Suche

presseservice.region-stuttgart.de

Neue Crowdfunding-Plattform für Kulturprojekte

Regionale Unterstützung für Kulturschaffende in der Corona-Zeit – mit Crowdfunding zukunftsweisende Kulturprojekte voranbringen
04.02.2021 | 

Die Regionalversammlung setzt ein Zeichen für Künstler und Kulturschaffende und somit für eine von den Corona-Einschränkungen hart getroffene Branche: Der regionale Wirtschaftsausschuss beschloss am Mittwoch, eine neue Crowdfunding-Plattform für zukunftsweisende Kulturprojekte mit einer Anstoßfinanzierung zu fördern. Dafür und für die konkrete Förderung der Projekte stellt der Verband Region Stuttgart 14.000 Euro zur Verfügung. Den gleichen Betrag soll die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) beisteuern. Das Projekt soll von der WRS gemeinsam mit der KulturRegion Stuttgart umgesetzt werden.

„Die Mittel sind keine Spenden und kein Überbrückungsgeld, sondern wir wollen damit unserem Auftrag für regionale Gestaltung nachkommen“, betonte Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling. Die Idee, mit diesem Betrag in der Größenordnung des 2020 wegen Corona ausgefallenen Sommerempfangs die regionale Kulturszene sinnvoll zu unterstützen, entstand in der letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses Ende November. Die Geschäftsführerin der KulturRegion Stuttgart, Bettina Pau, zeigte sich dankbar für den Impuls, denn angesichts der aktuell prekären Lage für Kulturschaffende laufe man Gefahr, kreatives Potential zu verlieren. „Gerade jetzt besteht eine gute Möglichkeit, neue Ideen und Ansätze auszuprobieren“, so Pau. Gleichzeitig fehlten Gelder, sie umzusetzen.

Das Konzept
Das Konzept für eine dauerhafte, regionale Crowdfunding-Seite hat die WRS gemeinsam mit der Kulturregion Stuttgart entwickelt. Damit möchte man vielfältige kulturelle Ideen und neue Formate fördern und so auch gezielt Experimente und Wagnisse ermöglichen. Beispielsweise geht es um Ideen, wie Kunst und Kultur auch in Zeiten von Kontakteinschränkungen realisiert werden können. Rund 5.000 Euro soll der Aufbau der Crowdfunding-Seite kosten, der Restbetrag soll ebenso wie weitere eingeworbene Gelder von Unternehmen, Privaten und Institutionen den Projekten direkt zugutekommen. Bewerben können sich regionale Künstler*innen sowie Kulturämter aus der Region. Die Einreichungen werden auf ihre Förderfähigkeit und Umsetzbarkeit hin geprüft. Die Seite wird voraussichtlich ab Mitte Februar abrufbar sein über die Webseiten www.region-stuttgart.de oder www.kulturregion-stuttgart.de   

Stimmen aus den Fraktionen
„Wir sind dankbar für den Vorschlag und unterstützen ihn gerne“, war die Reaktion von Andreas Koch (CDU/ÖDP). Im Hinblick auf den Anstoß dazu aus seiner Fraktion meinte er: „Es ging uns darum, ein Zeichen zu setzen. Unsere Kulturschaffenden leisten eine tolle Arbeit und jetzt ist es an der Zeit, ihnen weiterzuhelfen.“ Mit diesem Ansatz habe man nun gute Voraussetzungen, dass mit einer Anschubfinanzierung ein Mehrwert geschaffen wird. Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) begrüßte die Idee für die konkrete Umsetzung, denn derzeit seien viele Kreativschaffende in „dramatischen Situationen“. Insbesondere die langfristige Perspektive über die kurzfristige Hilfe hinaus gefiel ihr an dem Konzept. Die Expertise für eine Beurteilung der eingereichten Projekte sieht sie bei der KulturRegion Stuttgart gut verortet. Die Fraktion der Grünen möchte mit ihren Sitzungsgeldern für die nächste Regionalversammlung den Betrag aufstocken. „Aus einer schwierigen Situation wurde nun das Beste daraus gemacht“, resümierte Andreas Hesky (Freie Wähler). Generell sollte man jedoch insbesondere in der jetzigen Situation zurückhaltend sein, eingesparte Gelder auszugeben. Hesky informierte, dass es im Rems-Murr-Kreis eine Crowdfunding-Plattform für Kulturschaffende „mit einer etwas anderen Ausrichtung“ bereits gibt. Die Plattform brauche „permanente Bewerbung“, damit die Anstoßfinanzierung gemehrt werde. „Wenn Aktivitäten in der Region gebündelt werden, ist das förderwürdig“, konstatierte Harald Raß (SPD). „Bis zum Ende der Pandemie sollte man die Voraussetzungen dafür schaffen, dass ein Wiedereinstieg gelingen kann.“ Gerade Künstler*innen sollte man jetzt die Möglichkeiten geben zur Ausübung ihrer Tätigkeiten. Auch Stephan Köthe (AfD) begrüßte das Vorhaben und brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass es sich langfristig gut entwickelt. Volker Weil (FDP) befand das vorliegende Konzept als „hervorragend“ und freute sich, dass der Impuls dazu aus dem Ausschuss aufgegriffen wurde. Jedoch brauche eine Plattform umfangreiche flankierende Kommunikationsmaßnahmen. Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) verwies darauf, dass die Stärkung der Kreativwirtschaft in der Region ein Anliegen seiner Fraktion sei. Denn „Kunsttreibende sind auch außerhalb der Pandemie nicht auf Rosen gebettet“.

Die Presseinformation als PDF-Download