbau der Sammlung leistete auch der letzte württembergische König Wilhelm II.

Das neoklassizistische Gebäude, in dem sich das Museum immer noch befindet, wurde eigens für die umfangreichen Sammlungen errichtet. Die Vorläufer der Völkerkundemuseen waren die Kunst- und Wunderkammern der Königs- und Fürstenhäuser, die ab dem 16. Jahrhundert alles sammelten, was fremd, exotisch oder selten war - Dinge aus der Natur oder von Menschenhand.

Erst im 18. Jahrhundert begann das gezielte Sammeln von Ethnografica. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Völkerkundemuseen gegründet. Die Kolonialisierung trug dazu bei, dass viele Sammlungen entstanden. Neben einzelnen Forschern brachten Reisende, Missionare und Kolonialbeamte Berichte und Materialien aus allen Teilen der Welt.

Heute zeigt das Linden-Museum Stuttgart neben den sieben verschiedenen Dauerausstellungen zu außereuropäischen Kulturen regelmäßige Sonderausstellungen. In den vergangenen Jahren waren darunter gut besuchte Schauen, wie Indiens Tibet - Tibets Indien: Das kulturelle Erbe des Westhimalaya, Südsee-Oasen: Leben und Überleben im Westpazifik oder die Schamanen Sibiriens: Magier, Mittler, Heiler, die allesamt museumspädagogisch begleitet wurden, ein Aspekt, auf den im Lindenmuseum großen Wert gelegt wird.

Die nächste Sonderausstellung wird am 5. Juni eröffnet. Dann heißt es "Merhaba Stuttgart": 50 Jahre deutsch-türkische Stadtgeschichte. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Linden-Museums Stuttgart, Planungsstab Stadtmuseum Stuttgart und dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart und wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Die Menschen, die mit Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei 1961 nach Stuttgart kamen, haben den Alltag hier stark verändert. Die Ausstellung "Merhaba Stuttgart" blickt auf ein halbes Jahrhundert deutsch-türkischer Stadtgeschichte und vier Generationen schwäbisch-türkischen Miteinanders. In 100 Interviews sind Geschichten von Stuttgarter Bürgern mit türkischen Wurzeln zu erfahren. Die Andenken, kleine Schätze und Talismane, welche die Menschen auf ihrer Reise begleitet haben, werden ebenso Teil der Ausstellung sein, wie erste Anschaffungen in der neuen Heimat.

Am Geburtstagswochenende (27. und 28. Mai) ist der Eintritt ins Museum frei. Das Jubiläum wird mit Musik, Theater, mit Spielen und Bastelaktivitäten aus aller Welt, Familien- und Sonderführungen, Luftballon- und Grußkarten-Aktionen, Geburtstagskuchen und vielen weitere Überraschungen gefeiert werden, worunter der spektakulärste wohl der Löwentanz sein wird, der in China als Glücksbringer bei allen Festlichkeiten dient.

www.lindenmuseum.de

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