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S-Bahn: Neues Design für schnelle Wege

Mit einer neuen Außenlackierung für die S-Bahnen möchten der Verband Region Stuttgart und die S-Bahn Stuttgart eine bessere Fahrgast-Lenkung erreichen. Für mehr Fahrkomfort sollen Veränderungen im Inneren der Züge sorgen.
30.07.2020 | 

Statt im klassischen Verkehrsrot werden die S-Bahnen künftig in hellem Lichtgrau mit prägnanten Farbelementen für Türen und Sonderabteile durch die Region rollen. Das „Redesign“ wurde am Mittwoch in der Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart vorgestellt. Die ersten Züge im hellgrauen Design sollen ab Ende 2021 auf die Schienen kommen. Der neue Anstrich wird bei den heute eingesetzten Fahrzeugen im Rahmen der turnusmäßigen Neulackierungen umgesetzt, die die Züge aus Witterungsgründen rund alle 15 Jahre benötigen. Die bereits im vergangenen Jahr in Auftrag gegebenen 58 zusätzlichen S-Bahnen werden bereits überwiegend im neuen Design geliefert.

Haltezeiten reduzieren

„Mit den stetig wachsenden Fahrgastzahlen in den Metropol-Verkehren steigt die Anforderung an ein möglichst reibungsloses Ein- und Aussteigen“, sagt Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart. „Darum geht es auch bei unseren Investitionen für ein ‚Redesign‘ der Stuttgarter S-Bahnen. So wollen wir durch farbliche Markierung der verschiedenen Servicebereiche auf der Zugaußenseite unseren Fahrgästen die Orientierung beim Einsteigen erleichtern, um Haltezeiten zu reduzieren.“ Die Region als Auftraggeber und die Deutsche Bahn nehmen sich in ihrer Darstellung bewusst zurück und richten die S-Bahnen komplett auf die Bedürfnisse der Fahrgäste aus.

Gut erkennbar für Reisende

Die bislang eher zurückhaltenden Piktogramme, die Fahrradfahrern den richtigen Einstiegsort angezeigt haben, werden erweitert. Künftig sind die kompletten Bereiche der Sonderabteile in Blau beziehungsweise Gelb für die 1. Klasse eingefärbt und heben sich gut erkennbar für S-Bahn-Fahrgäste auch auf vollen Bahnsteigen ab. Hinzu kommen schwarzgraue Türen, die es erleichtern, am Bahnsteig direkt an der richtigen Stelle zu stehen.  

Neues Innenleben

Erneuerungen wird es auch im Inneren der S-Bahn geben. Vor allem im Bereich der Mehrzweck-Abteile sollen Umbaumaßnahmen und Erweiterungen stattfinden. Diese zielen nach aktueller Planung darauf ab, die Mehrzweckbereiche an den Zug-Enden insbesondere auf die Anforderungen von Rollstuhlfahrern und Fahrgästen mit Kinderwägen auszurichten. Für Radfahrer soll mehr Raum durch zusätzliche Abteile in der Zug-Mitte geschaffen werden. Neben dieser Umstrukturierung sollen in den S-Bahnen neue Monitore mit kundenorientierten Anzeigemöglichkeiten die Fahrgastinformationen verbessern, ein automatisches Fahrgastzählsystem in den Türen wird Informationen zur Echtzeitauslastung geben. Steckdosen in allen Zügen sollen zudem den Komfort erhöhen.

Kosten des „Redesign“

Der Verkehrsausschuss des Verband Region Stuttgart hat die DB Regio mit der Ermittlung der Kosten beauftragt. Die endgültige Entscheidung über den Umfang der einzelnen Gestaltungselemente für den Innenraum erfolgt gegebenenfalls nach dem Vorliegen der Ausschreibungsergebnisse im Herbst. Nach den bisherigen Signalen wird jedoch davon ausgegangen, dass die Umsetzung aller „Redesign“-Elemente inklusive der Ausrüstung der 58 neuen Züge mit WLAN innerhalb des verfügbaren Budgets von rund 170 Mio. Euro umgesetzt werden kann. Die Bereitstellung des Budgets ist ein verbindlicher Teil des Verkehrsvertrags, dessen Verlängerung um vier Jahre im Januar 2019 beschlossen wurde.

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir wollen die S-Bahn auf neue Füße stellen“, fasst Rainer Ganske (CDU/ÖDP) die Pläne für das Redesign zusammen. „Dies ist gelungen, da wir uns nicht nur auf eine neue Optik, sondern auch auf neue Funktionen freuen dürfen.“ Vor allem die Orientierung an den Kundenbedürfnissen und die Verbesserungen im Innenraum und den Mehrzweckbereichen würden laut Ganske überzeugen.

Heike Schiller (GRÜNE) sieht im Redesign „eine Optik, die man sicherlich auch noch in 20 Jahren anschauen möchte“. Zudem führe das Redesign zu einer Verbesserung der Gesamtfunktion im S-Bahnsystem: „Allerdings ist es jetzt wichtig, auch bei der Entwicklung der Bahnsteige und der Stationen und Haltestellen nicht nachzulassen.“

Bernhard Meier (Freie Wähler) stellt die wichtigen Nebeneffekte des Redesign in den Mittelpunkt: „Ein besserer Ein- und Ausstieg, eine effektivere Kundenlenkung und eine Erhöhung des Wohlfühlfaktors im Innenraum der Bahn haben uns überzeugt.“ All dies solle auch zu einer verbesserten Pünktlichkeit führen. Für Harald Raß (SPD) war es zwar einerseits vernünftig und richtig, dass im neuen
S-Bahnvertrag, das Redesign enthalten war: „Anderseits hält sich unsere Begeisterung in Grenzen.“ Es werde sich erst in einigen Jahren zeigen, ob das Redesign zu Verbesserungen führe. „Wir stehen hinter dem neuen Design“, so Patricia Schäfer (AfD). Für eine Verbesserung des Fahrgastflusses lohne es sich Geld in die Hand zu nehmen. „Die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und die Verbesserung der Fahrgastinformation sind die wesentlichen Vorteile“, sagt Armin Serwani (FDP). Man hoffe so auch auf neue Fahrgastrekorde. Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) lobt vor allem die Ausstattung mit Steckdosen: „Immer mehr Menschen nutzen ihre mobilen Geräte in der S-Bahn und haben jetzt die Möglichkeit ihre Akkus wieder aufzuladen.“

Weitere Informationen zum neuen Design gibt es auf www.s-bahn-stuttgart.de/redesign.

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