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Unverbrauchte Landschaft und filmfreundliches Umfeld

Die erste Daily Soap aus Baden-Württemberg startet: Gedreht wird im Ludwigsburger Werkzentrum Weststadt und im Landkreis
16.04.2009 | 

Noch gehört die Region Stuttgart nicht zu den Hot Spots deutscher Serienproduktionen, doch dies könnte sich bald ändern. In den vergangenen Wochen konnten Anwohner und Zaungäste in und um Ludwigsburg ein Filmteam beobachten, dessen Arbeit nun im Fernsehen ausgestrahlt wird. Am Montag, 20. April startet in der ARD um 18.50 Uhr eine neue Vorabendserie. "Eine für alle - Frauen können"s besser" - das ist der Titel der Daily Soap und das Motto von Lilli Lemcke, gespielt von Katharina Schubert. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder, arbeitet als Schweißerin bei den Wetzmann-Werken und meistert ihren Alltag mit viel Humor und Optimismus und bietet gierigen Investoren die Stirn.

Ende Januar dieses Jahres begannen die Dreharbeiten. Das fiktive Städtchen Dorach, in dem die Handlung spielt, verteilt sich auf unterschiedlichste Drehorte. Die meisten Szenen entstehen in den ehemaligen b.tv-Studios in Ludwigsburg, die komplett entkernt wurden, um auf rund 2.300 Quadratmetern etwa 30 verschiedenen Kulissen unterzubringen. Auch am Ludwigsburger und am Bietigheimer Marktplatz war das Filmteam schon unterwegs, ebenso in Oberriexingen, wo die Außenfassade eines Hauses Lillis Wohnung markiert. Zunächst sind 200 Folgen geplant. Wenn die Serie Erfolg hat, wird weitergedreht. Rund 50 der 130 Mitglieder des Produktionsstabs stammen aus Baden-Württemberg. Von der Fernsehserie profitieren auch Unternehmen in der Region, die bei der Produktion involviert sind. "Rund acht Millionen Euro bleiben im Land", schätzt Staatsminister Wolfgang Reinhart. Geplant sei auch, auch die Filmakademie für einige Folgen in die Produktion einzubeziehen.

Dir Produktionsgesellschaft Rubicon GmbH stammt ebenfalls aus Ludwigsburg. Als deren Geschäftsführer Dirk Eisfeld im Sommer 2008 das Exposé für die Serie bei der ARD auf dem Tisch legte, war die zuständige Redaktion bei der ARD begeistert von der Geschichte. Auf die Frage, ob drohende Arbeitslosigkeit und Existenzängste die richtigen Themen für eine leichte Unterhaltung sind, antwortet Eisfeld: "Wir wollten etwas, das sich echt anfühlt und keinen rein märchenhaften Ansatz hat." Erfahrung und Renommeé bringt er mit. Für die Sat.1-Anwalts-Komödie "Edel & Starck" erhielt er 2002 den Deutschen Fernsehpreis, sein bislang größter Coup gelang ihm mit der Serie "Verliebt in Berlin", die Millionen Zuschauer begeisterte. Eine Herausforderung ist das Projekt für Eisfeld dennoch: "Es ist das erste Mal, dass ein komplexes Wirtschaftsthema mit Humor in eine Serie gepresst wird", sagt er.

Als fiese "Heuschrecken" drohen, die Wetzmann-Werke zu zerschlagen, will sie gemeinsam mit ihren Freundinnen Bärbel (Yasmina Djaballah), Yvonne (Katharina Kaali) und Melanie (Anna Hopperdietz) ihre Arbeitsplätze und ihr gewohntes Leben bewahren. In ihrer impulsiven und risikobereiten Art sieht Lilli nur einen Ausweg: Sie kauft die Firma für den symbolischen Preis von einem Euro und tauscht Schweißerjacke gegen Chefsessel. Gemeinsam mit ihren Freundinnen nimmt sie den Kampf gegen die Finanzinvestoren auf, der das Leben der vier Frauen komplett auf den Kopf stellt. Auch wenn so manche Situation oft ausweglos zu sein scheint, gibt Lilli nicht auf.

Die Zuschauer erwartet beileibe keine Serie zur Finanzkrise, sondern eine gut gemachte Geschichte mit dramatischen und komischen Elementen. Nicht alles, was Lilli Lemcke anpackt, klappt auch, so viel sei schon verraten. Aber in der Krise steckt bekanntlich auch immer eine Chance. Auch bei den Arbeiten lief nicht immer alles nach Plan. Das erste Drehbuch wurde eingestampft und komplett umgeschrieben und als beim Drehtermin auf dem Ludwigsburger Marktplatz plötzlich Fahnen zum 300-jährigen Stadtjubiläum hingen, musste der Aufnahmeleiter kurzfristig umplanen.

Die Schauspieler haben in jeden Fall gut zu tun. Dreharbeiten von acht Uhr früh bis sieben Uhr abends sind keine Seltenheit. Realitätsnähe ist oberstes Gebot: Zur Vorbereitung auf ihre Rollen gehörte für die Hauptdarstellerinnen zum Beispiel ein Schweißkurs und Lillis Seriengatte Thorsten Nindel ließ sich von der Ludwigsburger Feuerwehr einweisen, um sich auf seine Rolle als Feuerwehrmann Bernd richtig vorzubereiten. Dagegen stammt das Vorbild für Mimmis Kiosk, Treffpunkt der Freundinnen um Lilli, vom Bonday Beach in Australien: eine Mischung aus Coffeeshop und Buchhandlung.

Am meisten schätzt das Film- und Produktionsteam die entspannte Atmosphäre und vor allem die vielen unverbrauchten Motive der Region - im Gegensatz zu Berlin oder Köln. "Die Leute freuen sich, wenn sie ein Fernsehteam treffen," sagt Eisfeld. "Wir sind mit offenen Armen empfangen worden." Es sei ihm noch nie passiert, dass ein Oberbürgermeister anruft, zum Mittagessen einlädt und fragt: "Was können wir für Sie tun?"

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