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Volle Konzentration trotz Behinderung

Mittelstandspreis 2012 für Reinert Kunststofftechnik aus Bissingen/Teck für die Integration von Behinderten
16.07.2012 | 

"Bei uns ist der Umgang mit behinderten Menschen alltäglich. Sie kommen freudig jeden Morgen durchs Firmentor und stehen ihren Mann in der Produktion und Montage." So beschreibt Jürgen Hahn, Geschäftsführer der Reinert Kunststofftechnik GmbH, den Alltag in dem Unternehmen aus Bissingen/Teck. Für dieses gelebte soziale Engagement im Umgang mit behinderten Menschen ist die Firma nun mit dem Mittelstandspreis 2012 des Landes und der Caritas ausgezeichnet worden.

Vor 15 Jahren begann Jürgen Hahn damit, behinderte Menschen in der Firma zu integrieren. Der Geschäftsführer selbst arbeitet seit 1987 im Kirchheimer Aktionskreis für Menschen mit und ohne Behinderung (AKB). Dort treffen sich Menschen, die sich sonst selten begegnen. Für Hahn war das private soziale Engagement der Auslöser, um dieses Modell in das Wirtschaftsleben zu übertragen. Der Integrationsfachdienst des Landkreises unterstützte die Firma dabei.

Vollkommen in den Arbeitsablauf integriert

Seit 1997 arbeiten im normalen Schichtbetrieb der Bissinger Firma mittlerweile 10 Menschen mit Behinderung. Im Jahr 2006 ist das Unternehmen zusätzlich eine Kooperation mit der Werkstätte Esslingen-Kirchheim (WEK) eingegangen. In einer Außengruppe gehen die Frauen und Männer bei Reinert Kunststofftechnik vollkommen selbstständig ihrer Arbeit nach und sind, wie Jürgen Hahn berichtet, völlig in den Tagesablauf integriert.

Sie bedienen Maschinen, entgraten und montieren Teile oder prüfen und verpacken fertige Produkte. Dies funktioniert sehr gut, "weil es ihnen besonders leicht fällt, Tätigkeiten auszuüben, die einen konzentrierten und festgefügten Arbeitsablauf erfordern", so die langjährige Erfahrung von Jürgen Hahn. In einem produzierenden Betrieb gibt es dafür immer genügend Betätigungsfelder. "Viele Kollegen, die Unternehmen leiten, zweifeln daran, dass sich Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung so gut integrieren lassen. Aber das ist aus den genannten Gründen gut machbar."

Ein Modell auch für andere Firmen

Jürgen Hahn hofft, dass er anderen Firmen Mut macht, sich dem Thema zu nähern und abzuklären, ob dies im eigenen Umfeld möglich wäre. "Unsere behinderten Mitarbeiter sind besonders zuverlässig und hochmotiviert und durch diese sinnvolle Tätigkeit erhalten sie große Bestätigung, sagt Hahn. "Ob bei der Entlohnung oder beim Urlaubsanspruch - sie werden gleich behandelt."

Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen durch sein soziales Engagement positiv auffällt. Bereits 2009 verliehen die Caritas und das Wirtschaftsministerium dem Unternehmen im Rahmen des Mittelstandspreises den Titel "Sozial engagiert 2009", und im Sommer 2004 würdigte der Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern das vorbildliche Handeln der Reinert Kunststofftechnik GmbH&Co.KG. Die Bissinger Firma stellt sich nicht nur im sozialen Bereich ihrer Verantwortung. Sie ist auch als "Ökoprofit-Einsteiger" im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes und der Energieeffizienz vorbildlich. Das Kooperationsprojekt der Stadt und des Landkreises Esslingen sowie des baden-württembergischen Umweltministeriums startete 2001.

Für alle Seiten eine wertvolle Erfahrung

"Für uns ist diese hohe Auszeichnung der bisher bedeutendste Preis", freut sich der Geschäftsführer über die große Anerkennung der sozialen Arbeit des Unternehmens. Für ihn und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Preis Bestätigung wie auch großer Ansporn, "dass wir es gut machen". "Es bringt allen Seiten etwas, behinderte Menschen im Betrieb zu haben. Für uns alle ist dies seit langem Normalität und für jeden Nichtbehinderten eine wertvolle Erfahrung", sagt der Geschäftsführer.

Über die Reinert Kunststofftechnik GmbH

Das mittelständische Familienunternehmen, gelegen im idyllischen Bissingen an der Teck, beschäftigt 130 Mitarbeiter. Sie stellen auf hochmodernen Maschinen hauptsächlich technische Kunststoffteile für die Automobilindustrie her. Die Firma entwickelt Hightech-Produkte mit Hilfe von Simulationsprogrammen/Virtual Reality und baut Prototypen mittels modernster Drucktechniken (Stereolithographie). Sie produziert Werkzeuge, bietet Veredelung und Projektmanagement. "Neben verschiedensten Weiterbearbeitungen wie Reibschweißen, Tampondruck oder Montage und diverse Veredelungsarten zu unserem Produktportfolio" sagt Hahn.

www.reinert-kunststofftechnik.de/

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