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Von Autoreifen zu Hightech-Produkten

Stuttgart, 17.02.2012 | 

Lebensmittel, medizinische Geräte oder elektronische Bauteile - sensible Produkte sind nur einwandfrei, wenn die Werkzeuge, die sie herstellen, diese Standards ebenfalls erfüllen. Um das zu gewährleisen, hat die Firma Almig Kompressoren GmbH aus Köngen in der Region Stuttgart einen Schraubenkompressor entwickelt, der ölfreie Druckluft produziert. Für dieses Produkt hat das Unternehmen den Innovationspreis des Landkreises Esslingen gewonnen.

Druckluft ist oft unerlässlich für die Herstellung von qualitativ hochwertigen, reinen Produkten. Bislang wird sie hauptsächlich von Kompressoren erzeugt, die zum Zweck der Schmierung, Abdichtung und Prozesskühlung Kompressorenöl in den Verdichtungsraum einspritzen. Für sensible Bauteile kann diese Art der Einspritzung allerdings zum Problem werden, da häufig Restbestandteile des Schmiermittels in der Druckluft verbleiben. "In diesem Fall ist die Sicherheit - beispielsweise Produkten, die direkt auf den Menschen Einfluss nehmen - gefährdet.", erklärt Christian Rau, der bei Almig für das Produktmarketing zuständig ist. Die gängige Lösung für dieses Problem war bislang, mithilfe von Filtern das überflüssige Öl aufzufangen. Dabei besteht aber die Gefahr, dass durch unzureichende Wartung oder mangelnde Qualität der Filter trotzdem Öl in der Druckluft verbleibt. "Kommt das Öl mit elektronischen Produkten oder Lebensmitteln in Berührung, besteht ein sehr hohes Risiko, dass sie unbrauchbar werden", fügt Rau hinzu. Damit könnte eine komplette Tagesproduktion mit
enormen Folgekosten ausfallen.

Zwei Motoren statt einem sind das Geheimnis

Nach monatelanger Entwicklungszeit hat das Unternehmen den ölfreien, zweistufigen Schraubenkompressor Duplexx entwickelt, der durch zwei kleinere Motoren angetrieben wird, einen für jede Stufe der Kompression. Dadurch wird der marktübliche Getriebestrang überflüssig, was zu einem höheren Wirkungsgrad führt, weil die Kraft direkt übertragen wird. Durch diese einmalige Lösung reduziert sich auch der Wartungsaufwand. Ein weiterer Vorteil ist, dass bis zu sieben Prozent Energie eingespart werden können, da die Motoren einzeln gesteuert werden und die Drehzahl individuell einstellbar ist. "So erreichen wir für jede Situation ein energetisches Optimum", weiß Rau. Neben der Energiebilanz ist vor allem das Produkt "Druckluft" optimal: Die von der Duplexx erzeugte Luft ist reiner als die höchste Kategorie der entsprechenden ISO-Norm 8573-1, die den Ölgehalt in Luft klassifiziert.

Die ölfreien Kompressoren von Almig sind zwar in der Anschaffung teurer als die öleingespritzten Modelle, aber Rau hält diesen Preis für gerechtfertigt, wenn man Energieersparnis, den entfallenden Wartungsaufwand und die gewonnene Prozesssicherheit berücksichtigt: "Wir haben Berechnungen, dass mittelfristig eine ölfreie Lösung oft günstiger ist als eine öleingespritzte."

Das Produkt hat die Jury überzeugt

Die Jury des Innovationspreises des Landkreis Esslingen zeichnete das Produkt von Almig im November mit dem Innovationspreis 2011 aus. Der Wettbewerb war für kleine und mittelständische Unternehmen ausgeschrieben und mit 30.000 Euro dotiert. Dass die Entscheidung auf den ölfreien Schraubenkompressor fiel, hat Rau gefreut. "Wir waren sehr skeptisch, vor allem als wir die Konkurrenz gesehen haben." Im Frühjahr 2011 wurden die Prototypen des ölfreien Schraubenkompressors bereits auf der Hannover Messe vorgestellt. Bislang sind etwa fünf Systeme bei Kunden im Betrieb, die mit dem Ergebnis sehr zufrieden seien, sagt Rau.

Das Unternehmen besteht seit 1923. Gegründet wurde es von Adolf Ehmann, der kleine Kolbenkompressoren für die Automobilproduktion bei Daimler Benz entwickelte. Damals wurden sie eingesetzt, um die Autoreifen aufzupumpen. Seitdem hat sich nicht nur die Größe der Kompressoren verändert, sondern auch der Name. Einst hieß das Unternehmen Alup - die Kurzform für Automatische Luftpumpen. Seit 2007 trägt es den Namen Almig, was für Automatische Luftpumpen Made in Germany steht. Am Stammsitz in Köngen arbeiten knapp 200, weltweit hat die Firma 350 Mitarbeiter, die in den Vertriebsniederlassungen wie z.B. Italien, Spanien, England oder Osteuropa tätig sind. Mit dieser Größe ist das Unternehmen zufrieden. "Wir sind groß genug, dass wir weltweit professionell agieren können, aber nicht zu groß, um flexible und kundenspezifische Lösungen anzubieten", erklärt Rau.

www.almig.de

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