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Weichen zur Steuerung des Strukturwandels

Wirtschaftsförderung Region Stuttgart stellt konkrete Schritte für wirtschaftliche Diversifizierung und Etablierung von Zukunftstechnologien vor
07.10.2021 | 

Unter der Losung „Region Stuttgart Reloaded“ (RS Reloaded) erarbeitet die Region Stuttgart seit 2018 Ansätze für neue Produkte, Technologien, Märkte und Geschäftsfelder für die regionale Wirtschaft. Ziel ist es Transformationspotenziale zu ermitteln und entsprechende Projekte zu initiieren, um den Strukturwandel aktiv zu begleiten. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung stellte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg den aktuellen Stand des Strategieprozesses vor, der gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Politik und Gesellschaft vorangetrieben wird.

Zunächst hatte das Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO „Spotlights“ identifiziert: erfolgsversprechende Zukunftstechnologien und -themen für die Region und Optionen speziell für disruptive Innovationsfelder. Diese Spotlights hat das IAO zwischenzeitlich durch Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft ebenso wie aus Wissenschaft und Forschung bewerten lassen. Die Befragten aus der Wissenschaft sehen das größte Potenzial für eine erfolgreiche Diversifizierung in der Kreislaufwirtschaft. Eine hohe Relevanz wird zudem so genannten „transienten Materialien“ zugeschrieben: vollwertige Werkstoffe und Komponenten, die sich rückstandsarm auflösen können. Weitere Potenziale bei den Nachhaltigkeitstechnologien sieht die Wissenschaft zudem beim CO2-Management, künstlicher Fotosynthese und kleinen regenerativ betriebenen Energieeinheiten („Small Energy Harvesting“) für „kleine“ Verbraucher sowie Brennstoffzellentechnologie und Wasserstoffwirtschaft. Im IT- und Elektronikbereich haben insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) und Quantencomputing sowie Opto- und Neuroelektronik die höchste Relevanz.

Obwohl die Themen der Spotlights den Befragten aus der Wirtschaft teils zu forschungslastig waren, sind klare gemeinsame Prioritäten zu erkennen, vor allem in den Feldern KI und Quantencomputing, Kreislaufwirtschaft, CO2-Management und transienten Materialien, die auch in der Robotik bereits ihren Einsatz finden. Darüber hinaus wurden viele Technologien und Anwendungen aus den Themenkomplexen von Digitalisierung, Antrieben und Energie genannt. Dr. Walter Rogg betonte: „Mit der Studie des IAO haben wir nun empirisch belegte, faktisch begehbare Wege, wie die Region Stuttgart in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Es kommt jetzt darauf an, mit allen Partnern, die den Transfer unterstützen können, in die Umsetzung zu gehen, Fördermittel zu beantragen, die Unternehmen zu unterstützen.“ Die Region habe über 100 Jahre gut damit gelebt, dass individuelle Mobilität großgeschrieben wurde. Nun käme es darauf an, die Bedürfnisse für die Zukunft abzuschätzen. Dabei werde die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft oft unterschätzt. Rogg ergänzte: „Wir werden das ganze Instrumentarium, das uns zu Verfügung steht, einsetzen, ob Netzwerke, Veranstaltungen, Werkstätten oder die Gewinnung von Fördermitteln.“ Natürlich gehe es nicht nur um Technologien, letztlich gehe es um den Menschen. Technologien seien aber der Anfang und würden bei Lösungen für den Umweltschutz helfen. Es sei kein Widerspruch, wenn es erst einmal um Technik gehe.

Gemeinsam mit regionalen Partnern hat die WRS in einigen der Themenfelder bereits Projekte in Umsetzung oder in konkreter Planung. Beispielsweise wurden eine „KI-Community“ mit Unternehmen etabliert und das Startup- und Zukunftszentrum AI xpress in Böblingen eröffnet. Das IAO, die IBM Deutschland GmbH und die Gemeinde Ehingen haben die Vision für ein „Quantum Village Ehningen“ entwickelt. Ausgehend von ersten Veranstaltungen soll diese Initiative ausgebaut werden. Zur Unterstützung der Transformation in der Fahrzeugindustrie arbeitet die WRS derzeit an einem Antrag für den Aufbau eines Transformationsnetzwerks beim Bundeswirtschaftsministerium. In einem „Weiterbildungsverbund Region Stuttgart in der Automobilwirtschaft und Maschinenbau“ sollen außerdem Kompetenzen für Digitalisierung und KI in Unternehmen gefördert werden. Weiterhin werden Projekte für verschiedene Nachhaltigkeitstechnologien in der „Initiative Nachhaltige Region Stuttgart“ verfolgt, ein Gesundheit-Technik-Cluster durch WRS und die BioRegio Stern Management GmbH aufgebaut sowie das Angebot für internationale Gründer- und Start-up-Teams erweitert.

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