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Württembergischer Alcatraz

Stuttgart, 09.07.2010 | 

Ab dem 17. Juli 2010 ist das neue dezentrale Museum des Hauses der Geschichte auf dem Hohenasperg geöffnet. Am Beispiel von 22 Häftlingsbiographien zeigt die Ausstellung auf dem "Schicksalsberg", wie sich die Festung vom politischen Gefängnis zum Vollzugskrankenhaus entwickelt hat.

Dichter, Revolutionäre, Verbrecher, Regimegegner, Minderheiten: Viele tausend Menschen waren über die Jahre und Jahrzehnte hinweg auf dem Hohenasperg unter Verschluss - aus einer Vielfalt von Gründen. Manche mussten dort für ihre politische Überzeugung büßen, waren schlicht in Ungnade gefallen oder wurden Opfer rassischer Verfolgung. Andere hatten dagegen gestohlen, betrogen, gar Menschen getötet.

Die beispielhaft vorgestellten Biographien reichen von allseits bekannten Namen wie Joseph Süß Oppenheimer, Christian Friedrich Daniel Schubart, Gottlieb Rau oder Eugen Bolz bis hin zu kaum bekannten Schicksalen wie dem des französischen Kriegsgefangenen Charles Braemer oder dem dramatischen Fall der Opernsängerin Marianne Pirker.

Die "Festungshaft" hoch oben auf dem weithin sichtbaren Berg wirkte immer wie eine besonders klare Demonstration der Macht. Die Botschaft des Staates, die unten sehr vereinfacht ankam, war diese: "Seht her, das geschieht mit denen, die querschießen." Wohl nicht zufällig hörten Kinder in der Umgebung oft diesen Satz: "Wenn Du nicht brav bist, kommst Du auf den Asperg."

Zunächst bis Ende Oktober lädt die Ausstellung im ehemaligen Arsenalbau zum Besuch ein. Ab dem kommenden Jahr dauert die Saison jeweils von April bis Oktober. Nach der offiziellen Eröffnung warten das Haus der Geschichte und der künftige Betreiber der Ausstellung, die Stadt Asperg, mit einem besonderen Angebot auf: Am Wochenende 17. und 18. Juli ist an beiden Tagen der Eintritt frei. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag werden Führungen angeboten, und zwar jeweils um 11 und um 15 Uhr. Die Öffnungszeiten des neuen Museums: Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr.

Familien, Schulklassen, Wandergruppen, Geschichtsinteressierte, professionelle Historiker: Sie alle finden viel Wissenswertes in der Dauerausstellung auf dem Hohenasperg. Diese gewährt nicht nur näheren Einblick in insgesamt 22 Häftlingsleben, im Leseraum mit einer großen Datenbank sind auch vertiefende Recherchen möglich. Neben der originalen Tür der Schubart-Zelle gibt es zahlreiche andere authentische Objekte zu bestaunen.

"Hohenasperg - Ein deutsches Gefängnis" ist die insgesamt sechste dezentrale Dauerausstellung, die das Haus der Geschichte Baden-Württemberg konzipiert hat. Neben der Stauffenberg-Erinnerungsstätte in Stuttgart sind dies das Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim, die Erzberger-Erinnerungsstätte in Münsingen-Buttenhausen, das Turenne-Museum in Sasbach und die ehemalige Synagoge Haigerloch.

www.hohenasperg-museum.de

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