Suche

presseservice.region-stuttgart.de

Schiller auf der Tüte

Das Schillerjahr 2009 feiert den 250. Geburtstag des Dichters mit einem umfangreichen Programm und der Aktion "Schillertüte"
Marbach am Neckar, 04.02.2009 | 

Manche mögen sich noch mit Schrecken daran erinnern, wie sie einst "Die Glocke" auswendig lernen mussten, jenes Schiller-Gedicht, das mit epischer Länge glänzt. Andere wiederum haben in ihrem Leben nie eine Zeile Schiller gelesen und trotzdem fleißig seine Allgemeingut gewordenen Sentenzen zitiert, so etwa "Die Axt im Haus erspart den Zimmermann".

Friedrich Schiller wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden und das Land und die Region Stuttgart feiern den Dichter, der seinen Lorbeerkranz nicht allein seines dichterischen Schaffen wegen trägt. Zwar gilt er gilt neben Goethe als der deutsche Klassiker schlechthin, doch neben seinem Schaffen als Dichter und Dramatiker war Friedrich Schiller auch Historiker, Philosoph und in seinem Denken der Freiheit und der Aufklärung verpflichtet.

Mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung in Schillers Geburtshaus durch Ministerpräsident Günther Oettinger wurde am 2. Februar 2009 das Schillerjahr offiziell eingeläutet. Das umfangreiche Jahresprogramm, das seinen Schwerpunkt in Schillers Geburtsstadt Marbach hat, erlaubt viele Möglichkeiten, sich dem Dichter und Denker zu nähern. Die Ausstellungen, Literaturveranstaltungen und Theateraufführungen im Jubiläumsjahr machen das breite Spektrum des Wirkens und der Person Friedrich Schillers deutlich.

Schiller in der Region Stuttgart

In der Region Stuttgart hat Schiller die ersten 24 Jahre seines Lebens verbracht, in Marbach am Neckar, wo er am 10. November 1759 geboren wurde und die ersten fünf Jahre dort aufwuchs. Sechs weitere Jahre seiner Kindheit hat Schiller zudem in Ludwigsburg verbracht. Die direkt am barocken Marktplatz gelegene Lateinschule, die er besuchte, ist noch erhalten. Von 1773 bis 1775 besuchte er die Militärakademie auf der Solitude. Dort finden im Jubiläumsjahr spezielle Führungen statt. Bis 1782 lebte Schiller dann als Arzt und Dichter in Stuttgart.

Friedrich Schiller hat Schranken des Denkens nie akzeptiert. Früh verstand er sich als Weltbürger, der Drill der Hohen Karlsschule war nicht seine Welt und so kam es dazu, dass er die berühmt-berüchtigte Festung auf dem Hohensperg bei Ludwigsburg von innen kennenlernte. Als Friedrich Schiller dann mit 23 Jahren als Autor die Theaterbühne betritt, löste er einen der leidenschaftlichsten Skandale der deutschen Theatergeschichte aus. "Das Theater glich einem Irrenhause" und "Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme" lauten die berühmten zeitgenössischen Beschreibungen zur Uraufführung der "Räuber". Schillers Werke wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern begeistert aufgenommen. Die Erfolge auf der Bühne minderten jedoch nicht seine finanziellen Probleme. Lange Jahre schlug sich Schiller mit Geldsorgen herum. Seine Verse schockieren das Theaterpublikum heute nicht mehr, doch die zeitlose Faszination seiner Werke ist geblieben und bildet bis heute ein inspirierendes Potenzial für das moderne Regietheater.

Von der Lesung bis zur Schillerlinde

Schillers leidenschaftliches Interesse an Geschichte, aber auch an aktuellen Geschehnissen und Debatten innerhalb und außerhalb der Grenzen seiner Heimat spiegelt sich in seinen Werken. Dieser Spannungsbogen von Enge und Weite, von Nah und Fern bildet den Rahmen für die Literaturreihe "Marbach - Deutschland - Europa - Welt" im Schillerjahr. Bekannte europäische Autoren lesen und diskutieren, international angesehene Wissenschaftler greifen Schillersche Ideen auf und verknüpfen sie mit aktuellen Debatten.

Man kann sich Schillers Spuren und seinem Wirken auf vielerlei Weise nähern. Neben den offiziellen Programmpunkten bieten sich zu jeder Zeit Spaziergänge zu Orten an, die mit der Person Friedrich Schillers verbunden sind, so etwa der Stuttgarter Weinwanderweg, der bei Hedelfingen-Rohracker am historischen Gasthaus Waldhorn mit dem Schillererker vorbeiführt. Dort soll Friedrich Schiller seinen Roman "Die Räuber" geschrieben haben. Die Legende ist zwar nicht historisch verbürgt, aber eine romantische Vorstellung, die sich man sich nicht versagen muss. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine starke Verehrung für Schiller, von der zwei Aussichtspunkte in Stuttgart zeugen. Die Schillereiche wurde 1865 auf einem Grundstück oberhalb der Neue Weinsteige auf der Schillerhöhe gepflanzt. Auf der Wangener Höhe steht die Schillerlinde mit großartigem Blick über das Neckartal. Das Gelände wurde im Mai 1905 zum 100. Todestag Friedrich Schillers eingeweiht. Historisches Gelände zieht sich in Gerlingen von der Fachklinik Schillerhöhe über die heutigen Sportplätze der KSG bis zur Einmündung der Panoramastraße in die Wildparkstraße. Als Schillers Eltern 1775 auf die Solitude zogen, legte Schillers Vater, der die Hofgärtnerei leitete, dort auf sieben Hektar eine große Baumschule an, die 4.000 Obstbäume umfasste.

Schiller auf dem Fernsehturm und auf der Bäckertüte

Ein Höhepunkt der anderen Art wird das Marbacher 18. Jahrhundert-Fest am Wochenende des 2. und 3. Mai 2009 werden. Marbacher Vereine und Bürger, Schauspieler und Gaukler, Musiker und Tänzer werden ein Bild der vergangenen Zeit zeichnen. Neben Markttreiben, Handwerkerpräsentationen und einem kulinarischen Gastronomieangebot aus jener Zeit verwandeln Kostümgruppen, Schauspielerszenen und Kinderspiele Marbach für zwei Tage in eine Stadt vor 250 Jahren.

Im April 2009 wird sogar der Stuttgarter Fernsehturm in das Schillerjahr einbezogen: "Ganz oder gar nicht" heißt das Theater, das über den Wolken gespielt wird. Eine ganz besondere Aktion im Rahmen des Schillerjahres ist die "Schillertüte". Bei dieser Aktion der Stadt Stuttgart, des Kulturamts, der Bäckerinnung und des maringo-Verlags werden Bäckertüten mit Kurzgeschichten bedruckt, die mit einem Schillerzitat beginnen. Dazu braucht es jedoch viele unentdeckte "Schiller", die bei diesem literarischen Wettbewerb mitmachen. Eine fünfköpfige Jury wählt die besten 15 eingereichten Kurzgeschichten aus, die maximal 400 Wörter lang sein dürfen. Sie werden dann zwischen Mai und November monatlich wechselnd auf Bäckertüten der Innung gedruckt und über alle teilnehmenden Stuttgarter Bäcker in ganz Stuttgart verteilt. Also schnell den Schiller aus dem Bücherregal geholt, ein schönes Zitat herausgesucht und dann mit einer Minigeschichte verbunden wird. "Ist keine Hilfe gegen solchen Drang?" ( Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, II, 2)

www.schillerjahr2009.de

www.schillertuete.de

www.dla-marbach.de

www.dla-marbach.de/aktuelles/das_schillerjahr_2009/index.html

www.schillerstadt-marbach.de

www.schillerverein-marbach.de

www.schloss-solitude.de
Sonderführungen
Kostümführungen
Führungen für Schulklassen

www.stuttgart-tourist.de

Geschichte herunterladen:
Programmheft_Schiller.pdf(1.4 MB)

Wirtschaftsförderung Region Stuttgart auf Twitter

Der neue in medias res ist da! Das Thema im Juni 2018: Werbung. https://t.co/BZxrFDf6L6 #WRS #RegionStuttgart #Werbung #inmediasres · vor 1 Tag
Treffpunkt #Automotive: Wirtschaft im digitalen Wandel am 14.6, 15 Uhr in der #ARENA2036. Teams von… https://t.co/3oFee0DuY9 · vor 3 Tagen
Montagsseminar: Die Kunst der Dialoggestaltung. Autor und Dramaturg Oliver Schütte zeigt, wie gute Dialoge geschrie… https://t.co/IzybH15ITs · vor 5 Tagen