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Regionsbürger schätzen die hohe Lebensqualität

Repräsentative Ergebnisse der ersten Bürgerumfrage des Verbands Region Stuttgart vorgestellt – Stau...
23.09.2013 | 

 96 Prozent der befragten Regionsbürger halten die Lebensqualität für gut oder sehr gut. Natur und Landschaft (39 Prozent) sind die mit Abstand größten Pluspunkte in der Region Stuttgart. Infrastruktur, Oper/Theater sowie das Jobangebot sind weitere positive Merkmale, die danach folgen. Als größte Probleme werden das Straßennetz (31 Prozent) angesehen, Stuttgart 21/Filderbahnhof mit 30 Prozent, der öffentliche Verkehr mit 13 Prozent sowie die Kinderbetreuung mit 6 Prozent. Die Menschen in der Region Stuttgart wünschen sich einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien und stimmen einem behutsamen Umgang mit nicht bebauten Flächen mehrheitlich zu. 

Das sind repräsentative Ergebnisse einer Bürgerumfrage, die heute im Wirtschaftsausschuss vorgestellt worden sind. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH hatte die Umfrage im Auftrag des Verbands Region Stuttgart zwischen dem 1. und dem 4. Juli 2013 vorgenommen. 44 Fragen stellten die Interviewer am Telefon den exakt 1.366 Regionsbewohnern ab 16 Jahren. Im Mittelpunkt standen Themen, die einen Bezug zu den Aufgaben und Handlungsfeldern des Verbands Region Stuttgart haben, also die Verbundenheit zur Region, die Zufriedenheit mit einzelnen Lebensbereichen, das ÖPNV-Angebot, Windkraft und Regionalplanung sowie Aufgaben der Region. Um mögliche Unterschiede innerhalb der Region Stuttgart zutage zu fördern und davon planerische Erkenntnisse abzuleiten, wurden die Stichproben der Befragten nach zwei Merkmalen gezogen: nach der Größe des Wohnorts (Stadt Stuttgart, Gemeinden über 20.000 Einwohner und Gemeinden unter 20.000 Einwohner) als auch nach der dort vorhandenen öffentlichen Verkehrsanbindung. Der Kernraum umfasst das Stadtgebiet Stuttgart, in dem die Stadtbahnen fahren. Der erweiterte Kernraum wird vom S-Bahn-Netz definiert und der Großraum liegt außerhalb des S-Bahn-Netzes.

„In Sachen Lebensqualität stellt die Umfrage der Region das beste Zeugnis aus, was man geben kann“, so das Fazit von Wirtschaftsdirektor Dr. Jürgen Wurmthaler. „Wir sind alle aufgerufen, beim Verkehr Ideen zu entwickeln, mehr gemeinsam zu regeln.“ „Unterm Strich wurden die Aufgaben und die Arbeit des Verbands Region Stuttgart in einer sehr schönen Weise gewürdigt. Nach knapp 20 Jahren ist das ein Ergebnis, das sich für eine so kleine Institution sehen lassen kann“, führte Dr. Wurmthaler aus. 

Daumen hoch für Einkaufen, Naherholung und Kultur
Fast 60 Prozent der Befragten fühlen sich mit der Region verbunden. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Leute hier geboren oder zugezogen sind. Grundsätzlich gilt: Je weiter die Befragten im Kern der Region leben, je höher ihr Bildungsgrad und je älter sie sind, umso höher ist auch die Verbundenheit. Eine flächendeckend hohe Zufriedenheit lässt sich bei den Einkaufsmöglichkeiten, der Erholung in der Natur sowie dem Freizeit- und Kulturangebot ablesen. Große Unterschiede gibt es dagegen beim Urteil über den ÖPNV. Mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) geben dem ÖPNV in der Region zwar sehr gute (24 Prozent) oder gute (44 Prozent) Noten, allerdings: im Kern der Region fällt die Zustimmung wesentlich größer aus, je weiter davon entfernt umso mehr bröckelt diese positive Bewertung. Der Preis ist der wichtigste Stellhebel, damit Busse und Bahnen häufiger genutzt werden, finden 60 Prozent der Befragten. 41 Prozent der Bürger sprechen sich dafür aus, das S-Bahn-Netz zu erweitern, 42 Prozent, vor allem im Kern der Region, geben Taktverbesserungen den Vorzug. 

Skepsis gegenüber Flächenverbrauch
Was die Region über alle Raumkategorien hinweg eint ist die Unzufriedenheit mit dem Wohnungsmarkt. Über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) halten die Verhältnisse im Immobiliensektor für weniger oder gar nicht gut, im Kern der Region sind es sogar 70 Prozent. „Der sensible Umgang mit Flächen, den die Regionalversammlung pflegt, ist im Sinne der Bürger“, stellt Dr. Jürgen Wurmthaler fest. Abgelehnt wird es nämlich von 54 Prozent, zusätzlichen Wohnraum auf der grünen Wiese zu bauen. Selbst im Kernraum liegt diese Ablehnung noch bei 48 Prozent. Zur Schaffung von Arbeitsplätzen würden 48 Prozent allerdings zustimmen, freie Flächen zu bebauen. Diese für Bahnstrecken oder Straßen zu verwenden stößt bei 60 Prozent beziehungsweise 71 Prozent auf Ablehnung. 44 Prozent wünschen sich einen schnelleren Ausbau der Windkraftnutzung. Das Sankt-Florians-Prinzip scheint hier nicht zu greifen. Denn ein Drittel der Befragten (68 Prozent) wäre damit einverstanden, dass in ihrer Nähe ein Windrad gebaut wird.

43 Prozent der Befragten haben schon mal vom Verband Region Stuttgart gehört. Je weiter im Großraum, je höher das Alter und je länger in der Region wohnhaft, umso größer die Bekanntheit. „Hier gibt es noch einiges zu tun, doch das Ergebnis ist angesichts der Rahmenbedingungen respektabel“, so Dr. Wurmthaler. Bei der Beurteilung des Bekanntheitsgrads müsse man berücksichtigen, dass der Verband Region Stuttgart im Gegensatz zu allen anderen Ebenen keine Aufgaben mit direktem Bürgerkontakt besitzt.

Der Aufgabenzuschnitt beim Verband Region Stuttgart passt, finden 39 Prozent. 20 Prozent der Befragten meinen, es dürfte ruhig ein bisschen mehr regional geregelt werden, vor allem in den Bereichen Verkehr (56 Prozent) und Umweltschutz (52 Prozent). Auch bei der offen gestellten Frage, in welchem Themenbereich mehr gemeinsam geregelt werden soll, nennen 36 Prozent der Befragten den ÖPNV an erster Stelle.

Umfrage als gute Grundlage für weitere Arbeit
Für Roswitha Schenk (CDU) „ist es erstaunlich“, dass die Befragten, die Umsetzung der Energiewende als zu langsam einschätzen und „dass die Menschen kein Problem mit Windrädern in ihrer Umgebung haben“. Die Umfrage sei eine gute Grundlage. Helmut Hartmann (SPD) erkennt die Erwartung der Bevölkerung, auf dem Gebiet „Arbeitsmarkt und Weiterbildung etwas zu tun haben.“ Es mache durchaus Sinn, „dass der Verband Region Stuttgart in ein paar Punkten mehr Zuständigkeiten bekommt.“ Andreas Hesky (Freie Wähler) fragt sich, „wie man den Gegensatz in den Köpfen der Menschen lösen kann, Straßen zu bauen ohne Fläche dafür zu verwenden. Wahrheit lebt im Konkreten.“ Aus der Umfrage sollten keine vorschnellen Schlüsse im Hinblick auf neue Aufgaben für den Verband Region Stuttgart gezogen werden.

„Wir finden viele Ergebnisse, die unsere Arbeit bestätigen“, sagte Michael Lateier (Grüne). „Verkehr ist ein Problem. Die Lösung des Problems wäre eine Verlagerung des Verkehrs auf den ÖPNV. Das wird ganz deutlich durch die Umfrage mitgetragen“. Für Gabriele Reich-Gutjahr (FDP) ist es „erstaunlich, dass der ÖPNV so positiv abschneidet, obwohl es im Befragungszeitraum Probleme gab“. Interessant sei, dass die Verbundenheit mit Europa größer ist als die mit der Region. Friedhelm Hoffmann (Linke) sieht in Staus und der Ablehnung neuer Straßen keinen Widerspruch. Daraus würden sich für die Region neue Schwerpunkte in Richtung ÖPNV ableiten.

Die ausführlichen Ergebnisse der Bürgerumfrage (mit Grafiken) finden Sie in der Rubrik Sitzungsunterlagen auf der Homepage des Verbands Region Stuttgart unter www.region-stuttgart.org.

Presseinformation (als pdf)

 

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