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Sonne auf Knopfdruck

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Sonnensimulator der Universität Stuttgart

Stuttgart, 12.03.2010 | 

Die Universität Stuttgart hat einen weltweit einzigartigen Sonnensimulator in Betrieb genommen. An dem neuen Teststand können die Forscher die Strahlungsintensität einer künstlichen Sonne computergesteuert regeln und so die Leistung kompletter Solaranlagen wetterunabhängig testen. Die neue Anlage ist eine bedeutende Erweiterung des Forschungs- und Testzentrums für Solaranlagen am Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW).

Der neue Sonnensimulator besteht im Wesentlichen aus einem großen Feld starker Halogenlampen. Sie bestrahlen eine Fläche von bis zu zehn Quadratmetern mit einem Licht, das dem Spektrum der Sonne sehr ähnlich ist. Die Forscher können die Strahlungsintensität von 100 bis 1.000 Watt pro Quadratmeter computergesteuert regeln und verschiedene Lichtbedingungen simulieren - selbst wenn draußen grauster Winter ist. Damit bietet der neue Teststand gerade für die mittel- und nordeuropäischen Länder große Vorteile. Aufgrund der geringen Solareinstrahlung war eine Prüfung von Solaranlagen im Winterhalbjahr bisher kaum möglich.

Zudem verringert der dynamische Simulator die Prüfdauer neuer Solaranlagen und verkürzt damit deren Entwicklung. Denn mit dem neuen Teststand können die Forscher die entsprechenden Prüfsequenzen beliebig steuern, wo sie bei den bisherigen Außentests auf gutes Wetter warten mussten. So hoffen sie, die steigende Innovationsintensität auch der deutschen Solarthermiebranche zu unterstützen.

Das Forschungs- und Testzentrum für Solaranlagen am ITW ist das größte Prüfzentrum für thermische Solartechnik in Europa. Neben deutschen Firmen nutzen auch Unternehmen aus ganz Europa, der Türkei, USA und China das Zentrum zur Prüfungen von Kollektoren und Solaranlagen. Die eingeworbenen Drittmittel in Millionenhöhe finanzieren die Arbeitsplätze von 20 Institutsmitarbeitern. Den Aufbau des neuen Simulators wie auch die Entwicklung der zugehörigen Testverfahren hat das Bundesumweltministerium mit rund einer Million Euro unterstützt.

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