Suche

presseservice.region-stuttgart.de

Kraftstoff aus Marktabfällen

Demonstrationsanlage produziert Biogas aus Obst- und Gemüseabfällen des Stuttgarter Großmarkts
Stuttgart, 29.10.2012 | 

Abfälle von Großmärkten sollen künftig energetisch genutzt werden: Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB haben gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft eine Demonstrationsanlage gebaut, mit der sich welkes Gemüse und matschiges Obst vergären lassen. Das Biogas wird gereinigt und steht als Kraftstoff für Autos zur Verfügung. Die Pilotanlage haben die Forscher direkt neben dem Stuttgarter Großmarkt auf dem Gelände des Heizkraftwerks Stuttgart-Gaisburg aufgebaut.

Bisher wird Biogas zumeist in Kleinkraftwerken verwertet. Hierbei entsteht neben Strom auch Wärme, doch diese geht häufig ungenutzt verloren. "Unser Ansatz ist es, aus Abfällen die maximal mögliche Menge an Biogas zu erzeugen und anschließend als Kraftstoff für mobile Anwendungen aufzubereiten", erläutert Dr. Ursula Schließmann vom Fraunhofer IGB. Die Forscher setzen dabei auf wässrige Bioabfälle mit wenig verholzten Pflanzenteilen. "Diese Abfälle lassen sich optimal vergären, so dass wir einen hohen Wirkungsgrad erzielen", sagt Schließmann.

Pro Jahr können in der Demonstrationsanlage 160 Tonnen Rohbioabfälle vergoren werden. Eine Herausforderung: Die Abfälle vom Großmarkt setzen sich jeden Tag anders zusammen, mal ist viel Salat dabei, mal viele Zitrusfrüchte. Die Mikroorganismen, die die Bioabfälle zu Biogas umsetzen, benötigen jedoch jeweils konstante Umgebungsbedingungen. "Wir lagern den Ausschuss vom Großmarkt in verschiedenen Vorratsbehältern. Hier werden automatisch einige Parameter des Abfalls bestimmt, etwa der pH-Wert", erläutert Ursula Schließmann. Ein eigens entwickeltes Managementsystem errechnet schließlich, wie viele Liter des Abfalls aus welchen Behältern gemischt und zu den Mikroorganismen gegeben werden.

Alles wird verwertet

Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, Stoffkreisläufe weitgehend zu schließen. "Es ist uns gelungen, alles zu verwerten - vom Biogas über das flüssige Filtrat, das bei der Vergärung entsteht, bis zum nicht weiter vergärbaren schlammartigen Rest", freut sich Schließmann. Dabei helfen unter anderem Bioreaktoren mit Mikroalgen. Diese benötigen nur Kohlendioxid, Sonnenlicht und das Filtratwasser aus der Biogasanlage als Nährmedium. Die entstehende Algenbiomasse kann dann ebenso in der Biogasanlage vergoren werden. Und auch der schlammartige Gärrest wird verwertet: Die Rückstände werden in einem Katalysator bei hohem Druck und hoher Temperatur ebenfalls in Methan umgewandelt.

Das in der Anlage entstehende Biogas wird aufbereitet, verdichtet und in einer Gastankstelle gespeichert. Ein Versuchsfahrzeug der Daimler AG kann nun mit dem Biogas betankt werden. "Mit Eröffnung dieser Biogasanlage haben wir nicht nur die Chance, den regenerativen Kraftstoff in der Praxis mit unseren Versuchs- und Entwicklungsfahrzeugen zu testen, sondern profitieren auch von der guten Emissionsbilanz durch Biogas", so Dr. Christian Mohrdieck von der Daimler AG. "Die Erfahrungen, die wir aus dem EtaMax-Projekt ziehen, helfen uns bei der Entwicklung neuer gasbetriebener Fahrzeuge. Das ist ein weiterer Baustein für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft."

Wirtschaftsförderung Region Stuttgart auf Twitter

Der neue in medias res ist da! Das Thema im Juni 2018: Werbung. https://t.co/BZxrFDf6L6 #WRS #RegionStuttgart #Werbung #inmediasres · vor 1 Tag
Treffpunkt #Automotive: Wirtschaft im digitalen Wandel am 14.6, 15 Uhr in der #ARENA2036. Teams von… https://t.co/3oFee0DuY9 · vor 3 Tagen
Montagsseminar: Die Kunst der Dialoggestaltung. Autor und Dramaturg Oliver Schütte zeigt, wie gute Dialoge geschrie… https://t.co/IzybH15ITs · vor 5 Tagen