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Stuttgarts steinernes Bilderbuch

Das Lapidarium - ein Ort für Genießer und ein Blick in die Stadtgeschichte mit italienischem Flair
24.04.2011 | 

Inmitten eines der am schönsten erhaltenen Innenstadtviertel liegt das einzige Freilichtmuseum Stuttgarts. Das städtische Lapidarium ist ein Ort zum Flanieren, zum Genießen, zum Zeichnen und ist auch in der Museumslandschaft etwas Besonderes.

Kaum eine andere Stadt kann eine ähnliche Sammlung in einer vergleichbaren, historischen Gartenanlage aufweisen. Über 200 Plastiken und Überreste zerstörter oder abgerissener Bauten der Stadt sind in der grünen Oase am Fuße der Karlshöhe aufgestellt. Nicht ohne Grund wird das Lapidarium auch als das steinerne Bilderbuch des alten Stuttgart bezeichnet. In diesem besondern Ambiente werden in der Sommerzeit Lesungen, Konzerte und Kunstveranstaltungen abgehalten.

Die Wände entlang der Arkadengänge sind mit Reisesouvenirs des sammelwütigen Historismus dekoriert : Steinplattenfragmente, abgebrochene Füße von Skulpturen und Tafeln, die der italophile Schwiegersohn des Stuttgarter Fabrikanten Gustav Siegle, Carl von Ostertag-Siegle, von seinen Reisen mitbrachte. Seine Sammlung diente als Anregung für die Parkanlage, die 1905 errichtet wurde.

Das Landschaftsbild spielt mit der Italiensehnsucht der damaligen Zeit. Im Wandelgang weht auch in der größten Sommerhitze ein kühlendes Lüftchen. Von dort hat man einen guten Blick auf das große Mosaik und den Apoll im Hintergrund. Die terrassierte Anlage ist nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten gestaltet und durchsetzt mit Künstlerkopien des 19. Jahrhunderts, so etwa Statuen wie die ihre Sandalen lösende anmutige antike Venus, der "Knabe in Gefahr" - im Volksmund nur das "Muggenbüble" genannt - oder Apollon, dessen Original in den Vatikanischen Museen steht.

Das Freilichtmuseum bietet überdies einen besonders reizvollen Zugang zur Bau- und Kulturgeschichte der Landeshauptstadt. Über zweihundert Plastiken und Überreste zerstörter oder abgerissener Bauten der Stadt sind zu sehen. So bilden unter anderem die berühmte Jaspis-Schale aus dem Besitz der Königin Olga (1858), die Eingangsfassade vom Wohnhaus des Baumeisters Heinrich Schickardt, das Portal der großen Mühle in Berg (1613) sowie das kostbare Portalfragment des Alten Steinhauses (ca. 1250) die bedeutendsten Stücke der Anlage.

In einem anderen Bereich des Lapidariums sind weitere Entdeckungen zu machen. So steht dort eine Statue von Bismarck und einer Trauernden. Als Rarität gilt die Grabtafel einer 18-jährigen Ehefrau, von der ihr Witwer verewigen ließ, dass man eine "höchst vergnügte Ehe" hatte - allerhand in pietistischen Gefilden.

Teile des Gartens und der Bausubstanz fielen Bombenzerstörungen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer. Beinahe wäre der Garten nach dem Krieg geschlossen worden. 1950, erwarb die Stadt die Anlage und richtete auf Initiative von Professor Gustav Wais das Städtische Lapidarium ein. Die Atmosphäre des "steinernen Gartens" mit Terrassen, Brunnenhof und alten Bäumen ist ruhig und zauberhaft zugleich. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde die Anlage saniert und 1999 wurde es als Kulturdenkmal eingestuft.

Am 7. Mai öffnet das Lapidarium wieder seine Pforten. Das aktuelle Programm findet sich im beigefügten pdf-Flyer.

www.stuttgart.de/lapidarium

Geschichte herunterladen:
Lapidarium%202011.pdf(331 kB)

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