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Im 30-Minuten-Takt von Stuttgart nach Göppingen?

Favorit: Kombination aus Regionalzügen und S-Bahnen / Große Unterschiede in den Landkreisen beim Anschluss an die Nacht-S-Bahnen
Stuttgart, 14.11.2012 | 

Das Wort "Regional-S-Bahn" bringt es auf den Punkt. Zusätzlich zu den Regionalzügen könnte nach Fertigstellung von Stuttgart 21 stündlich eine S-Bahn nach Göppingen fahren. Auf der Schiene wäre Göppingen mit Stuttgart dann annähernd im 30-Minuten-Takt verbunden. Das zeigt eine Untersuchung der DB Netz AG zu einem möglichen S-Bahn-Betrieb im Landkreis Göppingen, in dem heute noch keine S-Bahnen fahren. Der Verband Region Stuttgart und die Landkreisverwaltung hatten die Untersuchung beauftragt, die heute im Verkehrsausschuss vorgestellt und einstimmig begrüßt worden ist.

Sofern der Göppinger Kreistag dies mitträgt, soll als nächster Schritt mit einer "standardisierten Bewertung" der wirtschaftliche Nutzen des Projekts nachgewiesen werden. Diese bringt genauere Erkenntnisse über die Kosten und ist notwendig, um die Finanzierung zu klären. Die Investitionen würden sich nach ersten groben Schätzungen auf einen mittleren, zweistelligen Millionen-Euro-Betrag summieren.

Konkret würden die S-Bahnen der Linie S1, die heute in der Hauptverkehrszeit bis Esslingen fahren, durchgehend bis Plochingen und darüber hinaus nach Göppingen verlängert. Positiver Nebeneffekt: Auf der S-Bahn-Linie S1 zwischen Schwabstraße und Plochingen entstünde ein durchgehender 15-Minuten-Takt. Außerdem könnte der heutige Takt der S1 nach Kirchheim/Teck bestehen bleiben. Die Fahrzeit mit der S-Bahn würde von Göppingen bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof 47 Minuten betragen, im Regionalzug 36 Minuten. Auf der Gesamtstrecke der S1 wäre man von Herrenberg nach Göppingen 85 Minuten unterwegs.

Um die "Regional-S-Bahn" aufs Gleis zu setzen, müssten wohl vier neue S-Bahn-Fahrzeuge gekauft werden. Des Weiteren müssten die Bahnsteige an den Bahnhöfen Reichenbach, Ebersbach, Uhingen, Faurndau und Göppingen um 20 Meter verlängert werden. Da die Bahnsteige 20 Zentimeter niedriger sind als für S-Bahn-Fahrzeuge erforderlich, müsste ein Konzept für den barrierefreien Einstieg entwickelt werden.

Die DB Netz AG prüft derzeit, welche Möglichkeiten es gibt, bereits ab 2016 einen S-Bahn-Verkehr im Landkreis Göppingen zu verwirklichen.

In Verbindung mit der Aufnahme in den Verkehrs- und Tarifverbund (VVS) liegt für den Kreis Göppingen jetzt eine gute Entscheidungsgrundlage auf dem Tisch, machte Helmut Noë (CDU) deutlich. "Der Kreistag Göppingen sollte das Angebot jetzt akzeptieren". Jürgen Lämmle (SPD) freute sich darüber, dass Bewegung in das Thema kommt. Knackpunkt im Kreistag sei noch die Entscheidung über den Endpunkt Göppingen oder Süßen. "Man solle mutig vorangehen", sagte Mark Breitenbücher (Grüne). Die Vorzugsvariante bis Göppingen sei ein erster wichtiger Schritt, wünschenswert wäre die Verbindung bis Geislingen. Finanziell sieht Bernhard Maier (Freie Wähler) für den Landkreis Göppingen "einen erheblichen Aufwand" zukommen. Aus Sicht der Region sei das Vorgehen begrüßenswert. Das Konzept werde die Nachfrage nach ÖPNV auch in Göppingen deutlich steigern, so Armin Serwani (FDP) mit Verweis auf den Erfolg der S-Bahn nach Kirchheim/Teck. Wolfgang Hoepfner (Linke) kritisierte, dass Göppingen nicht den S-Bahn-Standard erhält, der in der Region üblich ist.
***

Einheitlicher durch die Nacht

Große Unterschiede in den Landkreisen beim Anschluss an die Nacht-S-Bahnen

Statt der regionalen Nachtbusse gehen in der Nacht von Samstag, 8., auf Sonntag, 9. Dezember die S-Bahnen an den Start. Drei Abfahrten wird die S-Bahn dann in den Wochenendnächten und Nächten vor Feiertagen auf allen Linien und in jeweils alle Richtungen haben. Am Flughafen ist man aus dem kompletten Netz um 4.12 Uhr oder 4.32 Uhr. Das lässt sich der Verband Region Stuttgart rund 1,1 Millionen Euro kosten. Auf Antrag der SPD-Fraktion hat sich der Verkehrsausschuss heute mit den Anschlüssen an die Nacht-S-Bahnen beschäftigt, die in der Verantwortung der Landkreise und der Stadt Stuttgart liegen.

Insgesamt werden nachts künftig 85 Prozent der Städte und Gemeinden in der Region Stuttgart erreicht, und damit mehr Orte als bisher. Aus Sicht des Fahrgastes zeigt sich das Nahverkehrsangebot allerdings uneinheitlich - mal mit Bussen und mal mit Taxis, teilweise mit VVS-Ticket (Ludwigsburg, Böblingen und Stuttgart) und teilweise mit extra Aufschlag (Esslingen und Rems-Murr-Kreis). Deswegen sieht die überwiegende Mehrheit der Regionalräte die Notwendigkeit, die Anschlüsse in den Kreisen verkehrlich und tariflich zu vereinheitlichen. Im Sinne eines ÖPNV aus einem Guss müsse es auch nachts ein flächendeckend gleichwertiges Angebot geben.

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PI_S_Bahn_GP_Nachtsbahn.pdf(91 kB)

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