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Mit Fahrrad und Streitwagen zum Golfen

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Golftrolley "Streitwagen" von Essedum aus Kirchheim / Teck

Stuttgart, 25.02.2008 | 

Eine sperrige Golftasche voll mit Schlägern, Tees und anderer Ausrüstung zwingt Golfspieler meist ins Auto, um zum ersehnten Grün zu gelangen. Jetzt können die Sportler ihrer Passion auch leicht und umweltfreundlich per Fahrrad nachgehen: Georg Humburg aus Kirchheim/Teck bei Stuttgart hat den ersten Trolley entwickelt, den Golfer auch ans Fahrrad hängen können. Für seine "Streitwagen" getaufte Erfindung erhielt der 31-jährige Sportökonom bei der Wintersportmesse ispo jüngst den Volvo SportsDesign Award "EcoDesign".

Es gibt viele Fahrradanhänger, aber keiner eignet sich als Golftrolley. Und es gibt viele Golftrolleys, keiner lässt sich jedoch an einem Fahrrad befestigen. Der Kirchheimer Georg Humburg setzte auf die Idee, beide Funktionen miteinander zu verbinden. Herausgekommen ist ein zerlegbarer Trolley, der sowohl als Fahrradanhänger auf der Fahrt zum Platz, wie auch als gewöhnlicher Handwagen während des Spiels eine gute Figur macht.
Die Idee für das ungewöhnliche Gefährt kam ihm bei seinem ersten Job nach dem Studium im Vertrieb eines Mountainbike-Herstellers. "Wir suchten nach einer Möglichkeit, Mountainbikes an zahlungskräftige Golfer zu vermarkten" erzählt Humburg. Sein Chef fand die Idee der Präsentation hochwertiger Räder auf dem Golfplatz gut und gab Humburg die Möglichkeit, einen Prototypen des Anhängers zu entwickeln.
Technisch war das durchaus eine Herausforderung. Denn ein Golftrolley muss vor allem leicht und einfach in der Handhabung sein, während bei einem Fahrradanhänger Stabilität und Laufruhe im Vordergrund stehen, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Gelöst hat der 31-jährige das Problem mit einer speziellen Geometrie des Rahmens und durch die Verwendung von Aluminiumrohr, wie es auch bei hochwertigen Mountainbikes verbaut wird. Trotz der hohen Stabilität bringt der Trolley so nur rund vier Kilo auf die Waage.
Eine weitere Besonderheit ist die ausziehbare Deichsel. Dank ihr lässt sich der Trolley gut austarieren, egal wieviele Driver, Putter und Wedges mit auf die Runde gehen. Ein gutes Jahr Tüftelei steckt in dem Wagen, mittlerweile ist aber alles perfektioniert: "Der läuft so sanft wie eine Katze hinter dem Rad her", berichtet Humburg.
So überzeugt war der Kirchheimer schließlich von seiner Entwicklung, dass er beschloss, den Trolley patentieren zu lassen und selbst zu vermarkten. Seiner Firma verpasste er den Namen "Essedum", nach der Bezeichnung der Römer für die keltischen Streitwagen. Denn, so der Gedanke, der Anblick eines Radlers mit Anhänger erinnert an ein römisches Streitwagengespann. "Streitwagen" taufte Humburg auch sein Produkt, den Trolley selbst. Neben dem Äußeren des Gefährts waren dafür auch die erwarteten Diskussionen auf dem Golfplatz Inspiration: "Der Name erschien uns passend, weil wir dachten, dass der Wagen zu einigem Streit führen würde."
Den gab es zwar nicht, für reichlich Gesprächsstoff aber sorgte das innovative Transportmittel durchaus, als der Tüftler bei Testfahrten auf dem Golfplatz auftauchte. "Die einen fanden es sportlich frisch, die anderen sahen darin den Verfall der Etikette" schreibt er in seinem Blog. Manche Golfspieler fürchteten gar um den Rasen, wenn er mit dem Mountainbike und Trolley auf dem Golfplatz ankam. Bei Humburg freilich bleibt das Fahrrad am ersten Abschlag stehen: "Die Runde mache ich zu Fuß, das ist ja schließlich die Idee beim Golf", betont er. Doch insgesamt seien die Reaktionen auf den Trolley eher positiv gewesen. Eine Mutter wollte ihm sogar gleich den Prototypen abkaufen, damit sie ihren Sohn nicht mehr mit dem Auto zum Platz fahren muss.
Mittlerweile läuft des Geschäft mit den Trolleys - wenn Humburg auch noch nicht davon leben kann. Doch der Absatz steigt. Handfeste Zeitersparnis ist Humburgs wichtigstes Verkaufsargument: Mit dem Motto "You can"t get faster to the first tee" richtet er sich vor allem an Golfer, die in der Nähe eines Platzes wohnen. "Für Entfernungen bis zu zehn Kilometer ist das Fahrrad das perfekte Transportmittel. Schließlich fahren viele Leute auch zum Schwimmen oder zum Einkaufen mit dem Rad. Warum nicht auch zum Golf?" argumentiert er. Dass er gerade beim eher konservativ geltenden traditionellen Golferpublikum besondere Überzeugungsarbeit leisten muss, ist Humburg klar - und wirbt selbstbewusst und mit leichter Ironie: "Porsche kaputt oder Benzin alle? Dann nimm den Streitwagen und fahr mit dem Rad!"

www.essedum.com

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