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Weltfußballer und Biene Maja - Sie sind Stuttgarter

Die Panini Verlags GmbH, Deutschlands größter Kinder- und Jugendverlag hat seinen deutschen Hauptsitz nach Stuttgart verlegt
Stuttgart, 04.10.2010 | 

Im Italienisch-Volkshochschulkurs bedeuten Panini einfach Brötchen, für viele andere ist Panini mehr als das - es ist Kult. Die Fußballsammelbilder werden seit einem knappen halben Jahrhundert verkauft und getauscht, geklebt und verwahrt, versteigert und verehrt. Auf den Schulhöfen hat sich hier wenig geändert. Die bunten Bildchen werden bei großen wie auch kleinen Jungs stolz gehütet, eifrig begutachtet und wechseln, wenn der Tauschkurs stimmt, den Besitzer.

Die begehrten Bildchen stammen aus Deutschlands größtem Kinder- und Jugendverlag, der Panini Verlags Gmbh. Am 1. September 2010 hat das Unternehmen seinen Deutschland-Hauptsitz von Nettetal bei Mönchengladbach nach Stuttgart verlegt. Seitdem sind Biene Maja und Bob der Baumeister, Hello Kitty und Hannah Montana, Shaun das Schaf und die Simpsons, Batman und Pokémon sozusagen in Stuttgart eingemeindet worden. Im Panini-Verlag führen nicht allein Fußballer aller Couleur in Hochglanz und mit Kleberücken ein Doppelleben. Auch Helden aus Comics und Büchern, aus dem Fernsehen und dem Kino sind auf Stickern, in Alben, Magazinen, Kalendern oder DVDs präsent. Das Portfolio des Verlagshauses liest sich wie das Who is Who der beliebtesten Magazin- und Comichelden von Kindern und Jugendlichen. Seit Mitte 2010 bedient Panini mit dem Magazin sensa auch den Markt für Frauenzeitschriften. Allein im Zweitmarkt von ebay finden sich rund 37.000 Ergebnisse, die sich auf Panini-Produkte beziehen. Ein Album der Fußball-WM 1978 wird dort für immerhin 189 Euro gehandelt.

"Der neue Stammsitz in Stuttgart bietet uns die tolle Gelegenheit, alle Geschäftsbereiche unter einem Dach zu bündeln und weiter zu wachsen. Insbesondere können wir die Qualität unserer Produkte weiter steigern und noch flexibler und schneller auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren. Zudem vereinfacht es unsere Prozesse und erleichtert die Kommunikation", sagt Frank Zomerdijk, seit 1993 Geschäftsführer der Panini Verlags GmbH. In der Rotebühlstraße in Stuttgarts Stadtmitte war Panini seit der Übernahme der Stuttgarter Dino entertainment AG im Jahr 2003 mit den Produktbereichen Magazine, die sich auf Mädchen, Frauen und Jungen konzentrieren, Comics und Mangas, Büchern sowie Produktion und Vertrieb vertreten. Neu hinzukommen nun die Geschäftsführung sowie die Sparten Sticker, Kindermagazine und DVDs. Am neuen Hauptsitz in Stuttgart sind 67 festangestellte Mitarbeiter tätig, die Büroflächen werden um nochmals 200 Quadratmeter vergrößert.

Panini backt keine kleinen Brötchen. Dieses Jahr hat die Fußball-WM wegen des Stickergeschäfts Umsatz und Gewinn nach oben katapultiert und dem Verlag ein Plus von rund 25 Millionen Euro beschert. Das Geschäft mit Fußball-Stickern mache in diesem Jahr rund ein Drittel des Umsatzes aus, sagt Zomerdijk. In diesem Jahr rechnet er mit Erlösen von 95 Millionen Euro und einem zweistelligen Millionenertrag. Im vergangenen Jahr erzielte die Deutschland-Tochter des italienischen Verlags 70 Millionen Euro Umsatz.

Die Trends würden allerdings immer schnelllebiger. Für beinahe jede Fernsehsendung gibt es ein Heft. Die Entscheidung, eine Lizenz für die Merchandisingartikel zu einem Kinofilm zu kaufen, müsse ein Verlag bereits zwei Jahre bevor dieser herauskommt treffen. "Da haben Sie dann 20 Sekunden von dem Film gesehen," sagt Zomerdijk. Entsprechend schwierig sei die Beurteilung, doch als Lizenznehmer sei der Verlag verpflichtet, diese auch dann zu nutzen, wenn ein Film floppt und Magazine, Kalender oder Bücher zu dem Thema nicht gefragt sind.

In den Anfangszeiten der Unternehmensgruppe ging es noch deutlich gemächlicher zu. Die Unternehmerkarriere der Brüder Giuseppe und Benito Panini begann ganz bescheiden mit einem Zeitungsstand. Was 1945 mit einem kleinen Kiosk im norditalienischen Modena begann, ist im Lauf der Jahrzehnte zum weltweit größten Produzenten von Stickern und Aufklebern geworden. Knapp zehn Jahre später gründeten sie einen Zeitungsvertrieb, der auch Sticker im Angebot hatte. Den richtigen Riecher bwiesen sie, als ihnen nach einigen Jahren die Idee kam, die Sammelbilder in Eigenregie zu produzieren. Keine Frage, welche Motive die Klebebildchen schmücken sollten, war rasch geklärt, Calcio - Fußball - ist in Italien bis heute fast so etwas wie eine Ersatzreligion.

Im Jahr 1961 wurde das erste Sticker-Album mit den Mannschaften und Spielern der italienischen Serie A der Saison veröffentlicht. Satte drei Millionen Bilder verkauften die Gebrüder Panini gleich im ersten Jahr. Zur WM 1970 in Mexiko erschien das erste Sammelalbum zu einem großen Turnier, mit Abziehbildern von Spielergrößen wie Pelé, Bobby Charlton oder Franz Beckenbauer. Die Sammelleidenschaft breitete sich auch nördlich der Alpen aus: Vier Jahre später gründete das Unternehmen die erste deutsche Niederlassung in München, im selben Jahr erschien auch das erste deutsche Sammelalbum zur Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland.

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