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Virtuelle Karosserien und optimierte Kraftstoffeinspritzung

Stuttgart, 13.07.2010 | 

Bei der Entwicklung und Optimierung neuer Produkte hat sich der Einsatz von Simulationsmethoden gerade in der Automobilindustrie immer stärker durchgesetzt. Der Exzellenzcluster Simulation Technology (SimTech) der Universität Stuttgart verfügt in diesem Bereich über breites Know-how, das der industrienahen Forschung zugute kommt. Dies belegt auch die Zusammenarbeit des Forschungsverbunds mit dem Automotive Simulation Center Stuttgart e.V. (ASCS). Derzeit setzen die beiden an der Universität angesiedelten Vorzeige-Zentren zwei Gemeinschaftsprojekte um.

Die Region Stuttgart verfügt als Forschungs- und Entwicklungsstandort in der Automobiltechnik über außerordentliche Fachkompetenz. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, arbeiten Automobilbauer und Zulieferer eng mit Experten aus Wissenschaft und Forschung zusammen. Wie fruchtbar diese Kooperation von Grundlagenforschern mit Praktikern aus den Unternehmen sein kann, demonstriert unter anderem das 2008 gegründete Automotive Simulation Center Stuttgart e.V. (ASCS), an dem auch das regionale Kompetenzzentrum VDC Fellbach beteiligt ist. Mit ihrer breitgefächerten Expertise aus dem Exzellenzcluster SimTech bringt die Universität Stuttgart jetzt weitere Forschungsimpulse in zwei Projekte ein.

In einem der beiden Vorhaben, dem Projekt "SimOSek", arbeiten die Projektpartner daran, dass in den Autos künftig weniger Energie unnötig verpufft. Erreichen wollen sie dies, indem sie die sogenannte sekundäre Kraftstoffeinspritzung bei Motoren mit Dieselpartikelfilter optimieren. "Wir setzen numerische Simulationsverfahren ein, um die komplexen physikalischen Phänomene, die den Kraftstoffverbrauch beeinflussen, realitätsgetreu zu modellieren", erklärt Professor Bernhard Weigand vom Institut für Thermodynamik der Luft- und Raumfahrt an der Universität Stuttgart. Weigand bringt mit seinem Team die wissenschaftliche Erfahrung in das Projekt mit ein. Neben den Partnern aus der Wirtschaft - Porsche, Daimler und CD-Adapco - engagiert sich auch das Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart bei dem Projektvorhaben.

In dem zweiten Projekt mit dem Titel "Import von FE-Strukturen in MKS-Code" werden bestehende Softwaremodelle mit neuen Methoden so optimiert, dass das dynamische Zusammenspiel einer Karosserie mit anderen Bauteilen eines Autos wie der Vorder- und Hinterachse besser bestimmt werden können. Dabei kann die Genauigkeit der Simulation erstmalig mathematisch präzise vorgegeben werden. "Gelingt dies, kann die virtuelle Fahrt der numerisch berechneten Automobile über 3D-Straßenprofile noch genauer und mit kürzerer Rechenzeit simuliert werden", sagt Professor Peter Eberhard von Institut für Technische und Numerische Mechanik. Er leitet das Projekt, an dem von Wirtschaftsseite aus die Firmen Daimler, Porsche, INTES und Altair Engineering beteiligt sind.

Die Universität Stuttgart war mit SimTech im November 2007 beim Forschungscluster-Wettbewerb erfolgreich, der im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern initiiert wurde. Im Cluster werden die vielfältigen Expertisen der Universität Stuttgart auf dem Gebiet der Simulationstechnologien gebündelt und weiterentwickelt.

www.simtech.uni-stuttgart.de
www.asc-stuttgart.de
www.vdc-fellbach.de

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