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Wandern durch die Weinregion Stuttgart

Wie nähert man sich dem Rebensaft? Am schönsten mit einer Wanderung durch aussichtsreiche Weinberge und einem guten Schluck danach
21.10.2008 | 

Die Weinlese in der Region ist noch in vollem Gange und trotz der schwierigen, wechselhaften Witterung habe das Lesegut eine gute Qualität, ist von den Weingärtnern zu hören. Bei kleineren Betrieben kommen Verwandte und Bekannte zum Helfen. Bei einem großen Weingut mit rund 20 Hektar Anbaufläche reicht dies nicht aus. So sind in den größeren Weingütern während der Lese viele türkischstämmige Helfer im Einsatz. Manche "kommen schon seit 20 Jahren zu uns", berichtet Christin Wöhrwag. "Mittlerweile arbeiten bereits die Enkel der ersten Helfergeneration mit." Abhängig vom erreichten Mostgewicht und anderen Zustandsmerkmalen der Beeren kann sich die Ernte bis Ende November hinziehen.

Die harte Arbeit im Weinberg ist die eine Sache. Die heitere Seite des Weinanbaus lässt sich allerdings nicht nur daheim im gemütlichen Sessel mit einem Gläschen Wein oder in der geselligen Runde einer Besenwirtschaft erfahren. Eine hervorragende Möglichkeit sind die vielen Wanderwege durch die rebengesäumten Hügel und eine herbstlich gestimmte Landschaft in der Weinregion Stuttgart.

Mit großer Sicherheit waren es die Römer, die den Weinbau in der Region Stuttgart etablierten. Erstmals urkundlich nachgewiesen ist er im Jahre 1108. Im 17. Jahrhundert war Stuttgart die drittgrößte Weinbaugemeinde im "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" und auch in der Region bestimmten in vielen Gemeinden die Reben jahrhundertelang das tägliche Leben. Da die heimischen Böden eher karg und für die übrige Landwirtschaft wenig geeignet waren, verlegten sich viele Bauern auf den Anbau von Wein. Dies nahm mit der Zeit derart überhand, dass zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Ausweitung der Rebflächen verboten wurde, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln nicht zu gefährden. Wein floss jedoch weiter im Überfluss und so verzeichnet eine Chronik aus dem Jahr 1386, dass in Württemberg Wein statt Wasser zum Anrühren des Mörtels für den Häuserbau verwendet wurde.

Allein im Remstal, das beim Wein inzwischen zu den allerersten Adressen zählt, finden sich 46 Weingüter bzw. Winzergenossenschaften, darunter so bekannte Namen wie Schnaitmann, Karl Haidle oder Jürgen Ellwanger. Neckarabwärts zwischen Bad Cannstatt und Bönnigheim, das über die größte Anbaufläche für den Lemberger, eine württembergische Rarität verfügt, reiht sich ein bekannter Weinbauort an den anderen. Und die Landeshauptstadt ist mehr als 20 Genossenschaften und privaten Winzerbetrieben die größte Weinbaugemeinde Deutschlands und gleichzeitig die einzige Großstadt mit einem eigenen städtischen Weingut.

In zahlreichen Stadtteilen und Gemeinden der Region Stuttgart gibt es heute noch eine Kelter, die auch die Geschichte des Weinbaus dokumentiert. Eines der größten und interessantesten Weinbaumuseen der Region ist die "Alte Kelter" in Uhlbach. Die Hedelfinger Kelter wurde um 1600 sogar vom berühmten herzoglich-württembergischen Baumeister Heinrich Schickardt entworfen. Andere wiederum gelangten auf andere Weise zu Weltruf. So verfügte die Untertürkheimer Kelter zu ihrer Entstehungszeit 1902/1903 über die technisch modernste Anlage der Welt. In Hessigheim wird ein sehr schmuckes Weingärtnerhaus aus dem 16. Jahrhundert als repräsentatives Rathaus genutzt.

Da sich Wein leider nicht streicheln lässt, wie Kurt Tucholsky sinnigerweise feststellte, lassen sich andere Möglichkeiten finden, dem Wein und dem Weinbau näher zu kommen. Besonders ergiebig sind die zahlreiche Weinwanderwege in der Region. Allein der "Stuttgarter Weinwanderweg" führt über zwölf Kilometer vorbei an traumhaften Aussichtsplätzen und interessanten Sehenswürdigkeiten mitten durch die Weinberge. Zu jeder Jahreszeit ein Höhepunkt ist die Grabkapelle auf dem Rotenberg.

Weitere Routen führen von Bad Cannstatt über den Max-Eyth-See nach Mönchfeld oder von Hedelfingen nach Rohracker. Dort, im Gasthaus Waldhorn schwärmte Eduard Mörikes Frau 1861 nach einer Wanderung vom "freundlichen Erker" und der "herrlichen Aussicht ins Grüne." In dem Erker soll Friedrich Schiller seinen Roman "Die Räuber" geschrieben haben. Diese Legende ist nicht historisch belegt, aber die Lage überzeugt dennoch. Schiller und Wein lassen sich den Neckar flußabwärts in Marbach bestens kombinieren. Wer in den Esslingen den Höhenwanderweg wählt, kann auf dem Weg in die Stadt hinein zusätzlich noch mittelalterliches Flair genießen.

Spektakuläre Panoramen lassen sich in den sonnigen Felsengärten rund um Besigheim und Hessigheim erwandern. Eine andere Variante findet sich im romantischen Park von Schloss Monrepos, wo das Weingut des Herzogs von Württemberg zu Hause ist. Als ein besonders schönes Fleckchen Erde gilt das wärmeverwöhnte Remstal. Von Stetten geht es durch die bekannten Weinberglagen Pulvermächer, Brotwasser und Lindhälder - rund um die Yburg. Bei dem etwa einstündigen Rundgang erfährt der Wanderer auf über 30 Tafeln allerlei Interessantes, Kurioses und Wissenswertes rund um das Thema Wein.

Der Schnaiter Weinbau- und Skulpturenweg verbindet Kunst und Natur während Weinstadt sogar Weinbau zum Mitmachen anbietet: "Leben und Arbeiten mit der Vitis Vinifera " - unter diesem Motto dürfen Freunde des Weinbaus mit anpacken und können gleichzeitig ihre Kenntnisse über dieses lebensfrohe Thema vertiefen - vom ersten Rebschnitt über Biegen, Binden, Ausbrechen, Ausblenden, Erziehung und vieles mehr bis hin zur Weinpresse.

Dazu laden laden viele Weingüter und Weinstuben entlang der Weinwanderwege zum Verweilen ein. Manch örtliche Weingärtner oder Gemeindeverwaltungen bieten auch geführte Weinwanderungen an. Informationen darüber gibt es bei den Keltern, Genossenschaften oder den Ortsverwaltungen.

Bis heute besitzt der Weinbau eine große Bedeutung für Stuttgart und es wird immer mehr auf Qualität denn auf Quantität gesetzt. Mit reduzierten Erträgen, verfeinerter Kellertechnik und frischen Ideen begegnet man der Konkurrenz der Massenproduzenten aus Übersee und erzielt dabei überzeugende und ausgezeichnete Ergebnisse. Die Palette reicht von einfachen, ehrlichen Qualitätsweinen bis hin zu vornehmen Barriqueweinen, bemerkenswerten Cuvées, edelsüßen Ausnahmeweinen oder spritzigen Sektspezialitäten.

Sogar während der Stuttgarter Buchwochen lässt sich tief ins Glas schauen, wenn bei einer exklusiven Weindegustation am 16.11.2008 im Haus der Wirtschaft "Stuttgarts beste Weine" vorgestellt werden. Trollinger, Lemberger und Riesling, Chardonnay, Merlot und Cabernet Sauvignon - ob regionale Klassiker oder internationale Rebsorten, die Stuttgarter Wengerter wollen mit ihren erstklassigen Erzeugnissen überzeugen.

www.stuttgart-tourist.de

Weinwanderwege:

www.stuttgarter-weinwanderweg.de
www.stuttgart-tourist.de/DEU/stadt/wein_museumundpfade.htm
www.weinweg.de
tourist.esslingen.de/servlet/PB/menu/1295611/index.html
www.remstal-route.de
www.weinstadt.de
www.3b-tourismus.de/pdf/karte_tour4.pdf

www.schillerstadt-marbach.de

und

www.besenkalender.de

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