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Zeugnisse vom Neolithikum bis zur Moderne

Stuttgart, 19.04.2010 | 

Neben der wirtschaftlichen Stärke ist die kulturelle und landschaftliche Vielfalt ein Kennzeichen der Region Stuttgart. Unterschiedliche Naturräume sowie verschiedenartige wirtschaftliche Voraussetzungen haben eigenständige und sehr unterschiedliche Kulturlandschaften entstehen lassen.

So war das Neckartal durch wohlhabende Bauerndörfer gekennzeichnet. Der Weinbau prägt so unterschiedliche Gegenden wie den Stromberg und das Remstal. Für die Umgebung von Welzheim oder Murrhardt sind große Waldgebiete charakteristisch, die Mahl- und Sägemühlen beherbergen. Agrarlandschaften wie das Obere Gäu oder das Neckarbecken um Ludwigsburg gehören zu den am frühesten besiedelten Bereichen. Historisch bedeutende Städte, wie die ehemals freie Reichsstadt Esslingen oder die Residenzstadt Ludwigsburg, beherbergen noch heute stolze Bauten. Die hochmittelalterliche Geschichte der Region ist in zahlreichen Burgen am Albtrauf gegenwärtig während Stuttgart mit vielen modernen Architekturklassikern punktet.

Über 1000 regional bedeutsame Kulturdenkmale sind aufgelistet worden und in der beiliegenden Karte der Region Stuttgart schnell auffindbar. Bei dem Gemeinschaftswerk des Landesamts für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums und des Verbands Region Stuttgart wurde angesichts der Fülle an kulturhistorischen Zeugnissen streng ausgewählt. "Wir haben Denkmale erfasst, die im regionalen Maßstab flächenhaft wirksam, in hohem Maße landschaftsprägend oder archäologisch beziehungsweise kunsthistorisch von sehr großer Bedeutung sind", erläuterte Projektleiter Dr. Martin Hahn.

Die Neuauflage der Broschüre "Kulturdenkmale und Kulturlandschaften in der Region Stuttgart’ stellt zunächst die historischen Kulturlandschaften der Region Stuttgart in kurzen Steckbriefen vor. In der reichlich bebilderte Veröffentlichung lässt es sich wie in einem lebendigen Geschichtsbuch gut schmökern. Im zweiten Teil der Broschüre sind alle regionalbedeutsamen Kulturdenkmale in den Landkreisen und der Stadt Stuttgart tabellarisch dargestellt und kurz beschrieben. In Zeiten der Globalisierung sind Kulturdenkmale aber auch wichtig zur Identitätsbildung und "geistigen Verortung" in der Region, verlautet das Regierungspräsidium, das die Broschüre mit dem Verband der Region Stuttgart herausgibt.

Im Vergleich zur ersten Auflage aus dem Jahr 1992 nimmt die aktuelle Fassung die Verflechtung der Bau- und Bodendenkmale mit der Kulturlandschaft stärker in den Blick", betont Regionaldirektorin Jeannette Wopperer. "Darin liegt auch der besondere Mehrwert für die Regionalplanung, deren Ziel es unter anderem ist, das kulturelle Erbe zu sichern".

"Viele der aufgeführten Kulturlandschaften sind bereits Bestandteil eines regionalen Landschaftspark-Konzepts", sagte Jeannette Wopperer. So komme dem Limes mit seinen eindrucksvollen Überlieferungen aus der Römerzeit beim gleichnamigen Masterplan natürlich eine zentrale Rolle zu. Kulturlandschaft bewahren und erlebbar zu machen, sei auch bei den Landschaftsparks Rems und Neckar ein wichtiges Ziel.

Die Broschüre lässt sich unter www.region-stuttgart.org/vrs/main.jsp für 10 Euro bestellen.