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Unsichtbare Kraftprotze in luftiger Höhe

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Ganz ohne Werkzeig wird das Cobranet-System in der Baumkrone befestigt.

Stuttgart, 30.05.2012 | 

Fast unsichtbar tragen sie die Last von mehreren Tonnen - schwer vorstellbar, dass zwei bis drei Kilo Seil ganze Baumriesen zusammenhalten können. Doch der Schein trügt: Wenn Wind durch die Baumwipfel weht, verhindert das Cobra-System, dass schwingende Äste brechen und Menschen gefährden könnten.

Nur wer genau hinsieht, kann die Sicherung in zahlreichen Baumkronen erspähen - Suchende werden in Stuttgart beispielsweise im Schlossgarten, vor dem Staatsministerium und am Bärensee in Vaihingen fündig. Denn die schwarzen Kunststoffseile, die das Herzstück des Systems darstellen, sind völlig unauffällig. Durch sie werden zwei oder mehr Äste eines Baumes miteinander verbunden: So werden nicht nur sie unterstützt, sondern der ganze Baum wieder verkehrssicher. Damit dieser so schonend wie möglich behandelt wird, schützen Spreizbänder und ein Scheuerschutz die Rinde am Ast, an dem das System befestigt wird. Ein Ruckdämpfer in der Mitte des Seils macht das System elastischer und federt starke Windstöße ab.

Die Produkte der pbs Baumsicherungsprodukte GmbH werden in Stuttgart konfektioniert und sind seit Jahren ein Exportschlager: Insgesamt bedient die Firma 30 Großhändler auf vier Kontinenten. In Europa und den USA schon seit etlichen Jahren, mittlerweile sind sie auch auf dem chinesischen, russischen und japanischen Markt zu haben. "Unsere Systeme sind überall montiert - sogar im Vatikan", erklärt Peter Göhner, der die Firma seit 2005 leitet. Damit ist das 1993 gegründete Unternehmen, das lediglich vier Mitarbeiter beschäftigt, Marktführer in diesem Bereich. Das Erfolgsgeheimnis? "Wir sind eine schwäbische "Cleverle-Firma" - unser Produkt ist einfach wie genial", sagt Göhner. Dafür spricht die Beständigkeit der Kronensicherung: Erfunden wurde das System von dem Stuttgarter Produktdesigner Hans Vetter und dem Ingenieur Lothar Wessolly, der vor etwa 20 Jahren an der Universität Stuttgart die entscheidende Idee hatte. Seitdem hat es sich kaum verändert. "Es ist lediglich stärker geworden", erklärt Göhner.

Kronensicherungen sind überwiegend nötig, wenn Bäume über Jahre hinweg nicht richtig gepflegt wurden, so dass keine stabile Krone gewachsen ist. Stehen sie in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Plätzen, Kindergärten oder Schulen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: sichern oder fällen. Eben diese Frage stellte sich auch bei einem über 25 Meter hohen Baum, der direkt neben dem Schloss Solitude wächst. "Er würde jetzt nicht mehr stehen, wenn es unsere Systeme nicht gäbe", davon ist der Geschäftsführer überzeugt. Neben dem Personen- und Sachschutz ist der Erhalt solcher Naturdenkmäler ein wichtiger Aspekt beim Einsatz der cobra Kronensicherungen.

Die Herausforderung an die Sicherung: Für die Montage in Schwindel erregender Höhe darf kein sperriges Werkzeug benötigt werden. Allein die Hände des Baumpflegers müssen genügen, um die Kronensicherung anzubringen. Allenfalls eine Schere ist hilfreich, um das schwarze Hohltau auf die gewünschte Länge zu kürzen. Bei richtiger Montage kann das cobra-System bis zu zwölf Jahre in den Wipfeln befestigt bleiben, sofern es alle zwei bis drei Jahre überprüft wird. Dass sich der Baum im Lauf der Zeit verändert, tut dem keinen Abbruch: Es wächst einfach mit. Je nach Baum- und Astgröße gibt es mehrere Varianten: Die kleinste Ausführung hält Lasten von bis zu 500 Kilogramm aus, die stärkste bis zu acht Tonnen. Der größte Feind des Taus aus Polypropylen sind weder Wind noch Witterung, sondern die UV-Strahlen der Sonne. Die schwarze Farbe sorgt dafür, dass ihr Einfluss so klein wie möglich bleibt.

www.cobranet.de

www.youtube.com/user/cobratreecabling

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