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Stuttgarts größter Sandkasten

Strandatmosphäre im Höhenpark Killesberg und bis zu 40 Tonnen schwere Kunstwerke aus Sand
Stuttgart, 04.08.2010 | 

Aus Sand lässt sich allerhand machen. Quarzsand ist bei der Herstellung von Glas dabei, ebenso wie bei Mikrochips. Manchmal gerät Sand sogar zum Kunstwerk. So wie derzeit in Stuttgarts größtem Sandkasten im Höhenpark Killesberg. Hinter einem Bambusmattenzaun, der das 1.300 Quadratmeter große Areal beim Kinderspielplatz begrenzt, stehen ein drei Meter langer ICE, eine Stadtkulisse, riesige Menschengesichter - und all das geformt aus Sand. Diese und viele andere Sandkunstwerke sind Teil der Ausstellung "Sandwelten 2010" im Höhenpark. Die fantasiereichen Sandkunstwerke stehen unter dem Motto "Mobilität der Zukunft" - so wie Stuttgart von jeher an der Spitze innovativer Ideen und Erfindungen steht, allen voran im Bereich Mobilität.

Mit den Sandförmchenfiguren und Liegestuhlburgen, die der gemeine Urlauber sonst in den Sand setzt, hat das hier nicht viel gemeinsam. Nicht allein die Dimensionen sind ganz andere. Denn die kunstvollen Skulpturen sind bis zu drei Meter hoch und 40 Tonnen schwer und überdauern den ganzen Sommer. Männer und Frauen, die längst dem Förmchen-Alter entwachsen sind, frönen hier ihrer großen Leidenschaft: dem Modellieren von Sandgebilden mit Maurerkelle, Schaufel, Pinsel, Teppichmesser und Strohhalm.

"Carver", so nennen sich die Meister ihres Fachs, benutzen keinen normalen Strandsand. Der ist von den Wellenbewegungen rundgewaschen - und jeder, der einmal versucht hat Murmeln zu stapeln, weiß, dass dies nicht gelingt. Mit Würfeln ist das Aufschichten hingegen simpel, und deshalb wird Sand mit kantigen Körnern verwendet. 500 Tonnen Sand sind auf dem Areal verarbeitet worden. Der Sand stammt aus Ringingen bei Ulm und zeichnet sich durch seine Feinheit und den hohen Lehmanteil aus. "Der Sand hier ist perfekt", schwärmt Uwe Bürkle. Der Tübinger Steinbildhauer ist einer der Künstler, die aus einem harten, nassen Sandblock - schon dessen Herstellung ist eine eigene Kunst - eine Skulptur schneiden.

Gleichwohl ist ein Hauptmotiv bei vielen Werken erkennbar: der ICE. Auch Bürkle, der den Bogen schlagen will vom Tunnelbau zu Fossilien, lässt am Boden seiner Skulptur einen kleinen ICE aus einem riesigen Ammoniten herausfahren. Er musste sich langsam von oben nach unten arbeiten und penibel darauf achten, dass der Sand optimal feucht blieb. "Die Grundidee steht, aber die Arbeit ist ein Prozess." Gelegentlich kann schon mal ein Stück Sand wegbrechen, dann muss repariert oder improvisiert werden. Wind und Wetter sind für die Carver nur so lange ein Risiko, bis die Skulpturen ausgehärtet sind. Nach dem Trocknen sind sie so hart, dass sie selbst Regengüssen und Stürmen standhalten können.

Zehn Teams mit je zwei Leuten aus aller Herren Länder haben die Skulpturen gestaltet. "Sie gehören zur internationalen Elite", sagt Initiator Markus Streibel. Eine Jury kürte den holländischen Künstler Martijn Smits zum Sieger der Ausstellung. Smits formt nicht nur Skulpturen aus Sand, sondern auch aus Schnee, Eis und Holz.

Liegestühle und Strandtheke lassen in der Sandwelt Urlaubsatmosphäre aufkommen. Großzügig ausgelegte Sandelsachen laden zum Selbergestalten ein. Wem das noch nicht genügt, der kann sich im Höhenpark Killesberg weiter vergnügen: mit dem Besucherzügle fahren, den Tazzelwurm besuchen, im Höhenfreibad planschen, das Tal der Rosen und den Dahliengarten und die Blütenpracht der Seenterrassen genießen, dem Streichelzoo einen Besuch abstatten und vom Aussichtsturm aus den Rundblick genießen.

Die Sandwelt hat bis zum 30. September täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Haltestelle Höhenfreibad (Buslinie 50) oder Maybachbachstrasse (U6, U13)

www.sandwelten2010.de

Wie entsteht eine Sandskulptur?

Für die Sandskulpturen wird ein ganz normaler ungewaschener Grabsand verwendet. Der Sand hat ein gebrochenes, kantiges Korn und einen Tongehalt von rund 20 Prozent. Durch das Mischen mit Wasser und das maschinelle Verdichten mit Stampfern aus dem Straßenbau wird eine sehr hohe Festigkeit des Sandes erreicht.

Nach dem Aufbau einer Sandkistenpyramide wird mit der Erschaffung der Skulptur von oben, mit Öffnung der ersten Form, begonnen. Die Formen und ihre Größe werden vorher in einer Skizze festgelegt. Im Arbeitsprozess selbst lässt sich dann noch bedingt etwas ändern oder man kann auf Unfälle reagieren.

Mit viel Geduld arbeitet sich der Künstler dann von oben nach unten durch. So kann in zwei Wochen eine Arbeit in der Größe von 3 bis 4 Metern Höhe entstehen, die durch den Firnis und den Tongehalt bis zu einigen Jahren bestehen bleiben kann. Zur Arbeit werden ganz normale Bauwerkzeuge wie Kellen oder auch Palletmesser aus der Malerei verwendet. Aber auch Schaufeln, Spaten, Formen und Pinsel finden ihren Einsatz. Wenn es zwischendurch regnet, wird die unfertige Skulptur abgedeckt. Fertige Teile werden mit einer Mischung aus einem natürlichen Leim und Wasser fixiert und halten mittleren Regen problemlos aus, der wie an einer imprägnierten Zeltplane abperlt.

Wenn der Sand und die Leimoberfläche durchgetrocknet sind, erreicht die Skulptur ihre höchste Festigkeit und muss regelmäßig besprüht werden. Da die Skulpturen sehr fragil sind, dürfen sie sich nicht über längere Zeiten mit Wasser vollsaugen, sonst wird der Sand zu schwer, die Skulptur schwemmt sich auf und wäscht aus. Doch gerade diese Vergänglichkeit macht einen großen Reiz der Skulpturen aus.

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